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Ayurveda, die jahrtausendealte indische „Lehre vom Leben“, zeigt, wie der Mensch Krankheit heilen und ihr vorbeugen kann. Gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit ist das Immunsystem anfällig. Jetzt ist es wichtig, die Abwehrkräfte durch eine gesunde Ernährung und unterstützende Kräuter zu stärken.

Das Immunsystem ist eine der faszinierendsten und intelligentesten Funktionen unseres Körpers. Es ist in der Lage zwischen Selbst und Nicht-Selbst, zwischen Körpereigenem und Körperfremdem zu unterscheiden. Im Ayurveda wird die Immunkraft „Ojas” genannt. Ojas ist das Endprodukt aller Stoffwechselprozesse, von der Verdauung von Nahrung bis hin zu ihrer Verstoffwechselung und Transformation in neues, gesundes Körpergewebe. Laufen diese Prozesse nicht optimal, wird Ojas geschwächt und die Bioenergien geraten aus dem Gleichgewicht. Die Folge sind Krankheiten wie Infektionen, Allergien und Autoimmunerkrankungen. 

Was gut verdaut werden kann, stärkt das Immunsystem

Bekömmliches Essen stärkt das Immunsystem, Unverdauliches schwächt es. Welche Nahrungsmittel verdaut werden können, hängt von jahreszeitlichen und klimatischen Bedingungen, vom Körpertyp und von individuellen Störungen ab. Generell gilt: Frisch zubereitete Nahrung aus frischen, lokalen, saisonalen Bio-Produkten ohne Zusatzstoffe ist gesund. Essen, das länger steht, wieder aufgewärmt wird oder Zusatzstoffe enthält (mit Pestiziden gespritztes Obst und Gemüse, Fertiggerichte, Tiefkühlkost) gilt im Ayurveda als tamasisch („dunkel“, Trägheit erzeugend) und krank machend.

Proteine und Kohlenhydrate wärmen den Körper 

Je kühler die Temperaturen, desto schwerer darf das Essen sein. Im Herbst und Winter ist die Verdauungskraft am stärksten. Jetzt kommen wieder mehr Kohlenhydrate und Proteine auf den Tisch. Bevorzugen Sie warme, gekochte Speisen. Saisonale Wurzelgemüse wärmen von innen; Spinat, Broccoli, Kohl und Blumenkohl bringen das Immunsystem in Schwung. Vollkorngetreide, Hirse, Gerste, Quinoa und Amaranth liefern wertvolle Nährstoffe. Eine gute Alternative zu tierischen Proteinen sind „Daals“, proteinreiche Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Linsen, Erbsen und Bohnen. 

Entgiften und stärken: Gewürze, Ghee und heißes Wasser

Gewürze wie Asafoetida, Ajwan, Cumin, schwarzer Pfeffer, Ingwer und Kurkuma machen proteinreiche Kost leichter verdaulich. Verfeinern Sie Ihre Gerichte mit ein wenig „Ghee“, geklärter Butter, um die Körpergewebe zu nähren und zu entgiften. Ghee ist frei von Allergenen, kann hoch erhitzt und daher auch zum Anbraten verwendet werden. Heißes Wasser wirkt zudem entgiftend und abwehrstärkend. Trinken Sie über den Tag verteilt immer wieder einen Schluck. Der Effekt wird verstärkt, wenn Sie ein wenig pulverisierten Ingwer dazu geben.

Kräuter für mehr Immunität

Ayurvedische Kräuter kurbeln Ihr Immunsystem an und rüsten Sie für die kalten Monate. Triphala bringt die Verdauung in Gang, entgiftet und baut das Immunsystem auf. Amalaki ist voller Vitamin C, nährt und verjüngt. Guduchi erhöht die Stressresistenz und wirkt blut- und leberreinigend. Tulsi hilft gegen Stress, Kopfschmerzen, Erkältungs- und Atemwegskrankheiten. Die Kräuter sind beispielsweise als Tabletten, Kapseln oder Pulver erhältlich. Als wahrer Immunbooster auch „Chyavanprash“, eine stärkende Marmelade aus Amalakifrüchten, Ghee, Honig, Triphala, Zimt, Sandelholz, Kardamom und einer Reihe anderer ayurvedischer Kräuter. Das Rezept stammt aus der „Charaka Sahimta”, einer der ältesten ayurvedischen Quellen überhaupt. Täglich je ein Esslöffel pur oder in heißer Milch morgens vor und abends nach dem Essen stärkt das Immunsystem.


Ayurvedische Geheimwaffe: Goldene Milch

Goldene Milch ist ein Abendgetränk, dem eine immunsteigernde, ent­zün­dungshemmende, verjüngende und entgiftende Wirkung zugeschrieben wird.

 

¼ Tasse Kurkuma

½ TL gemahlener schwarzer Pfeffer

½ Tasse Wasser

1 Tasse Milch (Bio-Kuhmilch, Mandel-, Hafer- oder Reismilch)

1 TL Ghee oder Kokosnussöl

Honig nach Geschmack (alternativ: Ahornsirup, Kokosblütenzucker)

 

Kurkuma, Wasser und Pfeffer gut vermischen und bei mittlerer Hitze unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Mischung eine dicke Paste wird. Abkühlen lassen. Die Paste kann ein paar Tage lang im Kühlschrank aufbewahrt werden. Dann Milch, Ghee bzw. Öl und einen viertel bis halben Teelöffel der Kurkumapaste unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze erhitzen. Nicht kochen. Auf Trinktemperatur abkühlen lassen und Honig dazugeben.


Abb: © drubig-photo – Fotolia.com

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Über den Autor

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(Darshan Deep Kaur) ist Ayurvedaberaterin und unterrichtet Kundalini Yoga montag – abends in Berlin und mittwochabends in Potsdam. Im Oktober startet ihre Serie „Silent Dinner“, eine Essensmeditation, bei der während eines gemeinsamen Abendessens in der Gruppe die individuelle Beziehung zum Essen erforscht werden kann. Die Workshops finden am 12.10., 22.10. und in Kooperation mit dem Biomarkt Temma am 11.11. und 25.11. statt.

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