Ob Zier- oder Nutzgarten, jeder hat seine Vorstellungen von der eigenen Scholle. Manche Leute begnügen sich mit dem Kübel auf dem Balkon oder im Wintergarten, andere brauchen viele Quadratmeter, um sich gärtnerisch an der Erde und mit den Pflanzen auszutoben.

Mit ein paar Gedanken im Vorfeld lassen sich die meisten Gärten und Pflanzungen so anlegen, dass grobe Standortfehler oder Unverträglichkeiten im Konkurrenzverhalten von Pflanzen vermieden werden können. Ein Garten besteht dann nicht nur aus „Einzelkämpfern“, die mit den Worten:“So, sieht jut aus!“ ihrem Schicksal überlassen werden, sondern kann als harmonisches Ganzes erlebt werden.

Naturnah: Wo kommt die Pflanze her?
Die Kenntnis über die natürlichen Wuchsbedingungen der zu betrachtenden Pflanze steht hier im Vordergrund. Kann ich diese Pflanze auf dem hiesigen Boden und in diesem Kleinklima bedenkenlos kultivieren? Eine Edelrose wird z.B. langfristig in einem kleinen Topf oder ausgesprochenem Sandboden kränkeln und eingehen. Schattenpflanzen aus dem Waldbereich gehören nicht in den Südteil des Gartens und ein Gemüsebeet gedeiht selten im Schatten unter alten Kiefern.

Wesensgemäß: Was braucht eine Pflanze, um sich wohl zu fühlen?
Eine Kletterpflanze benötigt zum Beispiel zumeist eine Stütze um ihrem „Wesen-gemäß“ wachsen zu können. Beim Obstbaum ist zwischen einatmenden und ausatmenden Jahren (Alternanz: ca. 2-jähriger Rhythmus im Stoffwechsel-Gleichgewicht des Baumes) und seinem Alterszustand zu unterscheiden und dementsprechend die Intensität des Schnittes anzupassen. Meiner Auffassung nach, sollte ein Baum nicht stetig auf Ertrag geschnitten werden, um eine Verausgabung zu vermeiden. Menschen brennen auch irgendwann aus, wenn wir uns stetig nur Einsatz ohne Pause abverlangen.

Ein Umgang mit Pflanzen, der ihrem Wesen widerspricht, macht unnötig Arbeit und schafft oft Frustration, statt Freude an üppigem Grün und leuchtender Blüten.

Homöopathisch: Wie kann man die Pflanzen – Lebenskraft wieder stärken und in Balance bringen?
Die Homöopathie sieht nicht nur einen Aspekt des Menschen, ein Symptom einer Krankheit, sondern betrachtet stets das Lebewesen als Ganzes.
Aus diesem Grund kann die Homöopathie auch universell und sehr individuell für alle Lebewesen eine Heilmöglichkeit sein.
So ist es auch bei den Pflanzen. Als Lebewesen haben auch sie eine Lebenskraft, die Verstimmungen unterliegt und wieder in Balance gebracht werden möchte. Pflanzen kann man auf diese Weise nachhaltig behandeln. Sie werden resistenter und kräftiger.
Beim Menschen sind es oft Stressfaktoren, belastende Familiensituationen oder akute Geschehnisse, die dem Organismus zusetzen. Pflanzen leiden ähnlich, z. B. unter falschen Standorten, die ihren natürlichen Wuchsbedingungen widersprechen und die Pflanzen schwächen. Aus einem schwachen Milieu entstehen Anfälligkeiten, die wiederum Pilzerkrankungen oder Schädlingsbefall begünstigen.

All dies, beim Menschen wie bei der Pflanze, ruft Symptome hervor, die wir zur Mittelfindung benötigen. Sicherlich, die Pflanze kann nicht für sich sprechen wie der Mensch. Ein Baby kann auch nicht direkt befragt werden oder von sich aus erzählen. Hier ziehen wir die Mutter oder den Vater zu Rat; fragen nach Ereignissen im Vorfeld und Veränderungen zum üblichen Verhalten.

So macht man es auch bei den Pflanzen. Wer einen Garten hat und sich um Pflanzen kümmert, kann zumeist von ihnen berichten. Alles Übrige an Information, zu korrektem Standort, Wuchsverhalten und etwaigen Konkurrenzsituationen kann ein Gärtner/Gärtnerin beitragen.

In der gärtnerischen Anwendung versprüht oder gießt man die homöopathischen Mittel aus, um so einen Anreiz zur Heilung zu geben. Abhängig von der Lebenskrafteinschätzung wird wie beim Menschen die Potenz und Dosis gewählt.

Es ist noch eine Art Pionierarbeit, die durch einige Vorreiter auf diesem Gebiet, nun auch in unsere hiesigen Gärten und Häuser Einzug halten kann.

Bianca Pfeifer

Fotos: Hannes Jackwitz

 

Über den Autor

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Gärtnerausbildung, Garten- und Landschaftsbau – gärtnerische Tätigkeit in den Royal Botanic Gardens, Kew bei London – Studium der Landschaftsarchitektur (FH) in Erfurt – Arbeit in verschiedensten Planungsbüros und einer online-Gartenredaktion, Düsseldorf – Aufbaustudium zur Gartenbaulehrerin an Waldorfschulen – langjährige Tätigkeit als Gartenbaulehrerin an der Freien Waldorfschule Kleinmachnow – Umschulung zur Heilpraktikerin, Klassische Homöopathie und Fußreflexzonentherapie – eigene Praxis in der MOSAIK-Praxisgemeinschaft seit Sommer 2012 – parallel dazu und in enger Verbindung naturnahe Gartenberatung und homöopathischer Pflanzenschutz Ich bin verheiratet, wir haben eine Tochter und wohnen in Babelsberg.

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