Warum sind wir für Klänge so empfänglich und was kann man damit erreichen? 
Hintergrund und Entstehung des Therapieansatzes

Klang ist Nada. Das Wort Nada stammt von der Sanskritwurzel Nad. Nad bedeutet strömen und meint einen Strom von Bewusstsein und damit auch einen aktiven Prozess. Das alte Wissen um die Klangstrukturen und ihre Wirkung ist sowohl im Rig Veda, dem größten aller Veden beschrieben, als auch in anderen Kulturen.

Die Vorstellung des ganzheitlichen Yogasystems von der Entstehung der Welt hilft uns, besser zu verstehen, wie sich der Mensch aus (Klang-)Schwingung manifestiert hat und warum er so empfänglich für Klänge und Klangstrukturen ist. Ich spreche hier gerne von der „Klangevolution“.

Die Welt ist aus Klang entstanden

Reines Bewusstsein (Gott, Brahman …) ruht in sich selbst und ist „Einheit“ und unbegrenzt.
Um eine konkrete begrenzte Erfahrung machen zu können, bedarf es eines Feldes, in dem konkrete Formen oder Muster Raum haben für so eine Erfahrung. Also ohne Raum keine Bewegung, ohne Bewegung keine konkrete Manifestation. Das kennen wir von den Elementen, zuerst ist da eine Idee (der Geist), dann kommt Äther (der Raum der Entstehung), dann Luft, Feuer, Wasser und zu Letzt Erde. Letztlich eine konkrete Entstehung von feinstofflich zu grobstofflich. Dieses erzeugte Feld wird durch den so genannten Urklang erzeugt (OM, Amen…..) .
Der Geist als individuell geprägtes System (aus dem konkrete Vorstellungen aus alten Mustern und Erfahrungen reflektieren), kann innerhalb dieses Raumes eine konkrete Schwingung erzeugen und aussenden, die Teilchen anzieht und abstößt, so dass konkrete Formen und Muster entstehen, so auch letztendlich der Mensch mit Form und Eigenschaften. Durch Schwingungs-Frequenzen entsteht eine Anordnung von Partikeln (auch physikalisch leicht zu demonstrieren mit Sand oder Wasser). Alles schwingt in einer bestimmten Frequenz und das macht den Unterschied der manifesten Form aus (leichte Schwingungsunterschiede drücken sich unterschiedlich aus in der Form der Manifestation und letztlich auch im Erleben wie z.B. unterschiedlicher Gefühle.

Wir wissen heute auch wissenschaftlich, dass es keine feste Materie gibt. Unter dem Elektronenmikroskop kann man beobachten, wie alle Teilchen schwingen und sich bewegen, auch wenn wir die Materie subjektiv als „fest“ oder „hart“ erfahren. Wenn also alles schwingt im Universum und einen Rhythmus hat, dann die Ansammlung der Atome etc. des Menschen auch. Letztlich können wir alles in Frequenzen erfahren, aber nicht alles auf der physischen Ebene materiell beweisen und deshalb sagen bekanntlich die großen spirituellen Meister, „du kannst dies nur erfahren, auf einer subtileren Ebene….“ und zeigen dafür einen Weg auf wie z.B. Nada Yoga, Meditation und Klangtherapie.

Also auch der Mensch ist mit all seinen Erscheinungsformen im Yoga (dem physischen, astralen und kausalen Körper sowie der Nahrungs-, Energie-, Emotions-, Geist- und Wonnehülle) Schwingung. Sind wir im Einklang, erfahren wir uns als Einheit mit tiefem inneren Frieden und Ausgeglichenheit.

Wie kommt es zum Ungleichgewicht und den daraus entstehenden Erkrankungen?

Kommt in der Welt der Polarität ein konkreter Bezug auf einen Pol, also eine Identifikation außerhalb der Mitte zustande, so entsteht in der Folge ein Ungleichgewicht, das wieder ausgeglichen werden will. Wenn der Mensch sich überwiegend gegen die Natur verhält, also weder den Universellen Lebensgesetzen noch den Naturgesetzen folgt, kann das System im wahrsten Sinne des Wortes vorübergehend oder dauerhaft blockieren.

Gehen wir davon aus, dass wir meist verschiedene Schwingungsmuster haben, dann wird auch schnell verständlich, warum wir uns so unterschiedlich wahrnehmen, obwohl wir vom Ursprung alle Eins sind.

