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Wenn das Leben zur Entwicklung auffordert, dann rufen wir meist nicht frohgemut: Ja, ich will. Statt dessen spüren wir oft Angst und Druck – und wenn wir gar nicht weiter wissen, benutzen wir Krankheitssymptome, um uns vor dem Neuen und Unbekannten zu schützen. All das kann man unter dem Begriff Blockaden und Widerstände ­zusammenfassen. Sabrina Kiermaier verrät deren tiefere Ursachen und wie wir sie aufspüren, verstehen und auflösen können.

Blockaden – was ist das eigentlich?

Wir wollen ein Problem lösen, uns entwickeln, verbessern, unsere Träume verwirklichen, Ziele erreichen und hinterher stolz sagen können: „Ich habe es geschafft!“ Wir wollen einfach ein glückliches und erfülltes Leben führen. Doch warum gelingt es nicht?

Warum fällt es vielen Menschen so schwer, ihre Ängste zu überwinden, gesundheitliche Probleme in den Griff zu bekommen, ihre berufliche und finanzielle Situation zu verbessern oder private Veränderungen herbeizuführen?

Wir merken, dass irgendetwas nicht passt, und oft haben wir nicht einmal eine Erklärung dafür. Wir fühlen uns blockiert. Doch was ist eigentlich eine Blockade?

Immer wieder tauchen sie in unserem Leben auf, bringen uns in einen Zwiespalt, rauben uns manchmal Nächte und plagen unsere Seele. Wir erleben sie in Ängsten, Hemmungen, Zwängen, Begrenzungen. Aber auch in Selbstzweifeln, Ziellosigkeit, mangelnder Gesundheit und Energielosigkeit.

Manchmal treiben sie uns auch an den Rand des Wahnsinns und wir wünschen uns, wir könnten einfach eine Nacht darüber schlafen und am nächsten Tag mit der Lösung aufwachen – oder der Himmel würde sich auftun und wir wüssten, was oder wie wir etwas tun sollen.

Unweigerlich stellen wir uns die Frage, wie wir aus dieser Situation wieder herauskommen.

Blockaden und unbewusste Überzeugungen

Betrachten wir Blockaden und Widerstände allerdings frei von allen Emotionen, so sind sie in erster Linie nichts ­anderes als unsere persönliche Wahrnehmung zu einer bestimmten Situation, der eine Überzeugung zugrunde liegt.

Blockaden und Widerstände können eine Schutzfunktion haben und eine Warnung darstellen, gewisse Dinge nicht zu tun. Sie können allerdings auch völlig unbegründet sein und uns daran hindern, unser gesamtes vorhandenes Potential zu verwirklichen und uns zu dem Menschen zu entwickeln, der wir sein möchten, und das tun zu können, was wir wirklich tun wollen.

Daher ist es wichtig, das eine vom anderen zu unterscheiden. Eine Blockade, die uns daran hindert, unser Potential zu entfalten, erkennen wir daran, dass wir eigentlich gerne etwas erreichen wollen, es uns aber einfach nicht gelingt, wie zum Beispiel Gewicht abnehmen, Flugangst überwinden, ohne Panikattacken und Blackouts frei sprechen können, eine erfüllte Partnerschaft leben, mehr Geld verdienen etc. Ganz egal, wie viele Bemühungen wir investieren, wir kommen nicht an unser Ziel.

Unterbewusstsein: Verbündeter und Feind

Grund für unsere Blockaden sind unsere im Unterbewusstsein gespeicherten Erfahrungen und Überzeugungen. Unser Unterbewusstsein kann unser größter Verbündeter, aber auch unser größter Feind sein. Alles, was wir erleben, wird hier gespeichert.

Wenn wir eine negative Erfahrung machen oder eine einschränkende Überzeugung abspeichern, was meist schon in früher Kindheit geschieht, dann wird sich unser Unterbewusstsein jedes Mal wieder daran erinnern, wenn wir in einer ähnlichen Situation sind, und wir reagieren immer wieder auf die gleiche Weise. Daher passiert es auch, dass wir immer wieder in die entsprechenden (möglicherweise auswegslosen) Situationen geraten.

