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Die letzten Jahre schienen mir alle eine sehr deutliche Zeitqualität, ein Thema zu haben – etwas, dass ich vielleicht früher einfach nicht wahrgenommen habe. Für 2012 habe ich mehrfach ein sehr deutliches Bild bekommen: das einer Brücke. Ich war sehr erstaunt, als mir gleich drei andere Menschen unabhängig erzählten, sie hätten dieses Bild ebenso in Träumen oder Visionen bekommen. 

Gleichzeitig war es mein Gefühl, dass es keine einfache Zeit sein wird und eine Art Teilung, in der noch deutlicher all das aussortiert wird, was nicht mehr in unsere persönliche und gemeinsame Welt gehört. Eine Zeit, in der sich die Spreu noch deutlicher vom Weizen trennt, alte Strukturen und Systeme für alle als solche zu erkennen sind.

Umso erstaunter war ich, als ich in einem Newsletter von Wirtschaftsanalysten Folgendes lesen konnte:

„Wir haben das Jahr 2011 das Jahr genannt, das keine Gnade kennt. Denn in seinem Verlauf würden die Illusionen all derer verpuffen, die glaubten, dass die Krise unter Kontrolle wäre und dass sie bald wieder wie vor der Krise in aller Ruhe ihren „Geschäften“ nachgehen könnten, als ob nichts gewesen wäre. […] Diese Tendenz wird sich natürlich 2012 fortsetzen, […] Aber 2012 und insbesondere seine zweite Hälfte wird auch das Jahr sein, in dem die Kräfte und Akteure auf den Plan treten, die 2013 und in den folgenden Jahren den Aufbau eines neuen internationalen Systems in Angriff nehmen, in dem die Hoffnungen der Menschen und die Machtverhältnisse des 21. Jahrhunderts verkörpert sind […]. Insofern wird 2012 das Jahr des Übergangs zwischen der Welt von Gestern, der Welt vor der Krise, und der Welt von Morgen. Es wird ein Jahr einer Zeitenwende sein, in dem das Schlimmste und das Beste aufeinandertreffen werden.“

Eine interessante Sichtweise von Wirtschaftsanalysten, die mit wenigen Änderungen fast wörtlich von einer spirituellen Quelle hätte stammen können.

Die unsichtbare Brücke

Das Besondere an dieser Brücke scheint mir zu sein, dass wir weder die andere Seite klar sehen können, noch die Brücke selbst. Es gibt eine Szene in einem Indiana-Jones-Film, die dies sehr gut in ein Bild fasst. Indiana Jones (nicht lachen!) ist auf der Suche nach dem heiligen Gral und kommt an eine unglaublich tiefe Schlucht, die es zu überqueren gilt. Er weiß nicht genau, was ihn auf der anderen Seite erwartet, aber es weiß, dass der einzige Weg, die Schlucht zu überqueren der ist, voller Vertrauen den Schritt ins das Nichts des Abgrunds zu wagen. Mit allem Mut tut er diesen Schritt und die Brücke bildet sich beim Gehen unter seinen Füßen.

Ich denke, dieses Bild könnte in mancher Hinsicht gut auf das Jahr 2012 passen, aber auch generell für viele Phasen des spirituellen Weges. Es fühlt sich schon jetzt manches in meinem Leben so an, wie der Schritt ins Unbekannte. Oftmals scheint es kein vorsichtiges Fühlen mit dem Fuß mehr zu geben – die Brücke bildet sich erst, wenn ich loslasse.

Wie ist das, auf einem schalen Grat über dem Abgrund zu balancieren. Versucht man, umzukehren, weil es zu unheimlich wird? Oder gibt es gar ein Gefühl von Glück, weil wir endlich das Alte loslassen können?

Loslassen

Ich denke, es dürfte die Bereitschaft zum Vertrauen und Loslassen sein, die maßgeblich mitbestimmt, was dies für ein Jahr wird. Werden die Eliten noch weiter versuchen, ein altes System am Leben zu erhalten, vielleicht durch einen großen Krieg im Iran? Wird es noch zu Bürgerkriegen kommen, auch hier bei uns, wie es in Griechenland fast schon der Fall ist? Manchmal scheint es so. Und werden wir, jeder Einzelne von uns, dieses System weiter durch unser Handeln und unser Bewusstsein unterstützen und ermöglichen? Obwohl so viele von uns fühlen und wissen, dass es so anders sein könnte?

