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Firma will für den US-Kongress kandidieren

Nachdem der amerikanische Supreme Court entschieden hat, dass die millionenschweren Spenden großer US-Konzerne für die Wahlkämpfe einzelner Politiker durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt sind, holt die Firma Murray Hill Incorporated nun zum ironischen Gegenschlag aus und kündigt an, gleich direkt für den US-Kongress kandidieren zu wollen - als Firma wohlbemerkt.

Die Verfassungs-Entscheidung der US-Richter brachte zwei höchst umstrittene Rechtsauslegungen mit sich. Zum Einen stellten die Richter fest, dass Firmen die gleichen Rechte wie Personen besitzen, und zum Zweiten definierten sie Geldspenden als eine Form der Meinungsäußerung und politischen Teilhabe.


"Die beste Demokratie, die man mit Geld kaufen kann"

Diese Steilvorlage verarbeitete Murray Hill Incorporated nun in einem Wahl-Werbespot. Denn wenn Firmen die gleichen Grundrechte wie Personen haben - dann dürfen sie auch für den Kongress kandidieren.

Im Wahlspot verkündet die Firma, dass sie nach der Entscheidung des US-Supreme-Court nun den "nächsten Schritt" der Demokratie tun wird: Bisher mussten Firmen durch komplizierte Verfahren und Lobbyisten Einfluss auf die Politik nehmen - nun wäre es Zeit, dass sie selbst das Steuer übernehmen.

"Es ist unsere Demokratie - Wir haben sie gekauft, wir haben sie bezahlt, wir werden sie behalten." Murray Hill Incorporated verspricht, seinen Wählern die beste Demokratie zu bescheren, "die man mit Geld kaufen kann". Eine Demokratie des "aufgeklärten Eigennutzens", die "Profit an erste Stelle setzt".

 

Hier ist der Wahlspot.

 

Hier geht es zur Webseite des neuen Kandidaten.

 


Bild:  Kevin McCoy

 

Leser Kommentare:


Am 24. März. 2010 geschrieben von maddooh

Wow.

Wann werden juristische Personen über natürliche gestellt?
Wann gibt es ein Unternehmenstrafgesetz?
Wann gibt es ein Unternehmenscheidungsgesetz?

ich glaube uns braucht man nicht mehr.Steuern können auch elektronisch generiert werden.

Wow.
Wow.
Wow.


Am 09. Februar. 2010 geschrieben von ReiHe44

Na prächtig,
jetzt kann man auch die letzten moralischen Feigenblätter fallen lassen.
Da eine Firma ja keine Mitglied der menschlichen Gesellschaft ist, braucht
man keinerlei Gewissensbisse mehr zu haben. Das ist wohl die Perversion
von Humanität, Freiheit und allen sonstigen "westlichen Werten".
Schöne neue Zukunft - sicher ganz im Sinne auch von INSM.



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