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Clare Soloways Satori-Prozess - Tauchgang zum wahren IchWir sind nicht, was wir zu sein glauben. Unser wahres Wesen schlummert unerkannt in der Tiefe unter einem Haufen Konditionierungen, Glaubenssätzen und verdrängten Gefühlen. Der Satori-Prozess ist eine einfache und geniale Methode, mit der wir durch sämtliche Schichten unser Abwehr tauchen können, so dass wir jenseits aller Vorstellungen und Identifikationen erkennen: Das bin ich. Den Verstand weichkochenWährend des Prozesses spult der Verstand Schicht für Schicht seiner Identifikationen ab, die er im Laufe seines Lebens gelernt hat - von den gröbsten Identifikationen wie "Ich bin ein Mann" bis hin zu neurotischen Ebenen wie beispielsweise "Ich bin der, der immer manipuliert wird". Unser Gegenüber und die anderen Teilnehmer im Raum halten die Energie und sorgen die ganze Zeit dafür, dass wir bei unserer Frage bleiben. Auch die oben beschriebenen Vereinbarungen sollen helfen, dass wir uns nicht im Kontakt mit anderen verzetteln, sondern in unserem Alleinsein richtiggehend weichgekocht werden. Irgendwann "kollabiert" der Verstand, weil er nicht mehr weiter weiß und ihm die Argumente, Bilder und Identifikationen ausgehen. In dem Moment sind wir ganz im Hier und Jetzt, ohne Denken, einfach da. Dann kommt der Verstand wieder, sagt "aber..." und wir wiederholen das Spiel mit einem neuen Koan. Das Ganze geht über mehrere Tage, so dass man wirklich tief eintauchen kann. Dabei lösen sich jede Menge Konzepte auf, die uns einreden, warum wir nicht glücklich und in Frieden im Hier und Jetzt leben. Natürlich sind wir dann noch nicht erleuchtet. Aber das Wunderbare an diesem Prozess ist, dass wir aus eigener Erfahrung unser wahres Wesen kennenlernen können - hinter allen Konditionierungen. Auch wenn die Erfahrung nach Stunden, Tagen oder Wochen vergeht - wir wissen dann. Das, was wir da erkannt haben, hat sich für alle Zeit in uns eingegraben und wird wirklich ein Wegweiser unserer weiteren Entwicklung. Eine unschätzbare Erfahrung. Nicht aus einem Buch, nicht aus dem Munde eines Lehrers, sondern aus erster Hand. Ab jetzt kann uns keiner mehr etwas erzählen. Das optimale Setting
Die wunderbare Leichtigkeit des Seins: Ich bin nichtsBei der nächsten Runde dann ein Durchbruch in die Leichtigkeit. Ich durchschaue den Witz des Lebens, den Stress, den ich mir mache, obwohl doch alles total einfach ist. Auf einmal erscheint es klar vor meinen Augen: Ich bin absolute Konzeptlosigkeit, definitionslos, Leere, Offenheit, nichts. In diesem Nichts liegt eine totale Freiheit, denn alles darf da sein, nichts ist falsch. Diese totale Konzeptlosigkeit ist Sein, weil da keiner ist, der etwas will. Ich sehe klar, dass ich mein ganzes bisheriges Leben so gelebt habe, dass ich durch mein Verhalten in den anderen eine Reaktion von "ich mag dich, ich will dich" hervorrufen wollte. Weil ich mich für ein Etwas gehalten habe, eine Identifikation, eine Identität von: "Ich bin der, der nicht gewollt ist, der nicht in Ordnung ist, so wie ich bin." Ein einziger Kampf. Doch wenn ich nichts bin, muss ich nichts verteidigen, nichts heilen, ich kann einfach sein, entspannt und offen. Ich verstehe, dass der ganze Lebensstress aus dem Konflikt zwischen dem Nichts und dem Etwas entsteht, bzw. daraus, dass ich dieses Etwas, meine tiefste Identifikation, nicht spüren will (das Gefühl, nicht gewollt zu sein) und dass ich mit allen Mitteln versuche, mich davor zu schützen, abgelehnt zu werden. Das Nichts dagegen will nichts. Es lebt einfach. Ich bin auch allesBeim nächsten Mitteilen meiner Gedanken- und Gefühlsebenen erkenne ich, dass das "Ich bin nichts" nur der eine Teil der Antwort ist. Ich bin auch alles, alles hat Platz in mir, alle Wertungen, es geht nur darum, es einfach sein zu lassen und nichts damit zu machen. Das Leben ist weder gerecht noch ungerecht. Es ist. In dem Moment, in dem ich das realisiere, entspanne ich mich, dann geht alles auf. Das Leben ist dann einfach Erfahrung, Wahrnehmung dessen, was ist. Ich bin der, der es erfährt. Wenn ich die Erfahrungen bewerte, dann trete ich in die Dualität ein und leide. Wenn ich nur bin (wie das gesamte Leben ja auch nur ist), dann ist da einfach Sein. Beispielsweise stelle ich der mir gegenüber sitzenden Frau im Sharing die falsche Frage (sie hat ein anderes Koan), und sie weist mich darauf hin. Ein kurzes Gefühl von Falschsein, Peinlichkeit, eine Verspannung, die man mir wohl ansieht, dann lacht mein Gegenüber und ich kann loslassen. Ja, auch die falsche Frage gehört dazu und bewirkt eine entsprechende Erfahrung. Eine falsche Frage ist kein Fehler, sondern nur eine bestimmte Ausdrucksform des Seins. Sein heißt: Da ist einfach dieses Körper-Geist-Seele-System, das ist, wie es ist, und die Erfahrung des Lebens macht. Und da ist keiner, der eine andere Erfahrung machen will als die, die gerade jetzt und hier geschieht, keiner, der etwas verbessern will, einfach Beobachtung und Wahrnehmung, wie das Leben mit diesem speziellen Körper verbunden ist. Es ist wirklich wie das Anschauen eines Films. Und der Film heißt Leben. Alles mitteilen: Begegnung mit der Angst
Totale PräsenzDoch das Erste, was passiert, ist eine verblüffende Gegenwärtigkeit. Ich merke, dass ich dann, wenn ich jemandem meine abwertenden Gedanken mitgeteilt habe, sehr präsent bin. Ich höre erstmals richtig zu, während mein Gegenüber redet. Der Grund: Normalerweise drücke ich die abwertenden Gedanken weg, doch sie ploppen wie kleine Springteufelchen immer wieder nach oben. Da ich ständig damit beschäftigt bin, mich dem Chaos in meinem Schädel zu widmen, bekomme ich von meinem Gegenüber kaum etwas mit. Habe ich ausgesprochen, was sich in meinen Hirnwindungen dreht, verschwindet es einfach und mein Verstand schaltet auf Ruhemodus um. |
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