21. bis 28. Juni 2019 (am Stechlinsee)

Einladung zu einem einwöchigen NICHT-SEMINAR vom 21. bis 28. Juni 2019: Am Stechlinsee im Norden Brandenburgs. Kreativ, gemeinschaftlich, ohne Einzel- oder Doppelzimmer, dafür mit der Kraft, liebevoll und schöpferisch zu sein. Das ist unser Sommer! 

Wisst ihr, wie schwierig es ist, noch irgendwo auszuscheren? Weil wir im Trott des Alltags gefangen sind? Im Durchschnitt 53-mal täglich unser Smartphone aktivieren und die Tätigkeit, mit der wir gerade beschäftigt sind, alle 18 Minuten unterbrechen? Wir leben in einer Dauerschleife von Aufgaben und Dingen. Ziele, Nachrichten, Ansprüche, auch uns selbst gegenüber, führen zu einem Hin- und Herspringen. Sind wir uns dessen bewusst? Dass uns Herausforderungen fehlen, die auf Phantasie, auf Fühlen und Gefühlen basieren? 

Unsere Sommerzeit – Monte Verità – trägt den Keim der Entschleunigung in sich. Es geht um den bewussten Umgang mit Zeit. Viel Zeit. Bis zu einer Woche. Entspannung und Ruhe, Tagträumen und Muße führen zurück zu uns selber. Je mehr wir uns wieder selber spüren, desto mehr dehnt sich die Zeit. Wir machen eine Sache nach der anderen. Und ab und zu gar nichts. 

Das führt zu einer Wiederbelebung der Sinne; zu ursprünglichen, ganzheitlichen und authentischen Erfahrungen in einer durch Abstraktion und Körperferne bestimmten Gesellschaft. Ja, wir sollten wieder Schmetterlingen hinterherlaufen und mit Sonnensegeln das Licht einfangen! 

Kreativ werden und Kunst „machen“

Wer Lust hat, der verlängerten Gegenwart einen Schuss Kreativität zu verpassen; wen es juckt, Bedürfnisse künstlerisch auszuleben, die im gesellschaftlichen Modernisierungsprozess an den Rand gedrängt werden; wer fühlen, glücklich und draußen sein will, der ist herzlich willkommen, in der Sonnenstube des Stechlin.

Als ländliche Großkommune und Arbeitsgemeinschaft auf Zeit kommen zusammen: Lebensreformer, Andersmacher, Künstler, Vogelfänger, Poeten, Ausdruckstänzer, Sonnenanbeter, Weltverbesserer, Gräserfreunde, Hippies, Yogis, Revoluzzer, Liebhaber, Barfuß-Pazifisten, Optimisten, Eltern, Visionäre, Vor- und Nachdenker, Sinnlichkeitssucher, sogar Nichtdenker und Vollfühlende, also allesamt Menschen wie du und ich.

Willkommen sind Menschen, die nicht einfach konsumieren wollen. Wir schaffen eine Atmosphäre der Kreativität. Wir stiften eine Gemeinschaft, um ein neues, verändertes „gutes“ Leben auszuprobieren und zu formen: experimentell, schwingend, optimistisch, spielerisch, ergebnisoffen, phantasievoll und künstlerisch, offen zur Freiheit hin, zu neuer Selbsterfahrung, Selbstverwirklichung und Gestaltungskraft.

„Verrückt“ sein auf dem Berg der Wahrheit

Spinnert sein, sich verkleiden, das Alltags-Ich abstreifen, das ist unser Einstieg. Die Insignien der modernen Welt lassen wir hinter uns. Wir sind verrückt, denn wir ver-rücken die Erwartungshaltung. Jede(r) stellt sich die Frage: Wo will ich schöpferisch sein? Wie sieht meine Haltung der Zuwendung aus? Am besten stellt man sich diese Fragen schon weit vorher. Und fragt sich nicht: Was bekomme ich? Sondern: Was kann ich einbringen?

