Anzeige

 

Das Elektroauto kommt – soviel steht fest. Ganz so eilig ist es den großen Autoherstellern damit aber offensichtlich nicht – und das aus dieser Richtung auch nicht allzuviel Innovatives zu erwarten ist, dürfte schon länger klar sein. Aber auch alternative Autohersteller haben bisher wenig mehr zustande gebracht, als Prestige-Objekte für Öko-Reiche, denn die meisten Elektroautos sind wegen der kleinen Stückzahlen bisher weit davon entfernt, erschwinglich zu sein.

 

Die Neuerfindung des Autos

Nun ist zwei deutschen Entwicklern mit dem auto:nomo etwas geglückt, dass nicht viel weniger ist, als die Neuerfindung des Autos. Ein Schritt, der nach Ansicht von Arne Timm und Gordian Gasch auch bitter nötig war – denn innerhalb des alten Denkmodells ist nach ihrer Ansicht kein Durchbruch zu erwarten.

Deshalb haben die beiden sich hingesetzt und versucht „Auto“ neu zu denken. Herausgekommen ist etwas, das zunächst fast zu schön klingt, um wahr zu sein: Ein modular aufgebautes Auto aus nachwachsenden Rohstoffen, das weder durch die Herstellung noch durch den Betrieb Emissionen verursacht und nur um die 10.000 Euro kosten soll. Aber das Beste: In der Elektro-Version ist der Wagen sogar noch quasi kostenlos im Verbrauch! Der Energieverbrauch des nomo konnte nämlich auf ein Maß reduziert werden, das jeder Besitzer leicht mit mit etwa 4 Quadratmetern an Solarpanelen selbst erzeugen könnte.

Noch ist das Auto nur ein Konzept – aber noch dieses Jahr wird ein Prototyp gebaut, schon 2011 soll der nomo in Serie gehen. Alle Partner für die Produktion haben die Entwickler bereits zusammen und das Projekt ist sorgfältig durchkalkuliert … aber der Reihe nach.

 

Was ist ein wirklich ökologisches Auto?

nomo energieDie Überlegung hinter dem Nomo war eine einfache: Die wichtigste Eigenschaft eines wirklich ökologischen Autos ist Erfolg. Denn nur wenn es erfolgreich andere, weniger umweltfreundliche Autos vom Markt verdrängen kann, erzielt es positive ökologische Effekte. Der Wagen muss deshalb vor allem erschwinglich sein und sich für den Käufer lohnen.

nomo ist deshalb das Konzept für ein Auto, dessen Betriebskosten sich bis auf Null senken lassen, und das seine Fahrer so von der Benzin- und Stromversorgung unabhängig machen kann. Zu diesem Zweck wurde ein Wagen entwickelt, der durch die Minimierung von Fahrzeuggewicht, Roll- und Luftwiderstand einen so geringen Energieverbrauch hat, dass das Laden von On-Board-Batterien und Tauschbatterien mit einem Solarpanel zu Hause oder mit einer Solardecke in Fahrpausen erfolgen kann.

Mit einer Batterieladung fährt der Wagen wenigstens 90 Kilometer weit – durch optionale Back-Pack-Akkus kann die Fahrstrecke aber verdoppelt werden. Da sich die Akkus im Gegensatz zu vielen anderen Elektroautos spielend einfach auswechseln lassen, hoffen die Entwickler, das die Wechselakkus bei Langstreckenfahrten in Zukunft an Tankstellen getauscht werden können. Während also normale Elektroautos, aufgrund ihrer Größe und ihres Gewichtes, Strom aus der Steckdose tanken müssen (dessen Preis mit weiterer Verbreitung von elektrischer Mobilität sicher steigen wird), ist der nomo das erste Auto, das kostenlos und klimaneutral betrieben werden kann.

 

Der nachwachsende Öko-Rennwagen

Vom Aussehen her erinnert das Auto an einen zweisitzigen Formel1-Rennwagen. Der Antrieb sitzt an einem einzelnen Hinterrad, gelenkt wird über die Vorderräder. Das Fahrwerk des nomo ist so konstruiert, dass sich die Vorderräder bei Lenkdrehungen neigen und dabei das gesamte Fahrzeug in Schräglage bringen. Diese Optimierung des Anstellwinkels der Räder zur Fahrbahn ermöglicht gerade in Verbindung mit dem Mono-Heckantrieb eine optimale Nutzung der Antriebskraft, mehr Fahrdynamik  – und damit auch mehr Fahrspaß.