Ein Beispiel dazu: In der Schule hast du ein Referat halten müssen. Deine Leistung ist nicht wie erhofft gewürdigt und bewertet worden. Nun speichert dein Unterbewusstsein zum einen das negative Gefühl der Erfahrung ab, zum anderen möglicherweise die Überzeugung, nicht gut genug zu sein.

Wann immer du nun in eine ­Situation gerätst, wo du einen Vortrag halten oder etwas präsentieren sollst, erinnert sich dein Unterbewusstsein ab sofort an diese Situation.

Du bekommst das Gefühl, nicht gut genug zu sein, und reagierst mit Lampen­fieber und Angst bis hin zu Panik­attacken und Blackouts, auch wenn du dich nicht einmal mehr bewusst an das ursprüngliche Ereignis erinnern kannst.

Die Reaktion läuft immer gleich und vollkommen automatisch ab, und schon ist sie da, die Blockade.

Wie wir Blockaden aufspüren

Wie Studien der Neurowissenschaft zeigen, ist der Grund für den Automatismus in unserem Verhalten, dass 95 Prozent unseres Verhaltens in Wirklichkeit unterbewusst abläuft und nur fünf Prozent bewusst.

Durch diese Machtverteilung wird klar, weshalb wir in manchen Situationen blockiert sind und nicht dorthin kommen, wo wir eigentlich gerne wären.

Eine Blockade bedeutet also, dass wir eine oder mehrere Überzeugungen in unserem Unterbewusstsein gespeichert haben, die mit unserem Ziel nicht kongruent sind. Um unsere Blockaden lösen und unsere Ziele erreichen zu können, ist es deshalb entscheidend, dass Bewusstsein und Unterbewusstsein in die gleiche Richtung arbeiten.

Wie findest du nun aber heraus, ob Bewusstsein und Unterbewusstsein in die gleiche Richtung steuern oder ob das Unterbewusstsein genau in die entgegengesetzte Richtung lenkt?

Blockaden identifizieren mit dem Muskeltest

Um mit dem Unterbewusstsein in Kommunikation zu treten, ist es sinnvoll, die Signale des eigenen Körpers zu nutzen. Bekannt aus der Kinesiologie, dient der Muskeltest als einfacher Indikator für Stresserleben und um unterbewusste Überzeugungen zu identifizieren. Er kann mit einem Partner oder im Selbsttest ausgeübt werden.

Sind wir beispielsweise in einer stressigen Situation, verkrampft sich unsere Muskulatur. Ebenfalls, wenn wir vortäuschen jemand zu sein, der wir nicht sind. Wir sind dabei angespannt, und genau diese Reaktion spiegelt sich im Muskel wider.

So lässt sich feststellen, ob ein Gedanke Stress auslöst oder nicht, und jeder stressige Gedanke ist ein blockierender Gedanke, der auf einen inneren Konflikt in unserem Körper hindeutet.

Beim Muskeltest testen wir ab:
1.    mögen/nicht mögen
2.    wahr/falsch
3.    ja/nein

Hinweis: Beachte, dass dies nur ein Einblick in den Muskeltest ist und er nur unter professioneller Anweisung einwandfrei gelernt werden kann. Mit einem Partner die Kommunika­tion mit dem Unterbewusstsein ­herstellen

  1. Frage deinen Partner, ob du ihn an Arm und Schulter berühren darfst. Wenn er dazu bereit ist, bitte ihn, sich gerade hinzustellen, einen Arm seitlich auszustrecken, das Kinn parallel zum Boden.Der Blick des Partners ist nach unten gerichtet. So wird sichergestellt, dass er Zugang zu seinen Emotionen findet und sich nicht an inneren oder äußeren Bildern festhält. Andernfalls werden diese inneren und äußeren Bilder abgetestet und nicht das Gefühl, das mit der jeweiligen Überzeugung verbunden ist.

    Lege deine eine Hand auf die Schulter des ausgestreckten Armes deines Partners. Bitte nun deinen Partner, sich eine angenehme Situation vorzustellen. Sobald er diese fühlt, soll er dir ein Zeichen geben. Sage „Halten!“. Das ist das Signal für deinen Partner, den Muskel anzuspannen, den Arm zu halten, und auch für dich, nun mit deiner anderen Hand gleichmäßigen Druck auf den ausgestreckten Arm vorne am Handgelenk auszuüben.