Auf dem Monte Verità begann um 1900 die Lebensreformbewegung als „eine Stätte für Entwicklung und weiterer Erkenntnis“ (Ida Hofmann). Viele Legenden umranken den Berg. Aktivisten fanden die Glückseligkeit des Daseins in der Natur. Er war ein Boheme-Zentrum, ein Ziel für Dadaisten, Vegetarier, freie Tänzer, Menschen in Tuniken und wallenden Apostelgewändern, im Adamskostüm oder in Jesuslatschen, mit Stirnband oder Wanderstock. Franziska Gräfin zu Reventlow sah seinerzeit „nur Narren und Propheten“ in Ascona. Hermann Hesse, Gustav Landauer, Rudolf Steiner, Martin Buber und August Bebel, sie alle besuchten den Berg im Tessin, wo „unsere Stirn den Himmel berührt“ (Ise Gropius).

100 Jahre Bauhaus

Wie wollen wir leben und arbeiten, wie uns gegen Zwänge stemmen? Vor 100 Jahren startete Walter Gropius sein „Staatliches Bauhaus“ in Weimar. Diese Kunst- und Designschule veränderte die Welt. Sie wurde zur wichtigsten Denkfabrik des 20. Jahrhunderts. Im Bauhaus-Manifest heißt es: „Wollen, erdenken, erschaffen wir gemeinsam den neuen Bau der Zukunft…“ Auch daran wollen wir uns erinnern. Denn manchmal muss man die Welt eben neu erfinden. Dabei interessieren uns die wilden, auch dadaistischen Anfänge des Bauhauses; nicht das Bauhaus-Klischee von Stahlrohrstuhl und weißem Bungalow, das dann zur Marke wurde.

Auch die Meister des Bauhauses wie Gropius, Albers, Bayer, Breuer, Feininger, Schlemmer und Moholy-Nagy pilgerten zuvor auf den Berg der gelebten Wahrheit, um den Ausbruch aus dem rechten Winkel in etwas Unmodernes, Atavistisches zu erfahren. Wenn das Bauhaus für das Moderne, Städtische, Technologische steht, dann ist Monte Verità das Ursprüngliche, Naturhaft-Elementare und Spirituelle.  

Mit Herz und Bulli und Zelt

In dieser Woche vom 21. bis 28. Juni 2019 geht es darum, schöpferisch zu sein; eigene Ideen umzusetzen, mit Nagel, Faden, Massageöl, Schaufel, Leinwand, Tüchern, etc. anzureisen und eine gute Sommerzeit zu haben, mit schwimmen, Lagerfeuer, faulenzen und Fünfe gerade sein lassen. Wir nehmen Moorbäder, bauen Licht-Luft-Hütten oder essen viel Salat im „Salatorium“ (Erich Mühsam). Grüner leben, wilder denken, freier lieben in der eigenen, selbstgewählten Form – all das ist möglich. Unser Land-Sitz, der Berg der Wahrheit, der Ort, an dem unsere Stirn den Himmel berührt, liegt unter dem Sternenzelt des Stechlin. Der Stechlin, mit 70m der tiefste und klarste See Brandenburgs, ist unser grün schimmernder Lago Maggiore.

Die Einfachheit der Verhältnisse begrüßen wir. Privatsphäre ist im tiefen Kiefernwald zu finden. Oder im mitgebrachten Zelt oder eigenen Bulli. 20-30 achtsame Menschen kommen zusammen, beeinflusst von alternativen, emanzipatorischen und kooperativen Ideen. Commonie, Ökosystem und Tantra, Kunst, Naturverbundenheit, Schamanismus oder Meditation sind für uns keine Fremdwörter. Die kontextuelle Dimension ist uns wichtig. Wir, das sind Lilly, Ortrud, Jens, Elaria, Steffen, Bambi, Karsten, u.v.a. Das Feuer e.V. als ein Verein für Liebe und Freundschaft ist Veranstalter von Monte Verità 2019. Herzlichkeit, Zusammenhalt und gegenseitige Inspiration zeichnet das Vorbereitungsteam aus. Du bist herzlich eingeladen, dich einzubringen und mitzubringen.

Nicht-Seminar „Monte Verità 2019“ vom 21. bis 28. Juni 2019 am Stechlin

ÜBER DEN AUTOR
Till Ferneburg
hat Ausbildungen abgeschlossen und Workshop- und Seminarerfahrung sowie Titel und Qualifikationen vorzuweisen, aber bevorzugt es, einfach Till Ferneburg zu sein. Außerdem hat er Humor.

Kontakt
dasfeuer.potsdam@gmail.com (Till)
dasfeuer.berlin@gmail.com (Karsten)

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