Kraftort für Gesundheit und Bewusstsein

von Diana Jaritz

Manchmal beginnt Veränderung mit einem stillen Moment, in dem wir uns selbst wieder wahrnehmen.

Wir leben in einer Zeit, in der vieles schnell gehen muss. Wir funktionieren, organisieren, leisten, sind erreichbar und versuchen, den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden. Dabei kann etwas verloren gehen, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: die Verbindung zu uns selbst.

Viele Menschen kennen das Gefühl, erschöpft zu sein und dass sie kaum zur Ruhe kommen. Sie funktionieren weiter, obwohl ihnen Orientierung fehlt. Sie suchen nach Antworten im Außen und spüren gleichzeitig, dass etwas in ihrem Inneren nach Aufmerksamkeit ruft.

Vielleicht brauchen wir deshalb manchmal einen Ort, an dem nichts von uns verlangt wird. Einen Ort, an dem wir langsamer werden dürfen und Stille nicht Leere bedeutet, sondern Raum schafft für das, was in uns selbst gehört werden möchte.

Für mich bedeutet Ankommen vor allem: in mir selbst anzukommen. Ankommen bedeutet für mich nicht, an einem bestimmten Ort zu sein. Es bedeutet, in mir einen inneren Ankerpunkt zu haben; einen Ort von Ruhe, Klarheit und innerem Frieden, den ich unabhängig davon wahrnehmen kann, wo ich mich gerade befinde.

Durch viele Jahre persönlicher Entwicklungs- und Transformationsarbeit hat sich für mich etwas grundlegend verändert. Auch heute gibt es Situationen, die herausfordern, doch wenn im Außen etwas schwierig wird, verliere ich mich nicht mehr so leicht darin. Ich kann Abstand gewinnen und eine Situation möglichst neutral betrachten. Nicht, weil mir alles gleichgültig wäre, sondern weil es wenig hilft, mich emotional und mental in einem Problem zu verlieren. Ich frage mich vielmehr: Was ist jetzt der nächste Schritt? Und dann einen Schritt nach dem anderen.

Diese Haltung gibt mir heute Stabilität. Selbst wenn die Welt um mich herum aus den Fugen geraten würde, habe ich das Gefühl, dass in mir etwas bleibt, das nicht so leicht erschüttert werden kann.

Wenn ich wirklich bei mir bin, spüre ich das auch körperlich: in einer gewissen Leichtigkeit, Flexibilität und Harmonie. Es ist das Gefühl: Ich bin da. Ich bin bei mir. Ich muss gerade nirgendwo anders sein.

Mein Weg begann mit Fragen

Mein eigener Weg begann nicht mit einem fertigen Konzept. Nach einer Indienreise im Jahr 2002 geriet ich in eine tiefere innere Krise. Gleichzeitig geschah etwas, das ich damals noch nicht einordnen konnte: Mein Bewusstsein veränderte sich und plötzlich waren da viele Fragen. Fragen über das Leben. Über mich selbst. Über Sinn, Entwicklung und das, was hinter dem Sichtbaren liegt.

Die Krise ging vorüber, aber die Fragen blieben. Sie wurden zum Beginn eines Weges, den ich über viele Jahre ging. Ich begann, spirituelle Bücher zu lesen, besuchte Workshops, Seminare und Retreats und beschäftigte mich zunehmend mit persönlicher Entwicklung und Bewusstseinsarbeit.

Dabei ging es für mich immer weniger darum, Wissen anzusammeln. Viel wichtiger wurde die Erfahrung, mich selbst wirklich kennenzulernen: meine Ängste, meine Muster, meine Überzeugungen und die Geschichten, die ich über mich und das Leben mit mir trug. Über viele Jahre durfte sich dadurch etwas in mir verändern, nicht unbedingt sichtbar für andere. Äußerlich bin ich immer noch derselbe Mensch. Doch innerlich hat sich meine Perspektive Schritt für Schritt gewandelt.

Heute erlebe ich mehr Gelassenheit, Toleranz, Akzeptanz, Freude und Leichtigkeit. Ich fühle mich unabhängiger von äußeren Umständen und stärker im Hier und Jetzt verankert. Für mich bedeutet innerer Frieden eine tiefe mentale und emotionale Ruhe. Eine Stille, in der ich nicht ständig etwas tun oder erreichen muss. Einfach sein.

