Anzeige

Ich war nach einer guten katholischen Sozialisation überzeugter Atheist und Kämpfer für den Marxismus-Leninismus, als ich in den siebziger Jahren mit Yoga und Meditation konfrontiert wurde. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen was für meine Seele oder meinen Geist tun, was immer das heißen mag… – Kostenlos wurde Yoga im Uni-Sport an der Freien Universität angeboten. Da hatte ich mein erstes ‘Erleuchtungserlebnis‘. Schlagartig wurde ich zum Vegetarier, schlief nur noch kurz und war den ganzen Tag über in einer Hochstimmung, total kreativ und erblickte plötzlich alle Menschen mit ganz anderen Augen. Keine Rede mehr von ‘Atheismus‘. Ich war ganz erschrocken, als ich mich neuer Literatur zuwandte und plötzlich merkte, dass es neue, nie geahnte Möglichkeiten gab, ‘Gott’ für möglich zu halten oder daran zu ‘glauben’.

‘Transzendentale Meditation’ war der nächste Schritt. Die Verheißung von ‘Bewusstseinsstufen’, die man erklimmen kann. Ja, ich hatte merkwürdige, ganz besondere Erfahrungen mit der Meditation, mein Erlebens- und Wahrnehmungsschwerpunkt befand sich zum Beispiel plötzlich einen halben Meter über meinem Kopf…

Aber zu meiner grossen Liebe wurde dann Bhagwan Shree Rajneesh, der heute unter dem Namen Osho bekannt ist. Radikal gesellschafts- und religions-kritisch und trotzdem hochspirituell – so wirkte er auf mich. Und als ich dann das Buch  des „Stern“-Reporters Elten las, der ihn interviewen sollte und zu seinem Schüler wurde, war es um mich geschehen. Ich wurde sein Sannyasin, erfüllt von dem Versprechen, er, Osho, würde und könnte als ein wahrer spiritueller Meister an meinem Bewusstsein arbeiten und mich zur Freiheit führen. – Aber bald hatte ich das Gefühl, alles ausgeschöpft zu haben und meinen eigenen Weg gehen zu müssen. Was war das bloß? Nichts erschien mir bunter, lebensvoller und spiritueller als diese Sannyas-Community, ich hatte das Gefühl, danach könne es nichts mehr geben, und doch empfand ich es plötzlich als schal und ungenügend.

Dann lernte ich die Gnosis kennen und wurde Schüler bei der ‘Internationalen Schule des Goldenen Rosenkreuzes’. Ihr Ziel schien mir dasselbe zu sein: Erlösung durch Ego-Überwindung; aber das System erschien mir kompliziert. Und doch erfuhr ich Dinge, die sämtliche Religion noch einmal in ein anderes Licht rückte, eine Gesellschafts- und Religionskritik noch einmal aus einer höheren Sichtweise, aus der Sichtweise der ‘Mysterien des Lichts‘.

 

Der Geist der Natur ist nicht der heilige Geist

Plötzlich verstand ich alles. Und es war so ungeheuerlich wie unbekannt. ‘Gnosis’ (altgriechisch ‘Wissen, Erkenntnis’) bezeichnet ein spirituelles Wissen und einen spirituellen Weg, bei dem deutlich wird, dass zwar in allem etwas Göttliches ist, aber nicht alles als solches schon ‘göttlich’. Die Materie, aus der Körper und Psyche erbaut werden, gilt als ‘gefrorenes Licht’ und der Geist der Natur, die niedrige Schwingungsfrequenz der Welt, erscheint als Gegensatz zur hohen Schwingungsfrequenz der Supradimension des absoluten Lichts, des wahrhaft göttlichen oder ‘heiligen’ Geistes…

Große Fähigkeiten wie Geistheilung, Magie, bestimmte Einweihungs- oder Erleuchtungszustände werden als bloß natürliche Eigenschaften des menschlichen Bewusstseins begriffen im Gegensatz zu dem ‘übernatürlichen’ Potential des Menschen, aus dem inneren Lichtfunken die ursprüngliche göttliche Persönlichkeit wieder zu erbauen, also etwas ganz anderes als bloß eine ‘Bewusstseinsveränderung’, wie sie von den sogenannten ‘Erleuchteten’ beschrieben wird.

