von Petra Schachtschneider

Nach etwa sieben Monaten eines Ausnahmezustandes dürfte jedem klar sein, dass wir zu der ehemaligen Lebensweise nicht mehr zurückkehren können. Immer wieder von Neuem können wir die momentanen Probleme betrachten, sie bedauern und uns in ihnen verlieren. In der Wahrnehmung unserer Autorin wird im Außen Angst und Panik geschürt und auf den einzelnen Menschen Druck ausgeübt. Denn es ist allgemein bekannt, dass Angst der größte Krankheitsauslöser ist und dass Stress das Immunsystem schwächt und eine klare Urteilsbildung verhindert.

Eine neue Welt erschaffen

In Zeiten einer Krise ist umso mehr die so genannte „Selbstwirksamkeit“ gefragt und angesagt. Diese definieren wir als die Zuversicht einer Person, Herausforderungen erfolgreich mithilfe eigener Kompetenzen bewältigen zu können. Die eigenen Kompetenzen stellen in der heutigen Zeit nach meiner Ansicht hauptsächlich ein gesundes Immunsystem dar, das vor allem durch Rohkost, wie z.B. Obst und Gemüse, ausreichend Sauerstoff aus der frischen Luft, Aufenthalt in der Natur, genügend Schlaf und gemeinschaftliches glückliches Lachen gefördert wird. Wenn wir das Vertrauen in die natürlichen Selbstheilungskräfte von Körper, Geist und Seele wieder entdecken, entziehen wir der Angst die Macht über uns. Die Selbstwirksamkeit verleiht uns Kraft, Stärke und Lebendigkeit und sie hilft uns, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Ihre Abwesenheit dagegen macht uns depressiv. Einen lichtvollen Ausblick benötigen wir gerade in diesen Zeiten dringend.

Ich sehe in dieser Krise eine Chance. Wir können gemeinsam etwas wunderbar Neues entstehen lassen. Denn mit vielen der bisherigen Systeme und Strukturen (Schul-, Finanz-, Gesundheits-/Krankensystem, Bürokratie) waren einige von uns ohnehin unzufrieden. Krankenhäuser, welche auf Profit abzielen, Bildung, in der das auswendig Lernen und sich Anpassen am höchsten bewertet werden, Landwirtschaft, in der Tiere und die Mutter Erde achtlos ausgebeutet werden, erweisen sich eindeutig als veraltet, überholt, dem menschlichen Wohlbefinden und auch dem des Planeten Erde nicht dienlich.

Ich wünsche mir eine Welt ohne Kriege, ohne Hinterlist und Ausbeutung. Diese Welt entsteht zuerst in mir und in jedem von uns. Ich wünsche mir, dass wir im beruflichen Leben würdevoll behandelt, anerkannt und finanziell wertgeschätzt werden. Dass wir mit Freude unsere Tätigkeit ausüben können. Denn, wir Menschen sind von Natur aus schöpferische Wesen. Wir möchten von uns aus etwas erschaffen, woran wir uns erfreuen und mit einem gesunden Stolz darauf schauen können. Diese Vision umzusetzen ist möglich, an verschiedenen Orten wird sie bereits gelebt. 

Ängste überwinden

Durch den Einfluss unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft sind viele von uns tief von unterschwelligen Ängsten und Zweifeln geprägt. Angst, eine schlechte Note zu erhalten, Angst, eine Prüfung nicht zu bestehen, Angst, die Arbeit, Wohnung, Partnerschaft usw. zu verlieren, Angst, ausgelacht zu werden, nicht „richtig“ zu sein, Angst, krank zu werden. Die Ängste, Unsicherheit und Zweifel bilden einen Grundbaustein unserer Existenz, auch wenn sie uns nicht wirklich bewusst sind. Sie tun es nicht erst seit ein paar Jahren, jedoch wuchsen sie in den letzten Jahrzehnten stetig; und nein, sie sind nicht „normal“. 

Wir befinden uns in einem wichtigen und für die Menschheit wunderbaren Bewusstseinswandel. Es ist an der Zeit, dass wir die noch vorhandenen Machtstrukturen durchschauen und ihre Auswirkung und ihre Reichweite erkennen. Diese Krise bietet jedem einzelnen von uns eine große Chance, die Entscheidung für unser Leben selbst zu treffen: Möchte ich weiterhin in der Angst und aus ihr heraus leben? In der Abhängigkeit von hierarchischen Systemen und Institutionen, auf die ich keinen Einfluss habe? Oder möchte ich mich von der Liebe leiten lassen und in meine wahre Wirkungsgröße wachsen?  

