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Die Frage nach dem Sinn des Lebens ist die Frage nach dem Sinn der Existenz des Universums. Das Leben ist ja eine Erscheinung innerhalb des Universums. Wenn das Universum einen Sinn hat, dann ist dieser Sinn auch die Ursache für jedes individuelle Leben. Doch wie können wir diesen Sinn erkennen?

Keine Frage hat den Geist des Menschen mehr beschäftigt. Und bis heute ist jede Religion, Philosophie und Weltanschauung die Antwort schuldig geblieben. Wir erkennen mehr und mehr die Gesetze, von denen unser Leben bestimmt wird, und wir lernen zunehmend, so mit ihnen in Einklang zu kommen, dass wir unserer Weiterentwicklung immer weniger selbst im Wege stehen. Alle Weisen dieser Welt haben uns ihr Wissen darüber offenbart. Aber es beantwortet nicht die Frage: Warum gibt es das alles eigentlich?
Goethe hat dieser Frage mit seinem „Faust“ eine Gestalt gegeben. Die Unbeantwortbarkeit bringt Faust an den Rand der Verzweiflung, und er erkennt „… dass wir nichts wissen können!“ Mephistos erste Worte, die er an Faust richtet: „Wozu der Lärm?“ sind die Widerspiegelung der Sinnfrage, von der Faust geplagt wird: Wozu das alles?
Die Frage nach dem Sinn des Lebens führt uns zu der Erkenntnis, dass wir sie nicht beantworten können. Deshalb hat es bis heute auch niemand getan. Vielleicht liegt es daran, dass uns das Wahrnehmungs-Werkzeug fehlt, mit dem wir die Antwort erkennen können. Immerhin können wir uns diese Frage stellen. Die Intelligenz der Natur hat unser Bewusstsein so angelegt, dass wir irgendwann auf diese Frage stoßen müssen. Das ist besonders dann der Fall, wenn wir von scheinbar unlösbaren Lebensproblemen geplagt werden. Die Antwort ist aber offensichtlich nicht auf der Ebene zu finden, auf der diese Frage gestellt wird.

Verstehen aus einer erweiterten Perspektive

Es ist meistens so, dass die Lösung eines Problems nicht auf der Ebene des Problems zu finden ist. Erst die Entdeckung des Hebelgesetzes löste das Problem des Bewegens schwerer Gewichte. So ist es mit allem anderen auch. Die Problem-Ebene muss überschritten werden, damit wir die Dinge von einer erweiterten Perspektive aus verstehen und lösungsorientiert handeln können.
Das ist der Grund, weshalb die Weisen dieser Welt uns die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht so geben, wie wir sie erwarten. Diese Frage an sich ist der Beweis, dass wir auf der Suche nach einem erweiterten inneren Horizont sind. Um den geht es zunächst, daran ändern auch unsere Ungeduld und die Erwartung einer sofortigen Antwort nichts. Die Erweiterung des inneren Horizonts, also des Bewusstseins, ist ein natürlicher Prozess, der mit verschiedenen Mitteln unterstützt werden kann. Welche Mittel es gibt und wie man sie anwendet, ist die Antwort der Weisen auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Shankara, ein außergewöhnlicher Philosoph Indiens, der 820 n.Chr. im Alter von nur 32 Jahren starb, leitete aus den aufgezeichneten Offenbarungen (Veden) der indischen Seher und den Kommentaren dazu (Upanishaden) ein Meditations-System ab, das auf verblüffend einfache Weise den natürlichen Evolutionsprozess des Bewusstseins unterstützt. Die Idee, auf der sein System aufbaut, ist der Advaita Vedanta. Advaita = Nicht-Zwei, Vedanta = Wissen-Abschluss. Advaita Vedanta ist also ein Bewusstsein, in dem wir über ein Wissen verfügen, das sich aus der Erfahrung der Nicht-Dualität des Lebens entwickelt. Verfügen wir über dieses Wissen, dann bleibt nichts, was es noch zu wissen gibt, heißt es dazu in verschiedenen Abhandlungen über den Advaita Vedanta.

Die Sinnfrage verschwindet im erweiterten Bewusstsein

Die Welt besteht für uns Menschen aus dem, was wir bewusst wahrnehmen können. Der größte Teil des Lebens und des Universums ist für unsere wahrnehmenden Sinne aber zu fein strukturiert und befindet sich deshalb außerhalb unserer Wahrnehmung. Wenn wir mit dem Mittel der Meditation unsere Wahrnehmung daran gewöhnen, auch dort aktiv zu bleiben, wo scheinbar nichts wahrzunehmen ist, erweitert sich in unserem Bewusstsein das Sichtbare um das nicht Sichtbare der Schöpfung, und unsere Wahrnehmung gewinnt an Tiefe. Es ist ein wesentliches Merkmal erweiterter, also ins Feinste reichender Bewusstheit, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens ihre Bedeutung verliert. Sie stellt sich einfach nicht mehr. Denn die Antwort darauf ist dieser erweiterte Bewusstseinszustand, in dem sich die Gegensatzpaare Wissen und Nicht-Wissen zu Gunsten einer ganzheitlichen Wahrnehmung auflösen. Das entspricht auf der Ebene der Physik der Hypothese, dass Materie und Antimaterie sich unter bestimmten Voraussetzungen bei ihrer Begegnung gegenseitig aufheben und zu etwas werden, was mit den zur Verfügung stehenden physikalischen Messmethoden nicht erfasst werden kann.
Der griechische Philosoph Parmenides hat sein inneres Wissen über das Universum und das Leben auf eine Weise ausgedrückt, wie es nur ein Mensch mit hoch entwickeltem Erkenntnisvermögen tun kann: DAS SEIN IST!

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