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Beziehungen und Erwachen: Wie verändern sich Beziehungen nach dem Erwachen? Durch die Auflösung von Anhaftung und Identifikation entstehen Freiheit und Selbstliebe – dies befähigt zur bedingungslosen Liebe auch anderen gegenüber.

Beziehungen als Spiegel

Beziehungen sind der Spiegel unserer Seele in der Welt und ermöglichen uns Selbsterkenntnis weit über unser begrenztes Ego hinaus – wenn wir bereit sind, uns dem tiefen Prozess der Selbstreflexion  in der Begegnung zu öffnen. Die Frage dabei ist immer wieder: Leben wir Beziehung, indem wir vom Partner erwarten, dass er alle unsere unerfüllten Wünsche und Bedürfnisse erfüllt, oder ­begegnen wir dem Du aus dem absoluten Sein bedingungsloser Liebe?

Für gewöhnlich kennen wir nur die Form von Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist. Wir lernen sehr früh in der Kindheit, dass Zuwendung und Aufmerksamkeit uns nur zuteil werden, wenn wir bestimmte Bedingungen erfüllen, den Eltern gegenüber, den Geschwistern, der ganzen Familie, den Freunden und dem Partner, dem Lehrer, den Chefs, der Gesellschaft usw.

Die Bedingungen, die wir erfüllen müssen gegenüber unseren engsten Bezugspersonen, den Eltern, variieren und sind individuell sehr unterschiedlich und verknüpft mit den Bedingungen, die auch unsere Eltern schon als Kinder ihren ­Eltern gegenüber erfüllen mussten und erlernt haben.

Diese Anpassung geht natürlich immer einher mit der Unterdrückung der tatsächlichen Lebensäußerungen des Kindes. Je mehr wir als Kinder Bedingungen erfüllen mussten, um die lebensnotwendige Aufmerksamkeit und Liebe zu bekommen, desto weiter haben wir uns von unserem eigentlichen individuellen Wesenskern entfernt und agieren in der Form, die wir erlernt haben, um Liebe zu bekommen.

Beziehung als Aufeinandertreffen von Strukturen der Bedürftigkeit

Wenn wir nun als Erwachsene in Beziehung treten mit der Welt, tritt nicht unser wahres Selbst in Beziehung, sondern diese alten Strukturen, die nicht erfüllten Bedürfnisse der Kinder, die wir mal waren, in der Hoffnung, vom Gegenüber gerade diese Bedürfnisse erfüllt zu bekommen. Unser tiefstes Inneres weiß darum und führt uns geradewegs in Beziehungen, die uns unser Nicht-Selbst spiegeln, was hilft, das wahre Selbst vom unwahren zu unterscheiden und es aufzulösen.

Unsere ungelösten Themen gehen also in Resonanz mit einem Gegenüber, das ähnliche Themen hat. Auf dieser Basis entsteht Anziehung und Verstrickung, die wir zunächst nicht bemerken. Wir verlieben uns in dieses Gegenüber und halten das Gefühl für wahre, bedingungslose Liebe. In Wirklichkeit verlieben sich allerdings nur unsere Strukturen, und sehr bald entpuppt sich unsere scheinbar wahre Liebe als eine Form von Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist. Auf dieser Ebene von Liebe existiert als Gegenpol der Hass, der sich dann auch meistens zeigt in Form von Abneigung, Enttäuschung, Wut usw., wenn die Bedingungen und die Bedürfnisse nicht erfüllt werden.

Die bedingungslose Liebe, die wir als Kinder gebraucht hätten und die wir in unserem Leben selten oder gar nicht erfahren, hat keinen Gegenpol. Sie ist jedoch die Basis allen Seins und bricht mit Macht in unser Leben im Moment des Erwachens, wenn wir erfahren und erkennen, wer wir wirklich sind, was unsere wahre Natur ist. Dann fällt alles Nicht-Selbst von uns ab, in dem Sinne, dass die Anhaftung und Identifikation mit diesem Nicht-Selbst wegfällt.

Erwachte Beziehung – Frei im Lebensausdruck

Und dieses Nicht-Selbst sind auch all die erlernten und gewohnten Anpassungsstrukturen, die uns ein Leben lang in ein Korsett gepresst haben, das wir als unsere „Person“ bezeichnen. Löst sich also diese Anhaftung und Identifikation auf, bleibt nur noch das, was wirklich ist. Bedingungslose Liebe und Selbstliebe ist dann das, was unser Leben ausmacht. Alle selbstunterdrückenden Impulse können nicht mehr weiter gelebt werden. Unser Lebensausdruck ist frei und authentisch.

Und wie wirkt sich das auf unsere Beziehungen aus? Es gibt dann keinen Anlass mehr, vom Gegenüber etwas zu fordern. Es gibt keine Notwendigkeit mehr, Teile in mir, die sich als mangelhaft empfinden, jemand anderem in die Hände zu legen, damit dieser Mangel ausgeglichen werde. Alle Selbstliebe wird mir zuteil. Und diese Selbstliebe befähigt zur bedingungslosen Liebe auch anderen gegenüber.