Gerfertigt werden soll der nomo – man höre und staune – zum Großteil aus Hanf! Hanffasern sind etwa so stabil wie Glasfasern, aber 1/3 leichter, günstiger und natürlich nachwachsend. Durch ihre Robustheit kann die Pflanze auch unter Bedingungen angebaut werden, die für Nahrungsmittel unzureichend sind, insofern gibt es keine Konkurrenz um Anbauflächen, wie etwa bei Biodiesel. Und nicht zu vergessen: Hanf nimmt während seines Wachstums Co2 aus der Atmosphäre auf, so das mit jedem gebauten Chassis Co2 gebunden wird.

Herstellen wird das Monocoque die Firma Xtreme Air aus Sachsen-Anhalt, ein Leichtbauspezialist, der sonst Kunstflugzeuge aus Kohlefaser baut; die Expertise für den Faserverbundbau und Festigkeitsberechnungen kommt von Techno Consult in Berlin. Auch die Elemente der Innenausstattung, wie Sitze, Lenkrad und Lenkbox werden aus regenerativen Rohstoffen wie dem ebenfalls ebenfalls hanfbasierende Arboform gefertigt – ein fast komplett nachwachsendes Auto also!

 

Das Auto im Baukasten-System

Einen weiteren genialen Schachzug haben die Entwickler durch die komplette Trennung von Auto und Antrieb getan: Der Antrieb befindet sich nämlich in einem quasi „aufsteckbaren Modul am Heck des Wagens. Dadurch kann ein Verbrennungsmotor spielend einfach gegen einen Elektroantrieb ausgetauscht werden – und auch bei zukünftigen Innovationen muss der Besitzer nicht ein neues Auto, sondern nur einen neuen Antrieb kaufen. Auch das macht den Rest des Wagens natürlich um so nachhaltiger, denn in vielen Fällen verschrotten wir ganze Autos, obwohl eigentlich nur die Reparatur des Motors nicht mehr lohnt.

Der nomo kommt sowohl als Benziner, als auch als Elektroauto. Die 125cc und 250 cc Benzinmotoren sollen komplett mit Schwinge, Automatik und Motor, aus Motorroller-Großserien kommen. Dabei handelt es sich um erprobte, wirtschaftliche Technik mit maximal 2-3 Liter Benzinverbrauch.

Das Elektro-Modul wird aus einem etwa 15 KW starken Radnabenmotor bestehen. Sein Wirkungsgrad soll bei über 90 liegen, (herkömmliche Aggregate kommen gerade so eben auf 15 bis 20 Grad) und die Bremsenergie wird wieder zum Laden der Akkus verwendet. Der Motor ist absolut verschleiß- und wartungsfrei, wodurch auch die Kosten für Inspektionen und Reparaturen sinken.

 

Schon jetzt Kult

Schon bevor es das erste Auto gibt, ist der nomo Kult – weil er so radikal neu gedacht ist. Ein Mitarbeiter von Barack Obama hat bereits Kontakt zu den Entwicklern aufgenommen, Schwarzenegger folgt dem Twitterfeed des Entwicklers, immer wieder erhalten die beiden begeisterten Zuspruch von Kollegen. Der Erfolg wäre dem nomo zu gönnen!

 

Hier geht es zur offiziellen Seite des nomo.

 

Quellen

Bilder: nomo / nomo-pdf
Text: nomo-Pressemappe, Utopia.de

Eine Antwort

  1. Eik Schiller

    Wahnsin. seit Jahren habe ich mir im kopf ein fast idetisches Fahrzeug konstruiert und jetzt lese ich hier diesen Artikel. Zwar Scade, dass die Idee scho von jemand anderem umgesetzt wird aber umso besser, dass es überhaupt gemacht wird. Wie schon beschrieben die zeit ist langsam reif für dieses Fahrzeug.
    Daume hoch!

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*