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Mit Paella ins neue Zeitalter

Immer mehr Bundesbürger decken sich wegen des befürchteten Computer-Problems 2000 mit haltbarer Nahrung ein - Bringt „Y2K“ Chaos oder Chancen zur gesellschaftlichen Transformation?



„Für mich ist das keine Frage der Hysterie, sondern der Eigenveranwortung“, sagt Alexander Brachmann. Im Keller seines Bauernhauses im Dörfchen Aham im bayerischen Chiemgau stapelt er seine Nahrungsmittel-Vorratspakete in die hellen Holzregale. Nein, an eine Apokalypse glaube  er nicht, sagt der 56jährige Architekt aus München, aber „daß da in den nächsten Monaten einiges auf uns Menschen zukommen wird“.

Brachmann rüstet sich fürs Überleben in einer Wendezeit - das Jahr 2000 ist im Anrollen. Der Münchner Architekt hat - ausreichend für viele Monate - die neuesten Kreationen haltbarer Lebensmittel gebunkert, seinen Brunnen instandgesetzt, einen Stromgenerator und den neuesten gasbetriebenen Wasserkocher aus Israel angeschafft.
Äußerer Anlaß für die Überlebensvorkehrungen ist das Computer-Problem- 2000 (von vielen inzwischen nur noch salopp und knapp „Y2K - sprich: wai-to-keii - Problem“ genannt), das nach Ansicht von Pessimisten den vom Mikro-Chip abhängig gewordenen Zivilisationsmenschen unsanft an die Ursprünge seiner Existenz zurückbefördern könnte. „Viele Freunde“, sagt Architekt Brachmann, „halten mich für einen Spinner. Doch ich sorge vor, wenn demnächst nichts mehr laufen sollte, die Kraftwerke keinen Strom mehr produzieren, die Banken zusammenbrechen oder in den Regalen der Geschäfte keine Nahrungsmittel mehr sind.“

So wie Brachmann sorgen sich immer mehr Bundesbürger um das zukünftige Überleben. „Die Leute“, sagt der Sprecher der Münchner Nahrungsmittelfirma „Arche-Nova.com“, Michael Plappert, „rennen uns die Türen ein, um an lang haltbare Lebensmittelpakete zu kommen.“ Die Münchner Fertigmenüspezialisten glauben, die Zeichen der Zeit verstanden zu haben: Sie bieten speziell für Notfallsituationen entwickelte Vorsorgepakete an.

Auch wenn nichts mehr geht - der clevere Bundesbürger kann auch in Zukunft zwischen Paella, Jägertopf, Müsli mit Rosinen und Kartoffelsuppe wählen. Die Palette der Desserts reicht gar von Vanillepudding bis zur Orangencreme.
Ein schonendes Verfahren der Gefriertrocknung sichert die Vitamine und es werden, so Plappert, „nur qualitativ hochwertige Rohstoffe verwendet - und teilweise aus biologisch kontrolliertem Anbau“. 15 verschiedene Schlemmermenüs bieten die Arche-Nova-Leute als Vorsorgeration an.

Übergossen mit kaltem oder heißem Wasser sollen die Fertigmenüs „zu einem Leckerbissen“ werden. Bislang waren Extrembergsteiger wie Reinhold Messner oder das Rote Kreuz Abnehmer der Trockennahrung, die in Kartons für 30 oder 90 Tage zu haben ist und nur ein Zehntel des Platzes üblicher Konserven einnimmt.

„Die Vorbereitung auf den Computer-Datumsspr