Die erwachte Beziehung zeichnet sich dadurch aus, dass eben nicht unsere Strukturen und Prägungen in Beziehung gehen und gegenseitig in Abhängigkeit Halt erfahren, sondern wir frei, jenseits von Mangel eine Beziehung führen können, die nicht in Abhängigkeit geschieht. Selbst wenn sich die eine oder andere erlernte Struktur noch zeigt, ist doch deutlich zu spüren, dass sie auf der anderen Seite keine Antwort bekommt. Sämtliche Strukturen fallen somit immer sofort auf den zurück, der sie innehat, und können hier im Ozean der bedingungslosen Liebe im eigenen Innenraum baden und heilen.

Erwachen als Herausforderung für den Partner

Anders ist es, wenn in einer bestehenden Beziehung nur einer der Partner erwacht. Je nachdem, an welchem Punkt von Entwicklung der andere steht, ist es für ihn möglich zu folgen oder nicht. Der Erwachte wird ganz natürlich nicht mehr auf die Versuche des Gegenübers reagieren, sich über ihn zu vervollständigen, so dass es für den, der noch in seinen Strukturen gefangen ist, schmerzlich und sogar unmöglich sein kann, die Beziehung weiter zu führen.

Es ist jedoch auch möglich, dass die Entwicklung desjenigen, der schon eine Stabilität und gesunde Ich-Stärke entwickelt hat, eine rasante Beschleunigung erfährt, wenn der Partner erwacht und er dies dankbar als Chance für das eigene Erwachen nutzen kann.

Mit dem Erwachen verlassen wir den Pfad der herkömmlichen, verstrickten Beziehungen. Die ganze Anstrengung, die uns der Kampf um die Erfüllung unserer Bedürfnisse gekostet hat, fällt ab, und wir können uns aufmachen zu neuen Bereichen des Lebens. Mit zunehmendem Gewahrsein unserer wahren Natur, des absoluten Seins, beginnt sich nicht nur das Miteinander zu verändern, sondern auch die Wahrnehmung unserer Beziehungen:

In dem von Schleiern mangelnder Selbstliebe befreiten Spiegel erkennen wir uns selbst im anderen. Wir sehen im Gegenüber ganz deutlich diesen wahren Wesenkern, der in seiner absoluten Form derselbe ist wie unser eigener. Dadurch entsteht ein völlig neues Gefühl von Einheit und Liebe mit dem anderen Menschen. Zwei Menschen finden dann nicht nur über ihre äußere Form in Liebe ­zueinander, sondern erkennen sich selbst im anderen vollkommen wieder.

Erwachen = erfülltere Beziehungen

Diese neue, erwachte Art der Verbundenheit ergibt sich schrittweise auch mit allen anderen Menschen, mit denen man zu tun hat. Die daraus entstehenden Beziehungen sind immer von Respekt, Frieden und liebevollem Verständnis geprägt.
Wir müssen jedoch nicht auf das Erwachen warten, um erfüllende Beziehungen führen zu können.

Wir können ­sofort damit beginnen, in uns aufzuräumen und uns unserer Bedürfnisse bewusst zu werden, die uns als Prägung meist unbemerkt seit der Kindheit begleiten und nach denen wir unsere Beziehungen gestalten. Dieser Klärungsprozess holt verdrängte Erfahrungen in das Bewusstsein und beendet den Wiederholungszwang diverser ewig wiederkehrender Situationen. Wir können die eigenen Muster untersuchen und sie abgrenzen von den Mustern des Gegenübers und so die Verstrickungen lösen, die uns so oft Probleme bereiten.

Je mehr wir Kontakt halten mit unserem wahren Selbst in unserem Inneren, desto leichter wird es uns fallen, die Themen aus der Vergangenheit klar zu sehen und sie in Liebe aufzulösen. Wir trennen immer mehr das Nicht-Selbst vom Selbst – bis der letzte Schleier fällt und wir erwachen.

Auf diese Art und Weise kann es uns allen gelingen, erfüllendere Beziehungen mit unserem Umfeld aufzubauen und damit einen Beitrag zum Frieden in der Welt zu leisten.

