von Cornelia Wriedt

Vor einigen Wochen entdeckte ich einen Artikel über das Waldbaden von Jasmin Schlimm-Thierjung. Ich schätze die Chefin der Deutschen Akademie für Waldbaden und Gesundheit sehr und wir sind durch die Themen rund um den Wald, einige Reisen und gemeinsam geschriebene Bücher verbunden. Den erwähnten Artikel habe ich auf meiner Internetseite verlinkt und ihn an Freundinnen und Interessenten geschickt. Wer mit mir schon im Pritzwalker Hainholz zum Waldbaden unterwegs war, der fand es schön, dass Jasmin darin die Hintergründe, Theorien und positiven Wirkungen des Waldbadens aufzeigte. Aber mich haben auch andere Rückmeldungen erreicht. Natürlich zweifelte niemand die heilsamen Kräfte des Waldes an. Jeder, der sich ab und zu in der Natur aufhält, kann am eigenen Leib spüren, wie gut das tut. Allerdings tauchte mehrmals die Frage auf, warum man denn zum Waldbaden einen Kursleiter brauchen würde.

Ich kann doch auch allein in den Wald gehen.

Natürlich kannst du das. Und selbstverständlich ist das auch erholsam. Aber sei mal ehrlich: Kannst du dich dabei „ganz auf die Natur einlassen“? Wenn du allein unterwegs bist, dann kann es sein, dass du vielleicht befürchtest, dich zu verlaufen. Bei einem geführten Waldbad gibst du die Verantwortung ab. Du brauchst dich nicht darum zu kümmern, wo es lang geht oder wie du wieder zurückkommst. Traust du dich wirklich, dich allein irgendwo hinzustellen, die Augen zu schließen und einfach nur zu lauschen? Machst du, wenn du unterwegs bist, aus dem Bauch heraus verschiedene Übungen, um deine Sinne zu schärfen? Mal abgesehen davon, dass dir vielleicht nicht so viel dazu einfällt. Wie bewegst du dich durch den Wald, wenn du allein bist? Gehst du schnell? Hast du ein Ziel, welches sich in Kilometern ausdrücken lässt? Dann gehst du Wandern. Das ist auch schön. Es hat aber mit Waldbaden nur insofern etwas zu tun, dass du dich in der Natur aufhältst. Beim Waldbaden wird geschlendert. Und das auch noch absichtslos. Da bleibt viel Zeit mal nach rechts und links zu schauen. Vielleicht entdeckst du etwas, an dem du sonst vorübergegangen wärst, ohne es zu bemerken. Man hat seine Augen nicht überall. Darum wirst du ab und zu mal auf etwas aufmerksam gemacht, was dir sonst entgangen wäre. Auch das ist Waldbaden.

Ich kann ja mit einer Freundin oder einem Freund in den Wald gehen.

Auch das ist eine schöne Sache. Gemeinsame Stunden miteinander zu verbringen ist immer gut. Aber jetzt sei mal ehrlich: Schafft ihr es wirklich die meiste Zeit, achtsam durch den Wald zu streifen, oder erzählt ihr euch lieber, was euch auf der Seele brennt? Beim Waldbaden geht es auch darum, einmal den Alltag und die Sorgen hinter sich zu lassen. Es geht hier nicht darum Lösungen für anstehende Probleme zu finden, sondern um das Gefühl, das entsteht, wenn man erstaunt erkennt, wie alles in der Natur miteinander verbunden ist. Und so ganz nebenbei – vielleicht in der Solozeit – kommst du eventuell auf eine geniale Idee. Falls nicht, dann hast du auf alle Fälle für einige Zeit vergessen, was dich im Alltag so beschäftigt.

Ich will aber keinen Baum umarmen!

Diesen Satz habe ich nicht erst einmal gehört. Und ehrlich gesagt, muss ich dann immer etwas schmunzeln. Waldbaden hat nichts mit Esoterik oder Religion zu tun. Hier geht es nur um das Sein, genaugenommen um das Achtsam-Sein. Worauf du dich dann während der Zeit einlässt, das ist dir überlassen. Getreu dem Motto „Alles kann, nichts muss“ kannst du natürlich einen Baum umarmen, wenn dir danach ist. Wenn dir das komisch vorkommt, dann lehnst du dich vielleicht einmal mit dem Rücken an eine dicke Eiche. Berühre einmal den glatten Stamm einer Buche. Hast du schon mal einen Baum mit deinen Fingern „erspürt“? Nimm dir einmal die Zeit, die borkige Rinde einer Douglasie anzuschauen oder bewundere das Weiß der Birkenstämme.

Ich kenne nur wenige Bäume und kann sie nicht wirklich unterscheiden.