Ein Haus, das eigentlich verkauft werden sollte

Parallel zu meinem eigenen inneren Weg entwickelte sich die Geschichte eines Hauses am Waldrand.

Vor etwa 30 Jahren stand dort ein rund 300 Jahre altes Fachwerkhaus mit großem Grundstück zum Verkauf. Es gab eine Scheune und Stallungen, aber keine Heizung, kein Bad und keine Toilette. Das Haus war nicht renoviert, das Dach musste erneuert und zahlreiche Balken mussten ausgetauscht werden. Im Grunde musste es vollständig entkernt werden.

Mein erster Gedanke war nicht: hier möchte ich bleiben. Ich hatte eigentlich vor, das Haus zu renovieren und es anschließend wieder zu verkaufen. Meine Tante hatte mich überzeugt, es zu kaufen, weil es so idyllisch am Waldrand lag und sogar ein eigenes Wäldchen zum Grundstück gehörte.

Doch dann kam alles anders. Ich verliebte mich in diesen Ort und es fühlte sich wie Zuhause an. Also blieb das Haus.

Was folgte, waren 10 Jahre intensiver Arbeit. Das Gebäude wurde vollständig renoviert, Eichenbalken wurden ersetzt, ein neuer Dachstuhl und neue Ziegel kamen hinzu. Scheune und Stallungen wurden abgerissen und der Garten, der etwa 50 Jahre lang kaum gepflegt worden war, wurde wieder hergerichtet.

Danach wurde das Haus zunächst 10 Jahre langfristig vermietet. Als die letzten Mieter auszogen, entstand eine neue Möglichkeit: aus dem Haus wurde ein Ferienhaus. Und wieder veränderte sich etwas.

Wenn ein Ort selbst eine Geschichte trägt

Vor etwa 5 Jahren entstand schließlich die Idee, aus dem Ferienhaus einen besonderen Rückzugs- und Kraftort zu entwickeln.

Heute ist der Garten mehr als eine grüne Umgebung. Ein Pavillon steht an einem besonderen Kraftort. Dort kann man sitzen, meditieren, nach innen gehen oder einfach die Stille wahrnehmen. Eine Feuerstelle mit Terrasse lädt zum Zusammensein und zu persönlichen Ritualen des Loslassens ein.

Eine Spirale aus Natursteinen symbolisiert Transformation, Wachstum, Bewusstseinsentwicklung und das Vorwärtsgehen auf dem eigenen Lebensweg. Eine große Wiese bietet Raum für Yoga und Meditation. Das Wassertreten im Kneipp-Becken sorgt für ein gesundes Immunsystem und das Waldgrundstück lädt dazu ein, bewusst in die Natur einzutauchen und wieder mehr nach innen zu lauschen.

Bei der Gestaltung des Ortes war mir wichtig, die vier Elemente – Erde, Wasser, Feuer und Luft – auf unterschiedliche Weise erlebbar zu machen.

Und dann ist da die Weite

Vom Haus und Grundstück eröffnet sich ein weiter Blick über die Landschaft. In der Ferne ist sogar der Brocken zu sehen, obwohl er rund 100 Kilometer entfernt liegt.

Vielleicht tut uns diese Weite gut, weil unser innerer Blick im Alltag manchmal eng geworden ist. Wenn wir ständig auf Bildschirme, Termine, Nachrichten und Probleme schauen, kann es guttun, den Blick einfach einmal weit werden zu lassen.

Nichts lösen. – Nichts leisten. – Nur schauen.

Zwei Kraftorte, eine gemeinsame Vision

Mit der Zeit entstand aus diesem Ort eine größere Vision: ANKOMMEN – Kraftort für Gesundheit und Bewusstsein.

Dabei geht es nicht nur um das Ferienhaus. Es gibt heute zwei miteinander verbundene Kraftorte. Der erste ist das Haus am Waldrand – ein Raum für Rückzug, Natur, Stille, Selbstwahrnehmung, Inspiration und Neuorientierung. Der zweite ist unsere Privatpraxis für alternative und ganzheitliche Therapien, etwa 30 Minuten entfernt.

Die Vision dahinter ist, Körper, Geist und Seele wieder stärker als miteinander verbundene Ebenen des Menschseins wahrzunehmen und einen Raum zu schaffen, in dem persönliche Entwicklung, Bewusstsein, Gesundheit und Wohlbefinden miteinander in Beziehung treten können.