 

Regelmäßige Veranstaltungen:
Mi, 19 Uhr: Gemeinsame Meditation/Kontemplation als individuelle Stille-Praxis
Fr, 19 Uhr: Live-Online-Satsang: Gespräche über das Sein
Sa, 10.30 Uhr: Infoveranstaltung/Satsang
So, 10.30 Uhr: Praxis der Inneren Stille

Monatliche Veranstaltungen:
Intensivkurs Gefühle: Start 27./28.6.2015
Intensivkurs Erwachen/Erleuchtung: Start 11./12.7.2015

Erleuchtungs-Kongress am 4./5./6.9.2015 in Berlin zum Thema:
Erwachen & Erleuchtung – Prozess & Erfahrung (www.enlightcamp.blogspot.de)

Ausführliche Infos zu den Intensiv-Wochenenden zu den Themen Prozess- und Gefühlsarbeit sowie zu Erwachen/Erleuchtung auf:
www.erleuchtung.jetzt
www.netzwerk-erleuchtung.de

Kontakt über: Tel.: 030 – 364 497 19 oder info@ludmilla-rudat.de

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Über den Autor

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sind seit Jahren als erwachte spirituelle Lehrer in Berlin tätig und begleiten Suchende auf dem Weg zum Erwachen und zur Erleuchtung. Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Prozessbegleitung vor und nach dem Erwachen („Die dunkle Nacht der Seele“, Johannes v. Kreuz). Dafür bieten sie neben regelmäßigen Treffen in Berlin Intensiv- Wochenenden zum Thema Erleuchtung und Erwachen an und geben Kurse zur Selbstfindung durch Gefühlsarbeit. Außerdem haben sie das „Netzwerk Erleuchtung“ gegründet, das bundesweit Suchende und Lehrer vernetzt, unter anderem mit Hilfe eines Erleuchtungs-Wikipedia im Internet.

2 Responses

  1. fredoo
    hmmmm ...

    es ist schon merkwürdig wie da der autor „erwachen“ als ein psychologisches faktum darstellt , als eine erworbenere „bessere“ sichtweise auf mich und die welt , und im kontex dieses themas beziehung auch als eine „bessere“ sichtweise auf den anderen , das gegenüber .
    merkwürdig … und für mich recht entlarvendes symptom eines recht verbreiteten irrtums , gerade in kreisen der satgesänger , was es denn mit dem „erwachen“ so auf sich hat .
    da wird recht häufig das maximal ausgedehnte „ichBIN“ für dieses „erwachen“ gehalten …
    dadurch „verbessert“ sich tatsächlich die eigenwahrnehmung , denn sie wird ja jetzt maximal ( bis zur bedingungslosen liebe … schmunzel ) ausgedehnt und entsprechend „bodhisatva“-mässig erlebt .
    alle im artikel erwähnten phänomene finde dadurch auch ihre logische entsprechung .

    nur … und dies sei einfach mal erwähnt … dies hat mit dem manchmal bei mancheinem stattfindenden unwörterbaren „aufgesaugtwerden ins eigentliche“ (wie ich nunmal erwachen nenne und verstehe) nix zu tun .

    es ist gewissermassen ein „gemachtes“ erwachen , was da in maximaler ausdehnung des „ichBIN“ erlebt wird , und ja oft auch resultat der ohnehin so gut wie immer missverstandenen „selfinquiery“ ist …
    dieses aufgeblasene „ichBIN“ erlebt tatsächlich das „ich+die welt“ ebenso aufgeblasen verbessert , und damit auch eine „verbesserte beziehung“ .

    der aufgesaugte hingegen hat nach dem „wieder ausgespucktwerden“ schlicht keine kategorien mehr zur verfügung , wie besser , direkter , freier , oder was auch immer da in steigerung sich selbst unterstellt wird …

    es verbleibt da einfach nur der simple alltag … und der erscheint von moment zu moment , genau so , wie sich das leben beliebt zu dekorieren … mal „verbessert“ … mal „verschlechtert“ … oder mal so , wie gerade eben auch schon … oder ganz anders … oder … oder

    einfach offene weite … von „besser“ oder „freier“ oder gar „bewusster“ keine spur …

    Antworten
    • Roland
      Hmmmmm

      Danke für den Kommentar, der mich (den Autor des Artikels) zu folgendem Hinweis angeregt hat:

      Es gibt da manchmal bei manch einem nach dem stattgefundenden unwörterbaren „aufgesaugtwerden ins eigentliche“ die erstaunliche Erfahrung, dass man nicht mehr „ausgespuckt“ wird, sondern komplett „drin“ bleibt im „eigentlichen“.

      Und noch abstruser, bei manch einem die Erfahrung, dass das was „aufsaugt“ und das, was „aufgesaugt“ wird, komplett die Plätze tauschen.

      Und manch einer berichtet sogar von einem kompletten Verschwinden und nicht wieder auftauchen beider.

      Tja, dieses und vieles Weitere an spannenden Versuchen der Beschreibung des „Eigentlichen“ und seinen Erfahrungs-, Erlebens-und Beschreibungsmöglichkeiten wird es ganz sicher auf unserem Erleuchtung-Kongress Anfang September geben. Vielleicht bist du ja auch dort. Würde mich echt freuen 🙂
      Den Link zur Anmeldung findest du oben auf unserer Webseite.
      namaste
      Roland

      Antworten

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