|
|
|
|
|
|
Monsanto - ein Feind des Planeten?Ein Saatgutkonzern bedroht die Freiheit der LebensmittelproduktionKennen Sie Monsanto? Noch nie gehört? Sollten sie aber, denn der Agargutkonzern Monsanto ist im Begriff die Kontrolle über Ihre Lebensmittel zu übernehmen. Nicht irgendwo in den USA oder Asien. Hier in Deutschland, vor ihrer Tür in Brandenburg. Das Streben nach Profit ist nichts Neues. Doch es gab Zeiten da waren manche Dinge so heilig oder wichtig für das Gemeinwohl, dass damit keine Geschäfte gemacht werden durften. Sie waren durch Traditionen und Gesetze geschützt.
Es gibt ein Unternehmen, welches sich die Wirtschaftsdoktrin des „Freihandels" besonders zur Nutze macht und nicht davor zurückschreckt, alle, auch illegale Mittel einzusetzen um seinen Profit zu maximieren. Die Rede ist von dem multinationalen Konzern Monsanto, welcher sich vom Chemiekonzern zum heute größten Saatgutproduzenten der Welt entwickelt hat. Die Geschichte des Konzerns ist mit dunklen Kapiteln gepflastert, die Monsanto als Markenzeichen für Gier, Arroganz, Lobbyismus und knallharten Geschäftspraktiken erscheinen lassen. 1901 wurde das Unternehmen von John Francis Queeny in St. Louis, USA gegründet. Gestartet als Sacharinhersteller für Coca-Cola, gehörte Monsanto 1940 schon zu den zehn größten Chemiekonzernen in den USA. Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte das Unternehmen erst richtig auf z.B. mit Produkten wie dem krebserregenden Insektizid DDT, welches heute weltweit verboten ist und nur noch in absoluten Notfällen verwendet werden darf, mit PCB, welches als Weichmacher in Lacken und Kunststoffen verwendet wird und im Verdacht steht krebserregend zu sein sowie Unfruchbarkeit bei Männern auszulösen, und dem umstrittenen Süßstoff Aspartam, welcher laut des Ergebnisses einer Studie des Krebsforschungszentrums der Europäischen Stiftung für Onkologie und Umweltwissenschaften" in Bolognia nachweislich Leukämie und Lymphknotenerkrankungen (so genannte Lymphome) verursacht, also krebserregend ist. Traurige Berühmtheit erlangte Monsanto als Hersteller des Herbizids „Agent Orange", welches im Vietnamkrieg als Entlaubungsmittel eingesetzt wurde und noch heute zu grauenhaften Missbildungen in der vietnamesischen Bevölkerung führt. Verständlicherweise hat der Vietnamesische Staat eine Klage gegen Monsanto eingeleitet. Mit der Konstruktion der ersten transgenen Tabakpflanze wird die Monsanto Hybritech Seed International Inc. gegründet, und läutet 1983 die Genrevolution ein. Der Wissenschaftler Prof. Robert Bellé wies im März 2002 in einer Studie nach (veröffentlicht auf www.pubmed.gov), das RoundUp krebserregend ist und die Zellteilung massiv beeinflusst. Jedoch wurde Bellé gedrängt die Studie nicht zu veröffentlichen, weil die Frage der GVOs (Gentechnisch veränderte Organismen) dahinterstand, was soviel heißt, dass die Giftigkeit von RoundUp verheimlicht wird um die Entwicklung der GVOs zu schützen. Das eigene Saatgut vor dem Pflanzenvertilger RoundUp zu schützen, gelingt durch eine gentechnische Veränderung des Saatgutes, ein implantiertes Gen, durch die die Pflanze gegen den Grundwirkstoff Glyphosat resistent wird. Doch mittlerweile werden immer mehr Wildkräuter resistent gegen RoundUp, so dass die Landwirte die Spritzmitteldosierung von Jahr zu Jahr erhöhen müssen.. So hat sich in Kanada ,ittlerweile ein Superunkraut entwickelt, das vier verschiedene Resistenzgene enthält und sich überall ausbreitet. Auf allen Äckern, Vorgärten, Golfplätzen in Stadien und Friedhöfen. Nur durch ein neues, noch stärkeres Pflanzengift, das zu 70 Prozent dem in Vietnam eingesetzten Entlaubungsmittel Agent Orange entspricht, lässt sich dieses Unkraut in Schach halten. Ein weiterer Schritt um die Abhängigkeit der Landwirte von Monsanto weiter zu verschärfen ist die Einführung der V-Gurt (Variety Genetic Use Restriction Technology), welche zusammen mit dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium (!!) entwickelt wurde. Dafür werden Samen gentechnisch so verändert, das die Keimfähigkeit erst durch die Zugabe von bestimmten Chemikalien, die es natürlich nur von Monsanto gibt, de-und aktiviert wird, quasi ein- und ausgeschaltet werden kann. Mit etwa 10.000 Arten in mehr als 650 Gattungen sind sie eine der größten Familien innerhalb der Blütenpflanzen. Alle Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Mais und Reis zählen zu dieser Pflanzengruppe. Wenn nun z.B. gentechnisch veränderter Weizen mit dieser Technologie ausgestattet wird, lässt sich nicht verhindern, dass es sich auf andere Süßgräser überträgt. Man sollte bedenken, dass alle Süßgräser sich über Wind und Luftströmungen vermehren. Es kann während der Blütezeit zu regelrechten Staubwolken kommen, die garantieren, dass zumindest ein kleiner Teil des weniger als einen Tag lebensfähigen Pollens seinen Bestimmungsort, die weiblichen Narben, erreicht. Beispielsweise bildet der Roggen pro Ähre etwa vier Millionen Pollenkörner. Da Süßgräser als Marktfrüchten oder als Viehfutter in der Veredelung heute die Basis für die Ernährung der Weltbevölkerung sind, lässt sich das gesamte Ausmaß nur erahnen. Wir hätten eine grüne Wüste. Eine Landschaft die nur noch einmal blüht und danach nie wieder. Man muss sich das Problem ernsthaft vergegenwärtigen: Ein gentechnisch veränderter Organismus der einmal ausgesetzt wurde, kann nie wieder zurückgeholt werden. Es lässt sich nicht vermeiden, das diese Pflanzen sich immer mehr ausbreiten und Felder kontaminieren wie ein Virus.