 

„Erleuchtung“ – ein goldener Käfig des Bewusstseins?

Vor allem wird deutlich, dass das, was viele als das Göttliche im Menschen sehen: das sogenannte ‘Höhere Selbst’, lediglich eine Naturmaschine ist, die aus uns lernt, so wie wir aus ihr lernen, die aber so ‘schlecht’ oder so ‘gut’ ist wie wir selbst. Sie hat aber das Potential, wenn wir mit ihr ‘verschmelzen’, uns zu sogenannten ‘höheren Bewusstseinszuständen’ zu verhelfen, die aber keineswegs den Menschen wirklich in Freiheit setzen, sondern nur in eine vermeintliche, subjektiv so gefühlte Erlösung, die in Wirklichkeit ein goldener Käfig des Bewusstseins ist; und die die innere Lichtstruktur im Menschen behindert und sterilisiert und eine weitere Entwicklung erschwert oder unmöglich macht….

 

„Erleuchtung“ ist ein psychologischer Zustand, kein spiritueller

Als ehemaligem Osho-Sannyasin war mir vieles viel leichter erschienen: Ich glaubte, alle Wesen seien göttlich und erleuchtet in ihrer ‘Buddha-Natur’, sie wüssten es bloß noch nicht; und durch ‘Loslassen’, Fallen-lassen aller ‘Ego-Hüllen’ kämen alle in den Zustand der Erleuchtung, der absoluten Glückseligkeit, inneren Freiheit, Liebe, Einheit mit allem und allen. Ich musste aber erfahren, dass es tatsächlich Mechanismen und ‘Räume’ im menschlichen Bewusstsein gibt – durch scheinbar spirituelle Techniken, aber auch durch Drogen abrufbar -, diesen Bewusstseinszustand der ‘Erleuchtung’, des Empfindens von ‘Göttlichkeit’, von Liebe und Licht, von Einheit mit allem etc. herzustellen, ohne wirkliche ‘Erlösung’, ja sogar ohne wirklichen persönlichen Fortschritt.

Ein Bild kristallisierte sich in mir heraus: Wir sind alle Gipfel eines Gebirges; größer, kleiner… Wenn wir ‘nach innen gehen‘ oder ‘nach unten‘, zum Gebirgsstock hin, fühlen wir, mit allen anderen Gipfeln verbunden zu sein, eins mit ihnen, ja ihr ‘Grund‘ (Schöpfer) zu sein. Und dann kommt der Fokus steil von oben, das Gebirge liegt in einem Abgrund, dem ‘Abyss‘ der materiellen Welt aus ‘gefrorenem Licht‘, wie die Mystiker sagen, und erweist sich als bloßer Absud des eigentlichen Lichtuniversums… Und alle Gefühle von Erleuchtung und Einssein beziehen sich nur auf das Gebirge der ‘Welt’ im Abgrund, das abgeschlossen ist von einer ganz anderen Welt, von der keine Kenntnis existiert und mit der erst recht kein ‘Einssein’ besteht.

Wenn ich heute zur ‘Schwingungsfrequenz’ sogenannter ‘Erleuchteter’ hinspüre, zu den ‘Kraftfeldern’, die sie ausstrahlen, und sie vergleiche mit der hohen Schwingungsqualität aus der ‘Supradimension des absoluten Lichts’, deren Erleben mir geschenkt wurde, spüre ich mehr denn je eine Kraftlosigkeit und Sterilität.

