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30. Juli

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WFG - Tag 1

Pünktlich zum Beginn des Wirtschaftsforums kam auch der Regen im Tollense Lebenspark an. Für die Gemeinschaft vor allem ein Grund zum Aufatmen - schließlich hatte es wochenlang nicht geregnet, und die Pflanzen im Park hatten das Wasser bitter nötig. Für die Besucher hieß es dadurch aber erstmal: Badehose im Koffer lassen und einen Pulli mehr überziehen, die Temperaturen waren nicht wirklich gemütlich.

Bei der Vorstellungsrunde wurde aber gleich klar, unter welchem Stern die Veranstaltung segelt: Die Stühle im aufgestellten Stuhlkreis reichten haargenau für die ca. 50 schon angereisten Teilnehmern (von über 300 angemeldeten Teilnehmern allein aus Gemeinschaften) - ohne das diese vorher abgezählt wurden. Ein Phänomen, dass sich auch in der Vorbereitung immer wieder gezeigt hatte: Irgendwie passte immer alles sehr knapp, aber genau. Die Einführung verlief dann kurz und bündig - selbst die Vorstellung des Open-Space-Konzepts  nahm kaum 10 Min. in Anspruch. Dann ging es auch schon los und die ersten Teilnehmer stellten ihre Arbeitsgruppen vor.

Die angebotenen Gruppen spiegelten sowohl Sinn und Zweck als auch die Bandbreite der Veranstaltung wieder: Irene Goikolea aus Spanien gab zum Beispiel einen Einblick in ihre Erfahrungen aus 15 Jahren Leben in Gemeinschaft und sprach dabei vor allem über die Transformation der eigenen Angst vor Nähe und Intimität und darüber, wie sich innere Konflikte auch immer wieder im Äußeren zeigen. Andere Gruppen sprachen über "materiellere" Themen wie wert- oder leistungsgedeckte Regionalwährungen, die Ausbildung einer "Gemeinschaft der Gemeinschaften" und das Konzept einer Internet-Plattform zu Vernetzung von Gemeinschaften und anderen Initiativen.

Besonders der Aspekt der Vernetzung der Gemeinschaften zu einem "Netzwerk gegenseitiger Hilfe" oder einer "solidarischen Ökonomie", schien ein großes Anliegen der Teilnehmer zu sein - gleich drei Veranstaltungen widmeten sich dem Thema. Dabei gab es zunächst Grundlagen zu klären und Visionen abzugleichen, die grundsätzlich Einigkeit über die Notwendigkeit dieses inneren und äußeren Schrittes lies sich jedoch aus fast allen Redebeiträgen heraushören. Die Systemkrise der Finanzwelt wurde in der Diskussion zwar als zusätzliche Motivation zu diesem Schritt genannt, jedoch auch betont, dass ein solches Netzwerk seinen Sinn aus sich selbst und nicht einer äußeren Bedrohung beziehen sollte. Der Wunsch den Raum und eine Infrastruktur zu schaffen, in denen sich eine neue Kultur, eine neue Bildung und eine neue Art zu wirtschaften herausbilden kann, wurde mehr als deutlich. Dies wird sicherlich noch in vielen Arbeitsgruppen Thema des Wirtschaftsforums sein - für den Donnerstag sind drei weitere Gruppen zum Thema schon angeboten.

Am Abend trafen dann noch zahlreiche weitere Teilnehmer ein - darunter auch ca. 20 Teilnehmer aus einer Gemeinschaft in Sibirien. Der Plan für den Donnerstag ist schon gut gefüllt: Energieautarkie, geschlossene Energie- und Stoffkreisläufe und demokratische Entscheidungsfindung sind nur ein Teil der neu angebotenen Themen und verheißen einen spannenden zweiten Tag.

Die Protokolle des Vortages sollen übrigens spätestens am nächsten Tag auf der Website des Forums öffentlich gemacht werden: http://wfg.integralnetwork.org/wfgo-uebersicht

 

 

 

 

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