Wie kommt es zu einer subjektiven Wahrnehmung der Trennung von der Alleinheit? Laut der östlichen Philosophie geschieht dies durch Stress. Stress hat viele Qualitäten und Möglichkeiten erfahren zu werden, je nach unserem Zustand. Nehmen wir an, unser System produziert eine Stressreaktion auf einen Stressor von Außen. Unser System reagiert evolutionär mit dem „Kampf- und Fluchtmechanismus“ also mit Anspannung. Durch die physische und psychische Anspannung werden die Energiebahnen (Nadis bzw. Meridiane) blockiert und die Vitalkraft (Prana, Chi, Ki, freie Lebensenergie) kann nicht mehr frei und ungehindert fließen.

Dies hat oft zur Folge, dass bei bestehender chronischer Stresssymptomatik das gesamte System nicht mehr entspannen und regenerieren kann. Sowohl auf der körperlichen als auch auf der emotionalen, der energetischen und der geistigen Ebene sind wir dann weder entspannt, noch in der Lage frei und ungehindert neu zu entscheiden und zu agieren.

In der ganzheitlichen Klangtherapie gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf allen diesen oben erwähnten Ebenen des Menschen, gezielt einzeln oder gleichzeitig zu arbeiten. Dabei ist für mich ein Ansatz besonders wichtig. Bei diesem stellt sich der Therapeut nicht mit individuellem Wissen über den Patienten, sondern steht lediglich als Kanal der universellen Kraft zur Verfügung. So  kann das geschehen, was gut ist (auch wenn ich das mal nicht konkret weiß). Das hilft sehr nicht im Verstand zu verhaften und neben Fachwissen und Erfahrung auch noch intuitiv und offen zu bleiben. Bei diesem speziellen Ansatz der Klangtherapie wird ein Raum von amorphen (unspezifischen, vielfältigen) Klängen erzeugt, damit all das in Resonanz kommen kann, was blockiert ist und  sich nicht selbst lösen kann. Zum Einen kann das in Resonanz kommen, was auf die vielen Frequenzen anspricht und zum Anderen kann der Verstand sich hier nicht mehr fokussieren und lässt schneller los. Ist der Verstand zur Ruhe gekommen, ordnet sich das gesamte System neu, da es im Moment nicht mehr gesteuert oder manipuliert wird.

Die ganzheitliche Wirkung der Klangtherapie

Auf der körperlichen Ebene können so das Nervensystem und die Muskeln entspannen, sich die Faszien, und anderen Gewebe wieder natürlich ausrichten und stabilisieren.

Emotional können sich alte Muster im Hier und Jetzt lösen und transformieren in positive  Energie.
Energetisch lösen sich Blockaden sanft auf und die Lebensenergie kann wieder frei dorthin strömen, wo ein Defizit ist und es wieder ausgleichen.
Der Verstand  wird ruhig und passiv, es entsteht mit der Zeit  innere Ruhe und Frieden und eine tiefe Regeneration und Entspannung auf allen Ebenen.

Zum Einsatz können ganz verschiedene Klanginstrumente und Medien kommen. Letztlich entscheiden das die Ebene, auf der gearbeitet werden soll und die gewählte Herangehensweise. In der Praxis verwende ich persönlich therapeutische Gongs, Klangschalen und Zimbeln am häufigsten – neben Tambura (indische Laute) und Harmonium für die Chakrenarbeit.

Entscheidend für eine Tiefenwirkung ist zudem die Dauer der Klänge. Je länger wir z.B. einer amorphen Schwingung ausgesetzt sind, desto mehr Zeit hat das System mitzuschwingen und sich nachhaltig neu auszurichten.

Klangtherapie, auch Nada Yoga genannt, ist ein praktischer Erfahrungsweg, der uns ermöglicht unser gesamtes System bewusst zu erleben und hilft zugleich, die Identifikation von alten krankmachenden Mustern zu lösen. Dadurch können wir Schritt für Schritt unseren wahren Ursprung erkennen, der hinter den hörbaren und inneren (geistigen) Klängen und Schwingungsmustern liegt, unsere Seele Atman, die in Brahman ruht, dem Ursprung allen Seins.

Mehr Infos zum Thema Nada Yoga: hier

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