Ein Ort, an dem Menschen wieder etwas spüren

Besonders berührt mich, wenn ich im Gästebuch lese, was Menschen während ihres Aufenthalts erlebt haben. In persönlichen Gesprächen hört man Worte wie Freude, Harmonie, Leichtigkeit, Erdung und Achtsamkeit. Menschen erzählen davon, die Natur neu entdeckt zu haben, Energien bewusster wahrzunehmen, nach innen zu gehen, neue Dinge auszuprobieren, Inspirationen und Ideen zu bekommen oder wieder Kraft zu schöpfen. Andere beschreiben eine neue Ausrichtung oder das Gefühl, nach der Rückkehr nach Hause Dinge anders betrachten zu können.

Für mich zeigt sich darin etwas Wesentliches. Ein solcher Ort soll kein Ort sein, an dem man dem eigenen Leben dauerhaft entkommt. Er darf vielmehr ein Ort sein, an dem man wieder Kraft findet, um dem eigenen Leben bewusster zu begegnen. Vielleicht braucht es manchmal einen äußeren Raum, damit wir unseren inneren Raum wieder wahrnehmen können.

Ankommen heißt nicht stehen bleiben

Ankommen bedeutet nicht, dass alles im Leben geklärt ist. Es bedeutet auch nicht, dass es keine Krisen, Ängste oder schwierigen Situationen mehr gibt. Ankommen bedeutet, inmitten all dessen einen inneren Bezugspunkt zu haben. Einen Ort in sich, zu dem man zurückkehren kann. Vielleicht ist das eine der größten Herausforderungen unserer Zeit: nicht noch mehr zu erreichen, sondern wieder zu spüren, was bereits da ist.

Die eigene Stimme. Die eigene Wahrnehmung. Die eigenen Bedürfnisse. Die eigene Kraft.

Ein Aufenthalt in der Natur kann dabei ein Anfang sein. Ein Gespräch kann ein Anfang sein. Eine bewusste Pause oder persönliche Begleitung kann ein Anfang sein.

Der entscheidende Schritt geschieht jedoch immer im Menschen Selbst, denn irgendwann verlassen wir den geschützten Ort wieder. Wir fahren nach Hause zurück – in die Familie, in den Beruf, in den Alltag.

Dann zeigt sich, was wirklich in Bewegung gekommen ist. Vielleicht nehmen wir eine neue Perspektive mit. Vielleicht eine Entscheidung. Vielleicht nur das Gefühl, wieder mehr bei uns zu sein. Vielleicht einen kleinen inneren Anker, den wir im Alltag immer wieder aufsuchen können. Und vielleicht ist genau das der tiefere Sinn eines Kraftortes: nicht uns vom Leben wegzuführen, sondern uns dabei zu unterstützen, bewusster in unser eigenes Leben zurückzukehren.

Denn Ankommen ist vielleicht kein Ziel, das wir irgendwann erreichen. Vielleicht ist Ankommen eine innere Haltung. Ein immer wieder neues Zurückkehren zu uns selbst.

Vielleicht beginnt Veränderung dort, wo wir wieder bei uns selbst ankommen.

Über den Autor

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Diana Jaritz lebt seit 2000 in England, Nähe Glastonbury (Avalon). Sie beschäftigt sich seit 2002 mit Bewusstseinsarbeit und persönlicher Entwicklung und begleitet seit über 15 Jahren Menschen international auf ihrem individuellen Weg. Aus ihrer eigenen langjährigen Entwicklungs- und Transformationsarbeit entstand die Vision von ‘ANKOMMEN – Kraftort für Gesundheit und Bewusstsein’ in Thüringen. Heute verbindet sie einen besonderen Rückzugsort in der Natur mit einer Privatpraxis für alternative und ganzheitliche Therapien, zusammen mit ihrer Schwester Kristin Jaritz. Die individuelle Begleitung findet vor Ort statt und auch Online.

Kontakt
Diana Jaritz
Transformationsarbeit und Retreat: https://www.dianajaritz.de/start/retreat/

Praxis Kristin Jaritz
https://www.ergotherapie-jaritz.de/
E: info@ergotherapie-jaritz.de
T: 0155 67193160
Energie- und Lichtarbeit: https://elkantera.de/


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