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Musik und harmonische Klänge beeinflussen alle Ebenen menschlicher Existenz. Sie bildet daher auch einen wichtigen Bestandteil von Ayurveda, der uralten ganzheitlichen Wissenschaft des Lebens. Wie diese Musiktherapie genau funktioniert, erklärt Sanjay També.

 

Kann Musik wirklich heilsam sein? Man weiß zumindest, dass im Laufe der Menschheitsgeschichte die alten Weisen und Heiligen auf der ganzen Welt spirituelle Lieder und Mantren komponiert haben, um sie für heilende Zwecke einzusetzen.

Die uralte Lehre des Nada Brahmā (Sanskrit: Nada = Klang, Brahma = Welt) ist einigen vielleicht nur als Meditationstechnik bekannt. Dr. Shri Balaji També, ein weltweit anerkannter Experte für Ayurveda und Leiter der Kurklinik „Santulan Village“ in West-Indien, bezieht sie schon seit langer Zeit auch in die ganzheitliche Behandlung seiner Patienten ein. Er hat eine große Bandbreite heilender Musik für die verschiedensten Anlässe komponiert, damit man diese Klänge auch im täglichen Leben genießen und so inneres Gleichgewicht und geistigen Frieden erhalten kann.

 

Kosmische Energien – manifestiert im Klang

Diese Klänge basieren auf umfangreichen Forschungen über die therapeutischen Auswirkungen der verschiedenen Ragas (Notenfolgen). In Kombination mit speziell ausgewählten Rhythmen und Texten entfalten sie eine besondere Heilwirkung. Denn diese Musik vermag eine Harmonisierung der fünf Elemente (Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum), der drei Doshas (Vata, Pitta und Kapha) und der Chakren (Energiezentren) im Körper zu bewirken. Er selbst schreibt hierzu: „Die kosmische Energie manifestiert sich als Zeit und Raum und durchdringt die Elemente bis hin zum Erdelement. Dem Klang als Produkt des Raumes sind daher keine Grenzen gesetzt und er ist ein ausgezeichnetes Medium für jede Art von Energiearbeit. Da alle Töne und Klänge Manifestationen verschiedener Energien und Wellenlängen sind, überrascht es nicht, dass Musik die Fähigkeit besitzt, sowohl destruktiv als auch kreativ zu wirken.“

 

Die menschliche Stimme als Medizin?

Die menschliche Stimme wird hierbei als vielseitiges und wirkungsvolles Instrument eingesetzt. Die uralten vedischen Rituale und spirituellen Gesänge sind ursprünglich auch hierauf aufgebaut und werden in Form von Mantren heute noch so angewendet. Im Laufe seiner Forschungen entdeckte Dr. Shri Balaji També, dass eine Trennung von Musik und Gebeten stattgefunden hatte. Über die Jahrhunderte hinweg wurden die Rituale zu einer rein religiösen Praxis, und der gesundheitliche Aspekt der Schwingungen und Klänge der ausgesprochenen Textbestandteile ging dabei verloren.

Dabei stehen die phonetischen Lautfolgen, die im Text der Mantren verwendet werden, in Verbindung mit verschiedenen Organen und Meridianen des menschlichen Körpers. Sie sind daher imstande, tiefere Ebenen des Bewusstseins zu erreichen und eine positive Veränderung im menschlichen Organismus herbeizuführen. Dem Gesang kommt dabei eine überragende Rolle zu. Denn nur die Stimme wird von einem lebendigen Organismus – mit Hilfe seiner Energiemeridiane und komplizierter biochemischer Vorgänge – produziert.

Dr. Shri Balaji També zufolge ist es also der Gesang, welcher der Musik – in Kombination mit heiligen Texten – zu ihrer ganzheitlichen und heilenden Wirkung auf Körper, Geist und Seele verhilft und sie zu einer idealen Ergänzung für die Behandlung vieler schwerer Erkrankungen macht.

 


Grobe Gliederung der ayurvedischen Musik

Bhajans: Dank ihrer Kombination aus speziellen Melodien und Texten helfen diese gesungenen Gebete die Stimmung zu heben und wirken inspirierend.

Stotras: Die uralten lyrischen Texte der Stotras sind ähnlich gebaut wie Computerprogramme: Es wird eine genau definierte Ton- und Sprachfolge angewendet. Sowohl die phonetischen Laute als auch die Noten, in denen sie gesungen werden, haben großen Einfluss auf den Ausgleich der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha und sollen so eine besondere heilende Wirkung haben.

Meditation: Das Singen und Hören von einsilbigen „Bija-„Mantren, wie dem (Ur-)Mantra „AUM“, kann einen äußerst wirkungsvollen Heileffekt mit sich bringen. Gemäß der alten indischen Philosophie ist die Lautfolge „AUM“ die ursprünglichste Schwingung, die die Entstehung des Universums symbolisiert. Meditation und Singen von „AUM“ hilft dem Einzelnen dabei, seine Grenzen zu überschreiten und sich auf sein Selbst einzustimmen, was in der ayurvedischen Heilkunst große Wichtigkeit besitzt.

Yoga Nidra: Musik zur Erzielung einer tiefen mentalen und körperlichen Entspannung, die zum Beispiel bei Schlafstörungen, Stresssymptomen, Diabetes, erhöhtem Blutdruck und Herzerkrankungen helfen kann. Texte und Kompositionen bei dieser Form von Musik basieren auf Ragas, die Geist und Seele in einen entspannten Zustand versetzen können.

 

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