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Forscher fordern: Delfine müssen dem Menschen ethisch gleichgestellt werden

Nicht Affen, sondern Delfine sind neuen Forschungserkenntnissen zufolge die intelligentesten irdischen Lebewesen nach dem Menschen. Nun fordern Forscher der Emory University in Atlanta, dass endlich die Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen gezogen werden und die Meeressäuger dem Menschen ethisch gleichgestellt werden. Delfine sollten nach Meinung der Meeresbiologen als "nicht-menschliche Personen" anerkannt werden und ähnliche moralische Rechte besitzen.

 

Delfine sind Personen

intellient DelfineDie körperliche Ähnlichkeit und die Evolutionslehre haben Forscher lange Zeit dazu verführt, Affen für die intelligentesten Vertreter des Tierreichs zu halten. Im direkten Vergleich mit Delfinen hat sich jedoch gezeigt, dass die gutherzigen Wasser-Akrobaten eindeutig die intelligentere Spezies sind. Verhaltensstudien mit Delfinen haben zweifelsfrei belegt, das Delfine eigenständige Persönlichkeiten besitzen, über ein starkes Ich-Gefühl verfügen und in die Zukunft vorausplanen können. Außerdem sind sie ausgesprochen kulturelle Lebewesen und ihr Sozialverhalten ist in Bezug auf Kommunikation und Emotionen dem des Menschen erstaunlich ähnlich.

Erstaunlich sind auch die kulturellen Fähigkeiten der Tiere: Sie können einfache Symbolsprachen erlernen, leben in komplexen sozialen Strukturen und verfügen über sehr differenzierte Emotionen. Delfine sind außerdem eine der wenigen Tierarten, die voneinander lernen und sich sozusagen gegenseitig unterrichten - immer wieder bringen zum Beispiel aus der Gefangenschaft entlassene Tiere ihren Artgenossen Delfinarium-Tricks bei. So kam es zum Beispiel schon dazu, dass ganze Delfin-Populationen plötzlich begannen, auf ihren Schwanzflossen zu laufen.

 

Dem Menschen ähnlich

Delfine SozialverhaltenAuch biologisch sind Delfine dem Menschen sehr ähnlich - zumindest in Bezug auf das Gehirn.

"Die Neuroanatomie zeigt eine psychologische Verbindung zwischen Menschen und Delfinen und dies bringt grundlegende Konsequenzen für das ethische Verhalten des Menschen gegenüber den Delfinen mit sich", so Zoologin Lori Marino von der "Emoy University" in Atlanta.

Die Verhältnisse des Gehirns zur Körpermasse, sowie der Aufbau des Gehirns zeigen frappierende Ähnlichkeit zum menschlichen Denkorgan auf, auch wenn sich das Gehirn der Delfine auf einem anderen evolutionären Pfad entwickelt hat. Besonders die kompliziert gewundenen Falten, die sich sowohl bei Menschen als auch bei Delfinen finden lassen, gelten als bilogische Grundlage höherer Intelligenz.

 

Keine weiteren Misshandlungen

Auch Ethik-Professor Thomas White von der Loyola Marymount University, Los Angeles, teilt Marinos Ansichten:

"Die wissenschaftlichen Erkenntnisse legen nahe, dass Delfine "nicht-menschliche Personen" sind, die würdig sind, den moralischen Stand von Individuen innezuhaben."

Daher ist es moralisch inakzeptabel, dass derartig sensible und intelligente Lebewesen zur Belustigung der Massen in Delfinarien gequält, oder gar als Nahrungsmittel getötet werden.

Nicht nur in Hinblick auf die Delfine muss der Mensch endlich begreifen, dass die Trennung zwischen Mensch und Tier eine künstliche ist, und viele unserer Planeten-Mitbewohner die gleichen Rechte haben wie wir. Nicht nur die Würde des Menschen ist unantastbar, sondern die des denkenden und fühlenden Lebens überhaupt.

 

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Bilder

Delfin: Shawn Lea / Wikimedia

Delfin-Gruppe: Public Domain / Wikimedia

 

Autoren Info

David Rotter / Sein-Online




Leser Kommentare:


Am 12. März. 2012 geschrieben von DF2K2

Wenn du Leben nicht mehr qualitatuiv differenzierst, und es auf seine oder eine bloße Reproduzierbarkeit herabstufst (damit seine Lebensweise ignorierst), hast du schon keinen gescheiten Blick mehr für die Welt. Pflanzlichen Leben den selben Respekt zu zollen wie bspw dem tierischen ist völliger Unfug. Letztlich bleibe dir mit solchen Ansichten nur noch der Selbstmord, deine Grundlegenden körperlichen Prozesse erfordern leider Vernichtung von "Leben", dein ganzer Darm ist damit ein Massengrab, zudem musst du auch Energie zu dir nehmen, dafür brauchst du schon wenigstens Pflanzen. Die lebendige Existen basiert schlichtweg darauf, dass ein Wesen ein anderes assimiliert... Erst hierdurch entsteht diese Reproduzierbarkeit des Lebens, allein durch diesen Prozess.
Der Mensch hat im Übrigen auch nicht seine Intelligenz missbraucht, die Natur verfolgt kein Ziel, die Evolution wird zum Ergebnis zufälliger Bedingungen, das Resultat hat weder Zweck noch Pflicht irgendetwas zu tun... gerade darauf basiert das natürliche Gleichgewicht, dass sich selbst entwickelt und einpegelt, es ist ein dynamischer Zustand, kein Fester. Demnach ist der Mensch auch nur sich selbst etwas schuldig, und nur aus diesem Grund, dem Selbsterhalt wegen, wird es (nur für ihn) sinnvoll seine Lebensgrundlage zu erhalten und nicht zu vernichten, ansonsten stirbt er aus. Hieraus erwächst auch der einzig vernünftige Grund Ökosysteme zu erhalten, und nicht weil ihm irgend ein Tier leid tu oder es niedlich ist...


Am 23. Juni. 2011 geschrieben von aiguavive

Es ist ganz egal, ob Tiere oder Pflanzen etc. uns ähnlich sind. Alle lebenden Systeme verdienen denselben Respekt. Wir Menschen müssen unseren Platz erst finden innerhalb dieser Systeme. Nicht eines ist wichtiger als das andere. Der Mensch steht nicht höher als andere. Er hat leider seine Intelligenz missbraucht. Vielleicht schaffen wir es in einem weiteren Evolutionsprozess unseren Platz in der Natur zu finden, ohne andere Systeme zu missbrauchen und auszubeuten.



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