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Illegaler Gen-Leinsamen in Brötchen und Müsli

genmanipulierte LeinsaatIn Brötchen, Müsli, Backmischungen sowie in ganzen und geschroteten Leinsamen haben Lebensmittelforscher vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg illegalen, gentechnisch veränderten Leinsamen nachgewiesen. Die betroffenen Produkte sind am 9. September stichprobenartig in Märkten von Edeka, REWE, Rossmann und Schlecker in Hamburg gekauft und von einem Speziallabor untersucht worden. 16 der 41 vom Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Freiburg im Groß- und Einzelhandel genommenen Proben enthielten die gentechnisch veränderte Leinsamen-Sorte «CDC Triffit». Die Körner stammen offenbar aus Kanada, doch ihr kommerzieller Anbau ist auch dort bereits seit 2001 verboten.

Der gefundene Gen-Lein ist in der EU weder zum Anbau noch als Lebensmittel zugelassen. Greenpeace hat die Hersteller und Supermärkte über die Verunreinigungen informiert. Die Supermärkte müssen die illegalen Gen-Produkte sofort aus den Regalen nehmen und durch Kontrollen sicherstellen, dass die Verbraucher vor Verunreinigungen geschützt werden.

 

"Friedliche Koextistenz" nicht möglich

"Mit ungeprüften, illegalen Gen-Leinsamen in Brötchen und Müsli werden wir Verbraucher zu Versuchskaninchen gemacht", kritisiert Stefanie Hundsdorfer, Gentechnikexpertin von Greenpeace. "Einmal in die Natur freigesetzt, verbreiten sich Gen-Pflanzen unkontrolliert. Dieser Fund zeigt, dass unsere Lebensmittel nur dann frei von Gentechnik bleiben, wenn der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen weltweit verboten wird. Es ist vollkommen unklar, wie lange unsere Lebensmittel schon verunreinigt sind."

Immer wieder tauchen in Deutschland oder anderswo in Europa gentechnisch veränderte Pflanzen im Handel auf, die nicht zugelassen sind - ob das Reis, Soja oder, wie in diesem Fall, Leinsamen ist. Die von der EU-Kommission und der Bundesregierung versprochene "Koexistenz" von herkömmlicher und gentechnisch veränderter Land- und Lebensmittelwirtschaft funktioniert also ganz offensichtlich nicht.

Die entdeckte Gen-Leinsaat (FP967/CDC Triffid) enthält ein Resistenz-Gen gegen das Antibiotikum Kanamycin. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Resistenz auf Bakterien übertragen wird. Eine solche Übertragung gefährdet die Wirksamkeit des Antibiotikums auch beim Menschen

Allein im Jahr 2006 wurden 600.000 Tonnen Leinsamen in die EU importiert, rund 70 Prozent davon aus Kanada. Greenpeace geht davon aus, dass der Leinsamen auch in anderen europäischen Ländern illegal auf den Lebensmittelmarkt gelangt ist. Auch die Politiker zeigen sich besorgt: Der Landesagrarminister in Baden-Württemberg, Peter Hauk (CDU)informierte die Europäische Union von dem Vorfall. Bundeslandwirtschaftministerin Ilse Aigner (CSU) forderte, dass alle Produkte, die Gen-Leinsamen enthalten so schnell wie möglich aus dem Handel genommen werden.

Bereits im Jahr 2006 hatte Greenpeace den illegalen Verkauf von Gen-Reis (LL601) des Konzerns Bayer in Deutschland aufgedeckt. Der Gen-Reis verbreitete sich unkontrolliert in Europa, Afrika, Asien und Amerika und verursachte weltweit einen wirtschaftlichen Schaden von eine Milliarde US-Dollar.

 



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