Und ich erfühle, dass die großen ‘Gesandten des Lichts’ der Weltgeschichte (Buddha, Jesus, Apollonius, Mani…) eine ganz andere Ausstrahlung haben, ganz anders leben und fühlen. Ich erlebe, dass es solches und solches Licht gibt. Das Licht einer Funzel und das Licht einer 500-Watt-Birne, das Licht der gleißenden Sonne am Mittag und das Licht aus einem Bereich, welcher ‘zehntausendmal heller‘ strahlt als die gleißende Sonne am Mittag, wie es im verborgenen gnostischen Evangelium der ‘Pistis Sophia‘ beschrieben wird…

 

Über den Autor

Avatar of RAMA OLR

(Orden des Lotus und der Rose),
bürgerlich Dr. Martin W. Spiegel. Germanistik, Sinologie, Philosophie, Psychologie u.a.
Autor, Begründer des Ordens des Lotus und der Rose und der Kirche des Lichts (Gnostische Freikirche e.V.); außerdem des „Seminarzentrums Pythagoras“ in Hofbieber/Rhön und der „Bewusstseinsschule Psychologie 2000®“.
Der Orden des Lotus und der Rose als Träger der Kirche des Lichts (Gnostische Freikirche e.V.) versteht sich als „Reinkarnation“ der Kirche des Lichts der Katharer aus dem Mittelalter sowie der ursprünglichen Kirche des Lichts von MANI, der als erster (im dritten Jahrhundert) Buddhismus und Christentum vereinigte.
In der „Bewusstseinsschule Psychologie 2000®“ vermitteln RAMA OLR und seine Mitarbeiter in seinem Psychologisch-Pädagogischen Institut – Zweigstellen in Hofbieber, Köln und Berlin ein System der Bewusstseinschulung und universellen Persönlichkeitsentwicklung auf der Basis des Prozesses „Heilung und Befreiung des unteren Selbstes“ ®, einer „neuen Methode der Seelenklärung und Seelenbildung“.

3 Responses

  1. G.L.

    Manoman, wie kompliziert seht Ihr Euer Leben.
    Wieso macht Ihr Euch so abhaengig von den Überlegungen anderer.
    Alles theoretische Fachsimpeleien von überspannten Spinnern !
    Lebt das Leben ! ! !
    I H R , nur I H R seid das Mass E U R E S Lebens !
    Lasst Euch nicht von fremden , hochgeistigen Gurus erzählen, was das Wahre Leben ist ! Ihr seid doch WER ! Oder ?
    Erzählt denen mal, was das Leben ist ! Habt doch schon viel erlebt, oder ?
    Also, hört mich an , ich bin ein Berliner, ICH darf Euch das sagen :
    Lebet glücklich und vergnügt
    bis der A…. im Sarge liegt !
    Alles andere ist
    M I S T !
    Wacht auf, l e b t fröhlich mit Respekt auf Eure Umwelt drauflos ! L O S ! ! !
    Viel Zeit habt Ihr nicht zur Verfügung !
    Gert

    Antworten
  2. Anonymous

    Schau mal: Der Post ist schon 10 Jahre her; – ich weiß nicht, ob er sieht, wenn jemand hier etwas schreibt….

    aber scheinbar ist seine aktuelle Homepage:

    http://www.gnosis.de

    Hoffe ich konnte etwas weiterhelfen…

    Antworten
  3. Henriette

    Ich habe mich schon als Kind für den Weg in die imaterielle „Anderswelt“ interessiert, wogegen ich kein Interesse für „weltliche“ Themen und Erfolge entwickeln konnte.(Habe sogar meine Kinder unter dem Aspekt zur Welt gebracht,zu erforschen, was ihre „weltliche Neugier“ ausmacht.
    Das Thema „Erleuchtung“ war mir seit der ersten bewußten „selbstlosen“ Wahrnehmung suspekt,aufgrund der Tatsache, daß die „spirituellen Meister,(z.B.: Osho) die „Suche“-oder Sehnsucht der Menschen für ihre existienzielle Grundlage gebrauchen,obgleich die „Glückseligkeit“ im WIRKlichen Leben Momentaufnahmen sind. (Vielleicht ist ja aber dieser Weg der eizige, zur „WIRKlichen“ bewußten Befreiung?..und somit sollte ich genug Geld für diverse Seminare verdienen, damit ich die „absolute Selbstbefreiung“ verdient habe und das gefrorene Licht schmelzen kann, um ins „Asolute“ überzugehen.
    Kommunikation mit dem Autor würde mich erfreuen, wenn er denn die Muße hätte, für ein „Feedback“
    liebende Grüße, H.L.

    Antworten

Hinterlasse einen öffentlichen Kommentar

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.

*