Warum erfindet man überhaupt so eine Technologie? Es geht zunächst um den Profit. Bauern werden zwangsläufig dazu gezwungen, jedes Jahr das Saatgut neu einzukaufen und damit Patentgebühren zu zahlen. Bauern die von Monsanto Saatgut beziehen, unterschreiben gleichzeitig einen Technologievertrag, der sie dazu verpflichtet, keinen Nachbau zu betreiben, denn das würde eine Patentrechtsverletzung nach sich ziehen. Nachdem man Patente auf Leben erlaubt hat, ist ein Wettstreit unter den Agrarfirmen ausgebrochen, auch konventionelle Samen patentieren zu lassen. Man schätzt das Monsanto allein über 11.000 Patente auf normales Saatgut verfügt. Was sind die Folgen? Wer Patente auf Saatgut besitzt, kann den Saatgutmarkt kontrollieren und somit entscheiden was schlussendlich auf den Teller kommt und was nicht. Bei einer Biotech Industrie Konferenz 1999 wurde durch einen Repräsentanten der Arthur Anderson Consulting Group, einer Beraterfirma für große Konzerne, die wirtschaftlichen Ziele Monsantos vorgestellt. Zunächst war Monsanto befragt worden, wie sich das Unternehmen die ideale Zukunft in fünfzehn oder zwanzig Jahren vorstelle. Die leitenden Mitarbeiter von Monsanto entwarfen eine Welt, in der das gesamte kommerzielle Saatgut gentechnisch verändert und patentiert sein würde. Man kann von Glück reden, das die EU die Einfuhr von bestimmten GVOs (noch) verhindert, was dazu führte, das Monsanto Klage gegen die EU erhob. Frankreich und Österreich bieten den Saatgutkonzernen weiterhin die Stirn und haben bestimmte gentechnisch veränderte Maissorten verboten, während deren Anbau in Deutschland durch den Landwirschaftsminister Horst Seehofer, unter großem Protest wieder erlaubt wurde. Besonders die einstigen LPGs, heute Agrargenossenschaften in den neuen Bundesländern, vorwiegend in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern, sind das bevorzugte Ziel von multinationalen Konzernen zur Verbreitung von GVOs, da sich die Gegenwehr der Bevölkerung im Gegensatz zu Westdeutschland in Grenzen hält. Von der in Deutschland mit Genmais bebauten Gesamtfläche von 4399 Hektar befinden sich allein derzeit 1993 Hektar in Brandenburg. Diese Fläche soll auf 3200 Hektar ansteigen. Und Berlin schläft. Die von der Bundesregierung festgelegten Mindestabstände der Anbauflächen bei Genmais von 150m zu konventionell und 300m zu ökologischen bewirtschafteten Feldern sowie 800m zu Naturschutzgebieten ist nur Augenwischerei. Aus Kanada ist bekannt, das sich Pollen durch Unwetter z.B. Tornados über 300km ausbreiten können. Das Bienen und Schmetterlinge Pollen übertragen und zwischen Öko - und Genpflanzen wohl kaum Unterschiede machen, dürfte wohl allen klar sein. Auf der einen Seite sorgt man sich um Vielfältigkeit der Arten, aber auf der anderen lässt man zu, dass durch die GVOs die alten heimischen Sorten verdrängt werden und Landwirte immer mehr gezwungen werden auf die Produkte der Agrarkonzerne zurückzugreifen. Ein Effekt der bewußt einkalkuliert ist?
Nachbaugebühren |
|
Kein Kommentar vorhanden !