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Sein Redaktion
Freitag
30. Juli |
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Kooperation mit der Evolution1. Kooperation
Während das alte, vom Darwinismus und Rationalismus geprägte Weltbild die Konkurrenz zwischen den Teilen eines Ganzen in den Mittelpunkt ihrer Untersuchungen stellte, stehen wir zu Beginn des 21. Jahrhunderts an einem Wendepunkt: In den Mittelpunkt der Forschung gerät mehr und mehr das Zusammenspiel der Teile im Ganzen, die Beziehungsstrukturen, Gesetze, Mechanismen der Kooperation, die das Leben auf dem Planeten Erde im Gleichgewicht halten.
Obwohl der Begriff der Kooperation fast allgegenwärtig ist, haben die neuen Erkenntnisse der modernen Wissenschaft in unserer Kultur noch keine Wurzeln geschlagen. Denn der Mythos der modernen Zivilisation widerspricht dem ganzheitlichen kooperativen Denken: Er betont immer noch das Primat der "Konkurrenz" als obersten Wert unserer Wahrnehmung, unseres Welt- und Menschenbildes.
2. Evolution
Damit verändert sich auch die Stellung des Menschen in der Evolution: Er ist nicht länger ein 'Irrtum der Evolution', sondern aktiver Gestalter eines Prozesses, dessen jüngstes Mitglied er ist. Diese Weltssicht basiert ursprünglich auf religiösen Überzeugungen und mythologischen Mustern, die den Mensch über die Natur, Männer über Frauen und Zivilisationen über traditionelle Kulturen stellte. Seit dem Frühkapitalismus wurde dieses Weltbild zum gesellschaftlichen Programm. Im 20. Jahrhundert wurde es nicht nur benutzt, um die Entstehung der Arten zu erklären, sondern auch um soziale Ungleichheit zu legitimieren, Apartheid, Krieg, Rassenwahn und Völkermorde zu legitimieren. Das moderne Verständnis von sozialen, ökologischen und lebenden biologischen Systemen macht inzwischen deutlich, daß das primäre Grundmuster der Evolution ein kooperatives Zusammenspiel aller Faktoren und Mitglieder des jeweiligen Systems miteinander ist. Konkurrenz findet zwar statt, steht aber immer im Kontext einer übergeordneten Kooperation, mit der sich die Systeme als Ganzes erhalten. Wir wissen heute, daß wir in einem evolutionären Universum leben, das sich ständig weiter ausdehnt und entwickelt. In diesem großen Rahmen gibt es eine physikalische, chemische, organische und biologische Evolution. Zudem gibt es bei intelligenten Organismen eine kulturelle Evolution, sowie einen evolutionären Prozeß ihrer Sozial- und Gesellschaftssysteme.
3. Kooperation mit der Evolution
Das schlägt sich in globalem wirtschaftlichem Wettbewerb nieder, in sozialen, kulturellen und zwischenmenschlichen Konflikten und in dem Sieg der Stärkeren über die Schwachen. Statt die Welt als vernetzten Organismus wahrzunehmen, wird sie als Maschine verstanden, deren Teile sich beliebig trennen, benutzen und manipulieren lassen. Der Mensch versteht sich nicht als Teil eines kreativen Ganzen, sondern immer mehr als hilfloses Opfer der Systeme, die er sich selbst geschaffen hat. Sein persönlicher Kontakt zur fließenden Kreativität, die die gesamte Schöpfung durchzieht, ist unterbrochen. Die meisten Menschen sind nicht in Kontakt mit ihrem kreativen Potential und nutzen ihre Fähigkeiten im wesentlichen dazu, um im wirtschaftlichen Wettbewerb zu überleben und persönliche Vorteile zu erzielen. Dies führt nicht nur zu einem verbreiteten Sinnverlust, sondern auch zunehmend zu ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen, die das Überleben der Menschheit in Frage stellen. Das neue Verständnis des Evolutionsbegriffs macht grundlegende Veränderungen im Weltbild der Gegenwart, im Selbstbild des Menschen und in der Art nötig, wie Menschen ihr Zusammenleben und ihren Austausch mit der Natur organisieren. Um das Leben entsprechend eines "Kooperativen Weltbildes" zu organisieren, muß der Mensch beginnen, mit der Evolution zu kooperieren.
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BilderFungus: MidgleyDJ / Wikimedia
Autoren Info
Geseko von Lüpke / Monika Sauer-Sachtleben Das Forschungsprojekt "Kooperation mit der Evolution" beruht auf der praktischen Erfahrung, daß diese Kooperation möglich ist. Das Projekt entstand auf Initiative des Erfinders und Unternehmers Dr. Ing. Hans Sauer, der in seinem Leben (1923 - 1996) diesen schöpferischen Ansatz erforschte und erfolgreich praktizierte. Buch
Kooperation mit der Evolutionvon Monika Sauer-Sachtleben, Geseko von Lüpke Gebundene Ausgabe: 534 Seiten ISBN-10: 3424014737
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