Ich bin mir sicher, dass wir tief in die Fratze des menschlichen Unterbewussten blicken werden, sowohl individuell, als auch kollektiv und das dieses Jahr kein Spaziergang sein wird. Dieser Blick ist vielleicht nötig, um diese Schatten zu integrieren. Aber ich habe auch selten soviel Potenzial in der Luft gefühlt – den Hype um den Maya-Kalender hin oder her.

Und auch wenn es für viele Menschen vielleicht realitätsfern erscheint, gibt es in mir ein Gefühl, dass der Wandel schlicht unausweichlich ist, dass es längst entschieden ist. Aber die Kruste aus alten Strukturen sitzt noch fest und starr um den ganzen Planeten – selbst wenn die Energien, die sie gehalten haben, bereits schwinden, muss sie doch immer noch aufgebrochen werden. Ich glaube schon, dass wir in sehr schnellen Zeiten leben, aber wie im persönlichen Bereich, braucht es oft Zeit, solche Krusten behutsam aufzulösen, wenn man unangenehme Schocks vermeiden möchte. Vielleicht leben wir noch einige Zeit wie auf einer Brücke, während sich die Sprösslinge der neuen Zeit langsam ihren Weg durch den Asphalt der Vergangenheit bohren.

Der Ort, an dem diese Kruste am Dringlichsten aufzulösen ist, ist wohl in unserem eigenen Bewusstsein. Denn auch wenn man viel auf das System und die Verhältnisse schimpfen mag, beobachte ich an mir, dass ich oft mein schlimmster Gefängniswärter bin. Zeit, alle Zellen aufzuschließen, die Vögel aus den Käfigen und das Zeug aus dem Keller zu lassen und alles zu sein, was wir sind.

Vielleicht stehen gerade jetzt Millionen von Menschen vor ihrer ganz persönlichen, inneren Schlucht, noch zögernd, ängstlich und unentschlossen. Und vielleicht werden im Laufe dieses Jahres immer mehr von ihnen den Schritt wagen und die innere Brücke finden. Während wir dann über den Abgrund schreiten, können wir uns gegenseitig Mut zurufen.

Ich glaube, es ist Zeit dafür, denn die eine Seite der Schlucht dürfte nicht mehr lange Bestand haben. Es bröckelt schon jetzt – in der persönlichen Kruste ebenso wie in der planetaren.

 

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2 Responses

  1. Kamal

    Dein Text zum Bild bei Authoren Info ist einfach köstlich, herrlich und irgendwie auch lustig. Wahrscheinlich ist es auch dieses Nichtsoernstnehmen von dem ganzen Prozess was einen da am einfachst rüberbringt.

    Wir wachen morgens auf und denken, jetzt muss ich aufstehen, zur Arbeit gehen, dann muss ich dieses und jenes tun, usw. Tja, nur wenn unsere Innerstes was ganz anderes will, z.B. Montagmorgens statt zur Arbeit gehen lieber sich auf eine bunte Sommerwiese legen? Was dann?

    Noch können wir uns da Gewalt antun, aber wahrscheinlich geht das bald nicht mehr. Die Macht des Verstandes über unser Leben geht wohl dem Ende entgegen. Und davor hat wer Angst? Genau, der Verstand selbst. Womöglich gibt es diesen Abgrund ja auch garnicht.

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  2. Justin

    Das ist die wichtigste Frage überhaupt, die in diesem Endzeitszenario unter „Loslassen“ gestellt wurde:
    „(…) Und werden wir, jeder Einzelne von uns, dieses System weiter durch unser Handeln und unser Bewusstsein unterstützen und ermöglichen? Obwohl so viele von uns fühlen und wissen, dass es so anders sein könnte? (…)“

    Darauf kommt es an, wie viele Menschen die Einsicht erlangen und alle korrupten Systeme fallen lassen. Dabei meine ich nicht nur korrupte Politik, sondern auch alle korrupten Ehen sowie alle korrupten und mickrigen Jobs in unserem Leben.

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