    Dies soll keine Bodybuilding-Übung sein und es geht auch nicht darum, den Arm mit aller Macht gegen den Druck zu halten, sondern einfach zu versuchen, den Arm anzuspannen und weiterhin ausgestreckt zu halten.
    Bei dem Gedanken an eine angenehme Situation wird es deinem Partner leicht fallen, deinem Druck standzuhalten. Du hast also ein starkes Testergebnis.

    Wiederhole diesen Vorgang nun, indem sich dein Partner eine unangenehme Situation vorstellt. Nun wird es für deinen Partner schwieriger sein, dem Druck standzuhalten, und du kannst den ausgestreckten Arm leicht nach unten drücken. Dies ist ein schwaches Testergebnis. Der Gedanke an eine unangenehme Situation löst eine Stressreaktion aus, wodurch sich der Muskel kurzfristig zusammenzieht. Genau diese Reaktion dient als Indikator.

  2. Wiederhole den Vorgang unter 1., indem dein Partner anstatt des positiven und negativen Gedanken seinen Namen spricht „Ich heiße …“ und einmal, indem er einen fremden Namen ausspricht. (wahr/falsch)

    Spricht dein Partner seinen Namen aus, wird es ihm wieder leicht fallen, den ausgestreckten Arm zu halten. Bei dem Gedanken oder der Aussprache des fremden Namens – „Ich heiße xy“ – wird der Muskel hingegen schwach ­testen.

  3. Teste ebenfalls, indem dein Partner drei Mal innerlich überzeugt „ja“ und nach dem Vorgang analog drei Mal überzeugt „nein“ denkt.
  4. Frage deinen Partner, ob der Druck, den du auf seinen Arm ausübst, angenehm ist. Passe ansonsten den Druck an. Dein Partner, und idealerweise auch du selbst, sollte einen Unterschied bemerken zwischen einer starken und einer schwachen Reaktion des Muskels.

Auf diese Art erhältst du einen Einblick in den Muskeltest und findest heraus, wie dein Muskel reagiert. Nun hast du auch die Möglichkeit, Überzeugungen abzutesten und damit Blockaden aufzuspüren.

Beispiele für einschränkende ­Überzeugungen

–    Ich bin es nicht wert, schlank zu sein/gesund zu leben/attraktiv zu sein
–    Dafür bin ich prädestiniert, das liegt in den Genen
–    Ich habe noch nie geschafft, was ich ­angepackt habe
–    Ich kann nicht verkaufen
–    Ich bin nicht gut genug…
–    Geld verdirbt den Charakter
–    Das kann ich nicht …
–    Das geht nicht …
–    Ich traue mir nicht zu, dass ich es schaffe
–    Für Ziele muss man hart arbeiten
–    Das zu schaffen ist richtig schwer

Überzeugungen prüfen mit dem Muskeltest

Wenn wir Überzeugungen mittels des Muskeltests überprüfen, formulieren wir immer die positive Überzeugung („Ich kann…“, „Ich bin gut genug“, „Ich liebe mich“ etc.). Diese sollte stark testen, was bedeutet, dass wir unterbewusst daran glauben und davon überzeugt sind.

Bewusstsein und Unterbewusstsein sind somit in die gleiche Richtung ausgerichtet. Testet eine Überzeugung, die wir gerne glauben möchten, schwach, ist sie in unserem Unterbewusstsein nicht etabliert.

Warum es sich lohnt, Blockaden ­genauer zu betrachten.

Nur wenn wir uns mit Themen konfrontieren, können wir sie lösen. Je bewusster wir uns ­unserer Blockaden werden, je besser wir sie verstehen, desto besser können wir auch mit ihnen umgehen.

Betrachte Blockaden auch immer als ein Geschenk des Lebens. Sie schenken dir die Möglichkeit, dich zu entwickeln und über dich hinauszuwachsen, damit du zur besten Version deiner selbst wirst. Wir sind spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen.

Habe daher Vertrauen in dich und die Welt und glaube daran, dass du alles erreichen kannst, was du willst.

Wie Henry Ford schon so treffend sagte:  „Ob du denkst, du kannst es, oder ob du denkst, du kannst es nicht – in beiden Fällen hast du Recht.”


PSYCH-K-Basic-Workshop – der Beginn zu einem erfüllten Leben
11.-12. Juli 2015, Berlin

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