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Aussehen und Inhaltsstoffe

Der Beinwell gehört zur großen Familie der Rauhblattgewächse und ist der wilde Vorfahr vom Borretsch. Aus dem saftigen Wurzelstock, der außen dunkelbraun bis schwarz und innen weiß bis gelblich ist, entspringen die verzweigten Stängel. An den Stängeln wachsen lanzettliche, rau-behaarte, spitze Blätter, die im unteren Teil gestielt sind. Die Blüten bilden zu mehreren kleine Trugdolden, die sich nach unten neigen. Sie sind entweder gelblich-weiß oder rosa-violett und Bienen laben sich mit Vorliebe an ihrem süßen Nektar. Die Pflanze wird bis zum einem Meter hoch und wächst sehr gern an feuchten Stellen, z.B. auf Äckern, an Bachufern und Waldsäumen. Sie blüht zwischen Mai und September.

Jetzt im November möchte ich Ihnen allerdings die Wurzel mit ihren zahlreich heilkräftigen Inhaltsstoffen vorstellen. Reichlich vorhandene Schleimstoffe, Alkaloide, Allantoin, Flavonoide, Gerbstoffe, Vitamin B12, Stärke und Pflanzensäuren machen den Beinwell zu

„…unseren unentbehrlichen und besten Kräutern, die die Natur für uns bereit hält.“ (Maria Treben „Gesundheit aus der Apotheke Gottes“)

 

Namen – Wirkungen

Der Volksmund hat dem Beinwell viele Namen gegeben:
Beinwurz, Bienenkraut, Gemeine Wallwurz, Glotwurzel, Hasenlaub, Himmelsbrot, Honigblum, Kuchenkraut, Milchwurz, Schadheilwurzel, Schmalwurz, Soldatenwurz, Speckwurz, Wallwurz, Wilder Komfrey, Wottel, Wundallheil, Wundschad.
Aus diesen Namen erkennen wir, dass es sich um eine uralte Heilpflanze handelt, die immer, wenn es um die Knochen und Knochenhäute geht, eingesetzt wurde. Die Bezeichnung „Wall“ oder „Well“ ist germanischen Ursprungs und bedeutet „das Zusammenwachsen“.

Auch der lateinische Name Symphytum officinale heißt so viel wie „Ich lasse zusammenwachsen“.
Der Beinwell wird in der Homöopathie, in der Phytotherapie und in der Hausmedizin eingesetzt. Er hat es geschafft, bis heute auch in der Schulmedizin verwendet zu werden. Hier gibt es zwar Einschränkungen, aufgrund der Pyrrolizidinalkaloide, die als einzelne Substantz und in sehr hoher Dosierung krebserregend sein können. Trotzdem gibt einige Fertigpräparate mit Beinwell in niedriger Konzentration.

Der Beinwell wird dem Planeten Saturn und dem Element Erde zugeordnet.

 

Persönliches

Immer wieder stelle ich fest, dass Beinwell als ganze Pflanze draußen stehend aufgesucht, eine Ausstrahlung hat, die Menschen, die es gerade gut gebrauchen können, hilft, sich zu erden, zu sich selbst zu kommen, näher in ihre Mitte zu kommen.
Es ist die Botschaft: „Willkommen auf der Erde, sie kann Dich tragen und nähren“.

Für mich ist der Beinwell zu einem wichtigen Begleiter geworden. Er steht bei mir im Garten und gibt mir ein Gefühl von „Boden unter den Füßen haben“.

Er nährt mich dreierlei. Wenn ich zu ihm gehe, gibt er mir mit seiner charakteristischen Präsenz das Wissen von solider uralter Erdverbundenheit. Ich genieße seine Blätter und süßen Blüten. Aus seinen Wurzeln stelle ich die Beinwellsalbe, eine wundersame Medizin her.

Praktisches

Beinwellsalbe

Zutaten:

300 g frisch gegrabene Beinwellwurzel, 300 g Olivenöl, 30 bis 40 g Bienenwachs
2 Töpfe, Sieb und Tuch, Löffel, Salbendöschen, kein Zubehör aus Metall !

Viel Zeit, Respekt und Dankbarkeit für den Beinwell

Zubereitung:

Die Wurzel ausgraben (Oktober, November) und vorsichtig von der anhaftenden Erde säubern, Schale bleibt und muss unbedingt mit verwendet werden, in Stücke schneiden und in ausreichend Öl (ich verwende dafür Olivenöl) auf dem Herd kurz unter dem Siedepunkt köcheln lassen (mindestens 90 min), dann das Ganze abseien, so dass keine festen Bestandteile der Wurzel in dem Öl verbleiben. In einem Topf (am Besten feuerfester Glastopf), der in einem 2. Topf (Wasserbad) auf dem Herd steht, das Beinwellöl zusammen mit der entsprechenden Menge Bienenwachs erwärmen, dabei mit einem sehr sauberen Löffel (kein Metall) die Salbe rühren bis sich beide Zutaten zu einer homogenen Masse verbunden haben. Vor dem Abfüllen in Salbendöschen auf einem Teller die Probe machen (wie beim Geleekochen) und je nach gewünschter Konsistenz, Öl (wenn zu fest) oder Bienenwachs (wenn zu flüssig) hinzufügen. Ich bevorzuge die Beinwellsalbe eher weich, sie lässt sich leicht auftragen und zieht besser ein.
Ich verwende die Salbe bei: Narben von Verbühungen, Krampfadern, schwer heilenden Wunden, Nagelbettentzündungen, Blutergüssen, Schmerzen in den Fuß- und Kniegelenken, Sehnenscheidentzündungen.

Auch wenn ich im Frühsommer Buffets kreiere, gibt es die Beinwellblätter, im leckeren Kichererbsen-Sesam-Mantel kross ausgebacken.

Das Rezept oder den Kochkurs dazu im Mai 2011 auf meiner Seite www.wildkraeuter-catering.de.

 

 

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Über den Autor

Avatar of Eleonore Gliewe

Vegetarisches Catering und Wildpflanzen

Lebt seit 17 Jahren vegetarisch. Seit 14 beschäftigt sie sich intensiv mit den Wildpflanzen, ging bei einer Heilpraktikerin in die Lehre, studiert die Wilden Grünen an ihren natürlichen Standorten und verwendet sie für die Zubereitung von Speisen, Herstellung von Tees, Salben, Ölen, Tinkturen und für Dekorationen. Seit 4 Jahren leitet sie Kurse zum Thema „Vegetarisch Kochen / Kochen mit Wildpflanze“ und bietet Exkursionen und Workshops zu den Wildpflanzen an.

Verkauf von Kardentinktur und vielen anderen Produkten aus/mit Wildpflanzen.

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Aktuelle Termine siehe www.wildkraeuter-catering.de

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