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30. Juli |
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WFG - Tag 3
Natürlich war Geld dabei ein zentrales Thema: Ein Arbeitskreis zum Thema "Geldschöpfung und Bankenmacht" versuchte beispielsweise der Entstehung von Geld und den daraus resultierenden gesellschaftlichen Konsequenzen auf den Grund zu gehen. Eine weitere ging noch tiefer und versuchte die Absurdität des Besitzdenkens an sich zu beleuchten, wobei sich viele "Wahrheiten" über Geld und Besitz bei näherem Hinsehen als aberwitzige Ideen darstellten. Auch in den Gruppen zum Thema "gemeinschaftliche Ökonomie" und "bedingungsloses Grundeinkommen" wurde klar, dass es weniger praktische Gründe als vielmehr gesellschaftliche Konditionierungen und tief sitzende Ängste sind, welche die Menschen an der Umsetzung dieser Ideen hindern. Der Änderung der Verhältnisse muss also zunächst eine Veränderung des Denkens beim Einzelnen vorausgehen. Diese erfordert sowohl die Verbreitung von Informationen zu den Themen, als auch ein genaues Schauen auf das eigene Bewusstsein. Schließlich wurden auch praktische Alternativen aufgezeigt: Neue partizipative Konzepte für Unternehmen waren ebenso Thema der Arbeitsgruppen wie neue Organisationsstrukturen, die effektives Handeln sichern und trotzdem demokratische Entscheidungen ermöglichen. Das Lichtzentrum Wittenberg stellte seine Projekte vor, die ein eigenes Regionalgeld, einen eigenen Gesundheitsfond und eine Kooperationskasse umfassen. Dabei wurde vor allem aufgezeigt, welche Möglichkeiten das deutsche Vereins- und Stiftungsrecht für den Aufbau alternativer Strukturen bietet. Eine Gruppe, die regen Zuspruch fand, befasste sich mit dem Thema "Altersvorsorge in Gemeinschaften" und trug viele interessante Löungen der einzelnen Gemeinschaften zusammen. Besonders für ältere Menschen stellen Gemeinschaften eine menschlich und finanziell attraktive Alternative zu Altenheimen und ähnlichen "Verwahrungsanstalten" dar. Die Integration von Menschen, die erst in hohem Alter zur Gemenschaft stoßen, wurde allerdings von allen als nicht einfach angesehen. In der Abendrunde zeigte sich ein Mitglied des Sozialministeriums Mecklenburg-Vorpommern begeistert über die Dynamik der Veranstaltung und zog Vergleiche zu ähnlichen Bewegungen in der DDR der 80er Jahre. Dort hätte auch niemand mit den enormen Umwälzungen gerechnet, die sich Ende der 80er ereigneten und möglicherweise stünden wieder ähnliche Ereignisse bevor. Den Gemeinschaften könne dabei eine immer größere gesellschaftliche Verantwortung zukommen, denn die enorme Anzahl an Gemeinschaften, die sich derzeit deutschland- und europaweit bilden und das ebenfalls stetig wachsende Interesse an dieser Art zu leben, ließen eine klare Entwicklung erkennen. Es sei jetzt die Aufgabe "Raum zu schaffen und zu halten" um die Menschen auch aufnehmen zu können. Aus der Runde kam mehrfach der dringende Apell, endlich vom Reden ins Handeln zu kommen und an einem Strang zu ziehen. Es wurde betont, dass sich bloß zu vernetzen nicht mehr ausreiche - allein das gemeinsame Handeln könne die Gesellschaft verändern. Zur Abwehr allzu eifriger Netzwerker wurde scherzhaft die Gegenfrage "Welcher Knoten bist Du?" anempfohlen.
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