Dieser mehrteilige Achtsamkeitskurs wendet sich an alle Menschen, die sich allen lebendigen Erfahrungen sanft-mutig und gelassen stellen möchten.

Von Lena Grabowski

Inspirierende Geschichten

Das Geheimnis der Zufriedenheit

Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.
„Meister“, fragte einer von ihnen „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Ich wäre auch gerne so glücklich wie du.“

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: „Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?“

Es kam die gleiche Antwort: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden betrachtend, fügte der Meister nach einer Weile hinzu: „Sicher liegt auch ihr, und ihr geht auch, und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen. Während ihr aufsteht, überlegt ihr, wohin ihr geht und während ihr geht, fragt ihr Euch, was ihr essen werdet.

So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und ihr habt die Chance, wahrhaft glücklich und zufrieden zu sein.“

(Eine Zenbuddhistischen Parabel)

Inspirierende Übungen

Ich heiße euch alle herzlich willkommen zum 2. Teil des Achtsamkeitskurs. Die ersten Achtsamkeitskurs – Wochen sind der sinnlichen Wahrnehmung gewidmet. Die Sinne sind Kanäle, die uns mit dem Leben verbinden. Wir nehmen über unsere Sinne das Leben um uns herum wahr und auf diese Weise auch uns selbst. Wir sehen. Hören. Spüren. Schmecken. Wir nehmen wahr, wie wir gehen oder wie wir sitzen. Die Aufmerksamkeit auf unsere Sinneswahrnehmung zu lenken ist ein Weg, die Gegenwärtigkeit zu erfassen.

Um die Sinneswahrnehmungen weiterhin zu verfeinern, habe ich für heute wieder Übungen im Achtsamkeitskurs zur Körpersensibilisierung vorbereitet, für die „Körperlage-im-Raum-Wahrnehmung“.

Hierfür stelle die Füße hüftbreit auf den Boden, die Fußsohlen in einem guten Kontakt zum Boden. Die Knie sind locker, das Becken schwingt frei. Die Schultern und die Arme hängen gelassen am Körper herab. Der Kopf sitzt locker auf der Halswirbelsäule. Die Zunge liegt auf dem Mundboden und die Kiefergelenke dürfen locker sein. Der Mund ist ganz leicht geöffnet.

In dieser Haltung nimm einige bewusste Atemzüge durch die Nase ein und lass den Atem durch den Mund wieder ausströmen – nimm deinen Körper einfach wahr. Lausche in den Moment und in die Umgebung hinein.

Mit dem kommenden Einatem hebe deine Arme lässig vor deinem Körper bis in die höhe deines Kopfes hoch, die Handinnenflächen schauen gelassen auf den Boden. Lasse mit dem Ausatem deine Arme wieder langsam heruntergleiten – bis sie seitlich an deinem Körper herabhängen.

Praktiziere diese Atem-Körper-Übung für den Achtsamkeitskurs etwa 5 – 10 Mal hintereinander. Führe jede einzelne Bewegung bewusst, langsam und achtsam durch. Sei achtsam mit dir. Verweile anschliessend einen Moment lang im Stehen in diesem Augenblick.

(c) Tamba09 – pixabay.com

Weitere inspirierende Übungen für den Achtsamkeitskurs

Falls dich diese Übung nicht anspricht, kannst du auch Folgende ausprobieren: Du stehst gelassen, mit beiden Füßen gut auf dem Boden verankert auf der Erde. Atme in deiner wie oben bereits beschriebenen Haltung bewusst und langsam ein und aus. Mit dem nächsten Ausatem beuge deinen Oberkörper Wirbel für Wirbel nach vorne in Richtung Boden. Du beugst dich so weit nach unten, dass dein Kopf, dein Oberkörper, deine Arme locker vorne herunter hängen – vielleicht berühren deine Fingerspitzen dabei den Boden. Wenn dein Kreislauf und dein Gleichgewicht dies erlauben, verweile einen Moment lang in dieser gebeugten, hängenden Haltung und atme mehrere Male tief ein und aus.

Mit der nächsten Einatmung kommst du ganz langsam Wirbel für Wirbel wieder nach oben. Hier in lockerer, aufrechter Haltung verweilst du für einen Moment.

Praktiziere auch diese Übung insgesamt 5 – 10 Mal hintereinander, ganz in Ruhe und in deinem Rhythmus. Nimm dir Zeit dafür und sei achtsam mit dir.

Diese Übung kann – kreislaufbedingt – auch im Sitzen auf einem Stuhl durchgeführt werden.

(c) GDJ – pixabay.com

Achtsamkeitskurs Zufriedenheit

Vergegenwärtige dir, dass die Übungen dir letztlich nur darin dienen wollen, dich mehr in der Gegenwart wahrzunehmen. Dich und dein Leben wirklich mit allen Sinnen wahr – zu – nehmen. Zu Spüren. Auch kannst du auf diese Weise aufmerksamer für dich selbst werden. Für deine Bedürfnisse. Achtsamer im Umgang mit dir und dem Leben, das dich umgibt.

Ein Weg, zu innerer Zufriedenheit zu gelangen, ist, jeden Augenblick deines Lebens aufmerksam wahrzunehmen. In jedem Augenblick ist ein Geschenk verborgen. Darin lebt ein besonderer Zauber. Diesen Augenblick zu berühren, darin aufzugehen, während wir ein Gestern und den Morgen vergessen, löst Leiden auf. Unser Denken wird stiller. Unsere Emotionen ruhiger. Plötzlich findet ein tiefes Geniessen statt. Dieser Moment, den wir mit all unseren Sinnen erfassen, wird zu einer heiligen Erfahrung: dass unser Leben etwas einzigartiges ist.

„Meditation heisst, bei allem, was man tut, völlig aufmerksam zu sein – beispielsweise darauf zu achten, wie man mit jemandem spricht, wie man geht, wie man denkt, was man denkt.“

(Jiddu Krishnamurti, in: Das Licht in dir)

Ich wünsche dir von Herzen eine zufriedene Zeit,
Lena

 

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