Wehmut ist ein Gefühl, das mit dem Loslassen einhergeht. Sprache ist wirklich etwas Wundervolles:  Im Wort Wehmut steckt „Es tut weh“. Und „Ich habe Mut“. Wehmut würdigt und verabschiedet, während sie betrauert und entlässt. Gleichzeitig heißt sie das Neue und Unbekannte willkommen. Wehmut hat nichts mit Leiden zu tun. Sie birgt Süße, Zartheit, Schönheit und Kraft. Tränen fließen, vielleicht schluchzt und schüttelt sich der Körper wie ein Tier, das sich von einer soeben erlebten unangenehmen Erfahrung befreit.

 

Lassen und los!

Viele von uns erfahren in diesen Monaten tiefgreifende Veränderungen.  Vieles von dem, was wir erleben, ist schmerzhaft. Was weh tut ist, allerdings weniger die Veränderung als der Widerstand, den wir ihr entgegensetzen. Der Schmerz lässt nach, wenn du loslässt. Lasse insbesondere das los, wovon du glaubst, dass du ohne etwas oder jemanden nicht leben kannst. Lasse insbesondere dort los, wo die Angst am größten ist.  Sie zeigt dir den Weg. Loslassen ist ein Allheilmittel und DER Ausweg, wenn du feststeckst, klammerst, dich tot oder wie eingefroren fühlst. Es ist immer der Ausweg, wenn du etwas unbedingt willst, doch einfach nicht bekommst. Lass los! Und es geht los. Das Leben hat viel Besseres mit dir vor, als du es dir gerade vorstellen kannst.

Loslassen hat nichts mit Aufgeben oder Resignieren zu tun. Loslassen ist ein mutiger und kraftvoller Akt, der dich wieder mit dem Fluss des Lebens verbindet. Diese Verbindung mit dem Fluss bringt dich ins Vertrauen und in deine Mitte zurück. Dann trägt er dich voran zu neuen Ufern, Möglichkeiten und Lösungen

Wie geht das, fragst du? In meiner Erfahrung braucht die Bereitschaft zum Loslassen so viel Zeit, wie sie eben braucht. Du musst dich also nicht unbedingt anstrengen, um ins Loslassen zu kommen. Der Moment kommt, an dem Druck und Anspannung, ein Gefühl von innerer Zerrissenheit, oder die gruselige Frage nach dem Entweder-Oder so unerträglich werden, dass du nicht mehr anders kannst, als all die fruchtlosen Versuche, das Alte zu halten, aufzugeben.

Das Alte muss gehen, damit das Neue kommen kann. „So einfach ist das“, würde mein Vater sagen.

 

Aktives „Nichtstun“

Was du aktiv tun kannst, wenn das Leben dich gerade herausfordert, ist im Grunde genommen NICHTS  – außer jede Gelegenheit zu nutzen, um innerlich zur Ruhe zu kommen und das, was du ersehnst, als Gefühle und Bilder in Deinem Innern entstehen zu lassen. Geführte Meditationen zum Beispiel sind dabei hilfreich. Insbesondere vor dem Einschlafen und gleich nach dem Aufwachen helfen sie, den Griff der alten Gedankenschleifen zu lockern. Und sie schalten deinen Geist um auf Entspannen, Loslassen und Empfangen.

Du findest kurze Meditationen von fünf bis zehn Minuten bis hin zu einstündigen Sequenzen kostenlos auf Youtube. Ich höre am liebsten geführte Meditationen von 20-30 Minuten. Und wenn ich Zeit habe, dann tauche ich auch gern für ein bis zwei Stunden ab in meinen Körper, folge meinen Empfindungen und lausche auf Bilder, Erkenntnisse und andere Sensationen.

Eine solche „aktive“ bzw. bewusste Zeit mit Dir selbst ist die beste Investition in dein Leben und in alle deine Beziehungen.

 

Vertrauen

Im Übrigen ist regelmäßiges Loslassen auch in kleinen Dingen eine geniale Praxis für mehr Raum, Fluss und Lebendigkeit im Leben. Die ideale Zeit dafür ist der Frühling. Es ist wie Atmen. Auf das Einatmen folgt das Ausatmen. Nur wenn du versuchst, die Luft zu lange anzuhalten, dann wird das nicht lange funktionieren, bevor du umkippst.

Du kannst darauf vertrauen wie die Raupe im Kokon, die ganz sicher zum Schmetterling wird. Sie muss nichts dafür tun. Sie fließt mit dem Fluss des Lebens. Und der Wandel geschieht. Das Ergebnis ist zuverlässig perfekt. Und wenn es das noch nicht ist, dann ist es noch nicht das Ergebnis. – Sei mutig, auch wenn es weh tut!

 

Über den Autor

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Claudia Shkatov arbeitete über 20 Jahre in internationalen Führungsaufgaben bis sie in 2012 eine spontane innere Öffnungserfahrung machte in deren Folge sich Hellsichtigkeit, Hellfühligkeit und die Fähigkeit spontanen Wissens bei ihr einstellten. Sie schloss an diesem Punkt ihr damaliges Beratungsunternehmen und widmet sich seitdem innerer Bewusstseinsarbeit als Herzenshörerin, Trainerin und Autorin.

In Einzelcoachings und Seminaren unterstützt sie heute Menschen darin, Ausrichtung und Klarheit in Beziehungen und Beruf zu erlangen und der Stimme ihres Herzens zu folgen.

Schwerpunkte ihrer Arbeit sind Intimität, innere Führung und Macht.

Seit 2019 bietet sie einzigartige geführte Seelenreisen für Frauen in die südafrikanische Wildnis an.

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