Darüber brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Niemand wird dich nach deinem Waldwissen fragen. Es geht beim Waldbaden nicht darum, dass man weiß, wie die Bäume heißen, sondern darum, dass du dich auf deren Wirkung einlässt. Du brauchst weder Pilze noch Gräser zu bestimmen. Du darfst dich absichtslos an Form, Farbe und Geruch erfreuen. Und wenn du der Meinung bist, dieser Baum hat am Stamm einen Knubbel, der aussieht wie die Nase von Onkel Alfred, dann darfst du ihn getrost Alfred-Baum nennen.

Warum soll ich denn Geld bezahlen, nur weil jemand mit mir in den Wald geht?

In der aktuellen Zeit haben wir wohl alle einen achtsamen Blick auf unsere Finanzen. Warum also Geld für etwas ausgeben, das man vermeintlich kostenlos haben könnte? Was ein Waldbad von einem Waldspaziergang oder einer Wanderung unterscheidet, habe ich weiter oben versucht dir zu erklären. Den Obolus, den du an den Kursleiter oder die Kursleiterin entrichtest, der ist nicht einfach dafür da, dass du in Begleitung angenehm durch den Wald spazierst. Wer eine Ausbildung bei der „Deutschen Akademie für Waldbaden und Gesundheit“ (oder einer ähnlichen Einrichtung) gemacht hat, der verfügt über eine solide Grundlage an Wissen rund um das Thema Waldbaden. Waldbaden ist eine zertifizierte Dienstleistung, bei der es sich nur um dich dreht, um deine Gesundheitsvorsorge, deine Entspannung und dein Wohlbefinden. Dahinter stehen die fundierte Ausbildung, die erweitert und aufgefrischt wird, eine entsprechende Versicherung, Absprachen mit den Waldbesitzern, Kooperationen mit der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ und Lehrgänge wie „Erste Hilfe“, Waldwissen oder Sonderqualifikationen für Kinder, Senioren und Trauerarbeit. Damit du dich bei unseren Waldbadeeinheiten gut aufgehoben fühlst und die Stunden genießen kannst. Waldbaden ist also eine Investition in deine Gesundheitsfürsorge.

Was bedeutet denn „Waldbaden extrem“?

Falls du Jasmins Artikel bis zum Ende gelesen hast, bist du über eine Information zum „Waldbaden extrem“ gestolpert und kannst dir nichts darunter vorstellen. Das ist leicht erklärt: Dahinter verbirgt sich ein Mikroabenteuer, zu dem du herzlich eingeladen bist. Das Wort Abenteuer verbinden wir im Allgemeinen mit fernen Reisen und exotischen Plätzen. Mikro bedeutet so viel wie klein. Also handelt es sich hier um ein kleines Abenteuer? Mit dieser Vermutung hast du absolut recht. Um daran teilzunehmen, musst du das Land Brandenburg nicht einmal verlassen. Es geht nach Pritzwalk, im Norden unseres Bundeslandes. Es gibt hier eine gleichnamige Autobahnabfahrt und auch einen Bahnhof. Und wo bleibt da jetzt das Abenteuer? Nun, das Abenteuer besteht darin, dass wir die ganze Zeit in der Natur verbringen. Als Basislager dient uns das Gelände der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“, aber wir kochen, essen und schlafen draußen. Du solltest dich also nur für dieses Wochenende entscheiden, wenn du mutig genug bist, die Nacht in einer Hängematte unter dem Sternenzelt mitten im Wald zu verbringen. Du findest das gruslig oder gefährlich? Dann ist es wohl nichts für dich.

Aber, sei ehrlich, was wäre es denn für ein Abenteuer, wenn es nicht ein bisschen ungewöhnlich und herausfordernd wäre? Als Abenteuer (lateinisch advenire ‚Ankommen‘ und mittelhochdeutsch: Âventiure) wird laut Wikipedia eine risikohaltige Unternehmung wie eine gefahrenträchtige Reise oder Erforschung eines unbekannten Gebiets bezeichnet, die aus dem geschützten Alltagsbereich entfernen. Und genau darum geht es: Etwas machen, bei dem wir unseren gewohnten Alltag hinter uns lassen. Da es ein Mikroabenteuer ist, wird es nicht wirklich gefährlich oder risikoreich, denn wir sorgen für deine Sicherheit. Das Gebiet mag vielleicht für dich unbekannt sein, aber ich kenne mich im Pritzwalker Hainholz ganz gut aus. Also – hab Mut und trau dich!

#kommnachdraussen #naturausbildung #

Nächster Termin: 22. bis 24. Juli 2022 im Pritzwalker Hainholz.

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