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Ein echtes Highlight im Berliner Sommer ist das große bunte Yogafestival an den Ufern der Havel – für viele das schönste Wochenende des Jahres. Dr. Isabell Lütkehaus sprach mit Stefan Datt, dem Mitbegründer des Festivals, über zehn Jahre spannender Erfahrungen.

 

Woher kam vor zehn Jahren die Idee, ein Yogafestival auf die Beine zu stellen?
Während ich sechs Jahre lang im Sivananda Ashram war, ist in Berlin ein Yoga-Boom ausgebrochen mit vielen neu eröffneten Yogaschulen, verschiedenen Stilen und einem gewissen Konkurrenzdenken untereinander. Ich dachte an eine Veranstaltung, wo sich alle gemeinsam an einem schönen Programm mit Musik und tollen Gastlehrern erfreuen könnten. Wenn man sich dann kennen lernt, sieht man doch, dass die anderen, die Kundalini-Yogis, die Bikram-Yogis und alle anderen, auch total nett sind und die Praxis nur eine Spur weit anders machen. Es ist ja derselbe Spirit, der alle begeistert. Und nach einer Anlaufzeit hat sich wirklich eine Yoga-Community gebildet: Man freut sich aufs jährliche Wiedersehen, aus der Distanz wurde Nähe, Unterstützung und Zusammenhalt, mit sehr gutem Einfluss auf die Stadt und darüber hinaus. Wenn Yogis sich zusammenschließen, haben sie eine große positive Kraft.

Was ist für dich das Besondere am Berliner Yogafestival?
Das Berliner Yogafestival war das erste dieser Art. Ich finde es schön, dass es inzwischen als Inspiration für Veranstaltungen an anderen Orten dient, denn Zusammenkünfte im Sinne des Yoga sind in jeder Hinsicht positiv. Bei uns ist die Atmosphäre besonders, weil wir von Anfang an eine höhere Intention als nur die Vermarktung von Yoga verfolgt haben. Diejenigen, die das Programm gestalten, sollen das wirklich gerne aus freiem Herzen machen, nicht nur wegen der Gage. Natürlich müssen Yogalehrer und Musiker auch überleben, aber einmal im Jahr schenkt jeder das, was er gut und gerne macht – eine gute Yogastunde, ein tolles Konzert. So ziehen alle an einem Strang, wo es nicht vordringlich um Geld geht, und die Eintrittsgelder können zur Freude der Besucher gering bleiben. Der Spirit gründet sich auf diese Liebe untereinander, das Schenken und Beschenktwerden. Auch die Gastsprecher sagen, der fröhliche liebevolle Umgang macht die Veranstaltung einzigartig. Dazu kommt der schöne Ort direkt am Ufer, und man kann dort übernachten – so entsteht eine richtige Festivalatmosphäre. Draußen Yoga praktizieren in dieser wunderschönen Umgebung mit all den Bäumen, mit dieser Freiheit im Sommer und mit großartigen Gastsprechern: Das bestimmt den Spirit des Festivals.

Woran erinnerst du dich besonders?
Es gab viele bewegende Momente. Sehr inspiriert hat mich zum Beispiel Dr. David Frawley, weil er ganz natürlich „mehr Sein als Schein“ verkörpert, auch unseren 100-jährigen Yogi aus Rishikesh fand ich toll. Es geht aber mehr um das Gefühl, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen. Für mich ist der größte Moment, wenn das Team zum Schluss gemeinsam feiert, alles ist gut gelaufen, man bedankt sich bei den Gästen fürs Dabeisein. Es ist so ein schönes Geben und Nehmen in diesem großartigen Team, das ist für mich eigentlich das Highlight.

Wer leistet die gesamte Arbeit rund um das Festival?
Wir haben etwa zehn Arbeitsgruppen, und Miriam Kretzschmar und ich koordinieren das mit den Gruppenleitern. Angefangen bei Stage-Organisation über Marketing bis hin zu den technischen Seiten sind das insgesamt 80 Leute.

Was erwartet uns zum Jubiläum?
Zum zehnten Jubiläum wollen wir richtig feiern, deshalb haben wir dieses Jahr ein irres Musikprogramm mit sehr guten Bands und Musikern. Wir haben auch einige der absoluten Highlights der Gastsprecher aus den letzten zehn Jahren wieder eingeladen. Außerdem kommt Pujayi Swami Chidanand, der als moderner Yogameister mit vielen Anhängern in Indien einen fast schon politischen Einfluss ausübt. Yogis wirken eigentlich nicht direkt auf die Gesellschaft ein, aber er hält die Politik Indiens für zu korrupt, als dass wirklich Positives zur Lösung der Probleme zu erwarten sei. Daher trommelt er die spirituellen Energien zusammen, damit sie in die Politik einfließen können. Er sagt: die Yogis müssen beginnen, nicht nur den Schöpfer zu verehren, sondern auch seine Schöpfung zu erhalten. Wir unterstützen seine fortschrittlichen Ideen und freuen uns auf seine wunderbaren Vorträge und seinen Gesang, wenn er dann zum ersten Mal nach Deutschland kommt.


Abb: © Stefan Datt

Eine Antwort

  1. Bernd
    Termin?

    Wann findet denn das Yogafestival statt? Das steht gar nicht im Artikel!

    Antworten

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