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Demokratie in Aktion: Island lässt das Volk über Staatsschulden entscheiden
Von einer derart wörtlichen Auslegung des Begriffs Demokratie (Volksherrschaft) hält man ein Europa allerdings sonst nicht mehr viel - entsprechend drastisch fielen auch die Reaktionen aus: Großbritannien und Holland beispielsweise drohten umgehend, dass Island von der EU ausgeschlossen werde, Ratingagenturen deklarierten die isländischen Staatsschulden per sofort zu Ramschpapieren und es kursierten Gerüchte, der IWF würde die Zusammenarbeit mit Island beenden.
Lektion in DemokratieDie Reaktion des isländischen Präsidenten lies nicht lange auf sich warten, gegenüber der britischen Financial Times konterte er scharfzüngig: Er betonte zudem, dass es keineswegs darum ginge, die Rückzahlung der Schulden an sich in Frage zu stellen, sondern nur darum, das "Wie" dieser Rückzahlung demokratisch zu klären. In einer offiziellen Erklärung gab er den europäischen Kollegen ein wenig Nachhilfe in Sachen isländischer Demokratie: "Grundstein der verfassungsmäßigen Struktur der Republik Island ist es, dass das Volk der höchste Richter über die Gültigkeit des Gesetzes ist. Gemäß Verfassung, die bei der Gründung der Republik 1944 verabschiedet wurde und der in einem Referendum über 90% des Volkes zustimmten, wurde die Macht, die früher beim Althing und beim König lagen, auf das Volk übertragen. Es ist daher die Verantwortung des Präsidenten der Republik, sicherzustellen, dass das Volk von diesem Recht Gebrauch machen kann. [...]
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