Wenn beispielsweise alle unsere Kinder die Schule mit Freude und Begeisterung erleben würden, würde dies bei ihnen zur Entfaltung von gesundem Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl beitragen. Unsere Kinder würden dann keinen Bedarf verspüren, einen Anderen zu mobben; stattdessen würden sie sich über seine Andersartigkeit freuen. Aus solchen Kindern werden irgendwann emotional reife Erwachsene, die glückliche Ehen führen, in liebevollem Respekt zu der Natur leben und gerecht und wohlwollend handeln. Ich plädiere dafür, dass der Unterricht sich an den Bedürfnissen der Kinder orientiert, das heißt mit viel Bewegung, mit Aufenthalt im Freien, in der Natur, an praktischen Beispielen. Weiterhin wünsche ich mir, dass die Kinder ihren individuellen Talenten und Interessen in der Schule nachgehen können und dass die nur auf Leistung und Bewertung bedachte Benotung abgeschafft wird. Bewertung führt zur Verurteilung, die wiederum zum Konkurrenzkampf und in ihm ist die Saat für einen Kampf/Krieg gelegt. Ich wünsche mir für unsere Kinder, dass ihre Fantasie und Kreativität in der Schule nicht zerstört, sondern sogar noch ausgebaut wird. Die kleine empfindsame Kinderseele benötigt Raum zur individuellen Entfaltung anstatt einheitlichen Lehrplänen. All diese Fakten sind schon sehr lange bekannt. Sie sollten mit unserer Hilfe umgesetzt werden. Für besonders wichtig halte ich die Einführung von Fächern zum achtsamen Umgang mit den eigenen Emotionen und zur Förderung des Einfühlungsvermögens. Meine Intention ist nicht, Sie, liebe Lehrer und Lehrerinnen zu kritisieren, denn auch Sie sind durch die Gesellschaft und die Ausbildung geprägt. Stattdessen lade ich Sie ein, sich inspirieren zu lassen. Je mehr Menschen aufwachen, umso schneller kann ein Wandel folgen. Es gibt bereits Schulen und Privatschulen, welche nach schönen, achtsamkeitsbasierten und spirituell motivierten, erprobten Modellen unterrichten.

Eigenverantwortung, Mitgefühl und Verbundenheit mit allem Leben

Wenn sich meine Anregungen für Sie stimmig anfühlen, möchte ich Sie dazu motivieren, nicht zu warten bis jemand solche Änderungen für uns vollbringt. Die wunderbare Chance ist da, die Welt nach unseren heilsamen Vorstellungen entstehen zu lassen. Wie konkret sieht die Welt aus, die Sie sich wünschen, in der Sie und Ihre Kinder oder Enkelkinder leben möchten? Alles, was wir uns vorstellen können, können wir realisieren. Die Welt im Außen entsteht als erstes immer in unserem Geist. Suchen Sie nach den Antworten in Ihrem Herzen und fangen Sie jetzt an, Ihre Visionen zu verwirklichen. Mit Gedanken wie „Das ist unmöglich.“ oder „Es war schon immer so“ begrenzen wir uns nur selbst. Ich spüre und bin ganz fest davon überzeugt, dass wir uns nicht nur als Nation, sondern als die gesamte Menschheit in einem wunderbaren Wandel befinden. Eigenverantwortung, Mitgefühl und Verbundenheit mit allem Leben sind die tragenden Energien dieses Wandels.  Wenn wir den Fokus darauf ausrichten, erkennen wir, dass in vielen Bereichen neue, gute und würdevolle Ansätze bereits da sind. Sie warten nur darauf, von uns angenommen und gelebt zu werden. 

 

Über den Autor

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Petra Schachtschneider ist Heilpraktikerin für Psychotherapie.

In ihrer Praxis und den Seminaren und Workshops unterstützt sie Menschen ebenso Frieden zu finden und die Lebensumstände nicht als Feind, sondern als eine Chance zum geistigen Wachstum zu sehen.

 

Kontakt
Praxis für Psychotherapie & Entspannung
01998 Klettwitz,
Kostebrauer Str. 10
035754 / 64518 oder 0175 7919183


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