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Sein Redaktion
Mittwoch
10. März |
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Wer nützt der Gesellschaft wirklich?Welche Arbeit trägt zum Wohlstand der Gesellschaft bei, welche nicht? Eine britische Studie stellt Großverdienern ein schlechtes Zeugnis aus.Nach einer Studie britischer Ökonomen sind Niedriglohnempfänger, wie Raumpflegekräfte, Müllmänner und Kinderbetreuer für unsere Gesellschaft kostbarer und effektiver als hoch bezahlte Banker oder Steuerberater. Dagegen macht sich der soziale Wert von Arbeitskräften im Niedriglohnsektor sehr positiv bemerkbar: Jedes Pfund, das ein Arbeiter der Müllabfuhr erhält, kommt der Allgemeinheit mit 12 Pfund zugute. Außerdem trägt ihre Arbeit zur Einsparung von Emissionen durch Wiederverwertung und zur Verringerung des Rohstoffverbrauchs bei. Die Funktion von Reinigungskräften im Krankenhaus als wichtiger Teil unseres Gesundheitssystems wird häufig unterschätzt und abgewertet durch die geringfügige Bezahlung und die geringe gesellschaftliche Anerkennung. Für jedes Pfund, das sie erhalten, erwirtschaften sie einen Gegenwert von mehr als zehn Pfund als gesellschaftlicher Nutzen, ebenso Kinderbetreuer/-innen, die mit ihrer Dienstleistung bei jedem verdienten Pfund sieben bis neuneinhalb Pfund über ihren Eigenverdienst hinaus für das Allgemeinwohl generieren. Dagegen führen die häufig fehlschlagenden Spekulationen hoch bezahlter Banker zu großem volkswirtschaftlichen Schaden. Fazit: Großverdiener nutzen der Gesellschaft offenbar am wenigsten, während die niedrig bezahlten Berufsgruppen den höchsten Nutzen für das Wohl der Gemeinschaft hervorbringen. So deutlich erscheint also das Ungleichgewicht in der Lohnverteilung. An dieser Stelle stellt sich die Frage, zu welchem Preis sich die Gesellschaft solche Banker und Steuerberater noch leisten will? Doch bleiben wir bei uns: Was könnte dieser Befund für jeden von uns bedeuten?
Dienst für das Ganze
Doch was bringt es uns, mit dem Zeigefinger auf schlechte Zustände in der Außenwelt zu weisen? Sagt uns nicht eine metaphysische Weisheit, dass wir das Außen in uns erkennen dürfen, vielleicht in anderen Bereichen, in anderem Ausmaß? Die genannten „Banker" können nur in der beschriebenen Weise handeln, wenn alle „mitspielen", seien es nun Großinvestoren oder private Kleinanleger, die sich mit ihrem angelegten Geld möglichst hohe Gewinne erhoffen und ebenfalls spekulieren. Käthe Kollwitz sagte einmal: „Wenn jeder vor seiner eigenen Türe kehrte, wäre überall gekehrt." Also packen wir's an - und jeder fängt bei sich selbst an!
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Leser Kommentare:
Am 11. Feb 2010 geschrieben von Eramo
Natürlich hat Kollwitz recht: ein jeder kehr vor seiner Tür... Jedoch sind die gierigen Banker nicht auf gierige Kleinanleger angewiesen. Denn das Geld kontrolliert die Wirtschaft und hat bisher noch jeden Kampf gegen die Produzenten (Arbeiter und Unternehmer) gewonnen. Und: alle Haushaltsposten sind variabel und können gekürzt werden, außer einem, dem Zinsendienst. Und dieser Haushaltsposten wächst von Jahr zu Jahr, um ausschließlich dem reichsten Zehntel der Haushalte zugute zu kommen. Nach der nächsten globalen Bewußtseinsmutation werden wir ein Geldsystem haben, welches nicht mehr in der Lage ist, Knappheitsmentalität und Gier als Emotionen auf den Mensch zu übertragen. Dann gibt es automatisch 90% weniger gierige Kleinanleger.
Am 10. Feb 2010 geschrieben von bo
Hallo Anna,
Danke für die Infos.
Grundsätzlich gefällt mir Dein Ansatz, dass Du den Leser immer wieder dazu aufforderst im Denken bei sich selbst zu bleiben.
Ich hab mir aber zudem vorgestellt, dass diejenigen, die bei sich "gekehrt" haben, sich auch wehren dürfen und damit nach Außen gehen sollten.
Ich hab mir nämlich vorgestellt, dass mein Nachbar (angenommen er hätte den Geist eines Bankers) vor seiner Tür kehrt, indem er es zu seinen Nachbarn hin kehrt - um schließlich auch etwas von seiner Arbeit einzusparen. Als einer seiner Nachbarn, würde er mir damit zusätzliche Arbeit bereiten (und ich denke, genau dieses möchte die britische Untersuchung aufzeigen).
Wenn man nämlich noch bedenkt, mit wie vielen solch ein Banker - bei dem Kapital, das er erwirtschaftet - sozial gesehen Nachbar ist, bekommt man einen Eindruck vom Ausmaß der gesellschaftlichen Schulden, die solche Menschen auslösen. D.h. vor wie vielen fremden Türen sie ihren Müll abladen!
Wenn wir uns selbst das Recht absprechen würden uns wehren zu dürfen, würden wir Sysiphus ähnlich immer wieder vor unserer Tür fegen können, denn es wäre, aufgrund weniger Nachbarn, nie sauber dort.
Denjenigen, die uns verletzen, sollten wir die Mittel dazu aus der Hand nehmen und ihnen adäquate Mittel an die Hand geben. Wir haben ein natürliches Recht dazu.
Daher plädiere ich dafür, dass wir uns endlich daran erinnern, dass wir nicht bloß Nachbarn sind, sondern eigentlich von der selben Spezies und damit Familie. Dann können wir auch gestärkt und gegenseitig unterstützt die großen Veränderungen auch außerhalb der eigenen Haustür angehen, die nötig sind, um friedvoll und gerecht aufeinander zu schauen.
In Kurz:
Wir sollten das erst-bei-sich-Reine-machen nicht verwechseln mit einem selbstzufriedenen und einem sozial blinden Hinnehmen und Erdulden verwechseln.
Nein, im Gegenteil bin ich der Ansicht, dass wir aktiv am Sozialen teilnehmen müssen und nicht bloß zu Veränderungen anregen sollten, sondern diese auch aktiv durchführen.
Schöne Zeit.