Wir haben das Glück und den Luxus in einer Umgebung, in einem Land zu leben, in dem wir relativ frei unser eigenes Leben gestalten können. Unsere (Liebes-) Beziehungen und unser sexuell-sinnliches Leben können wir so kreieren, wie es uns entspricht. Das war in der Vergangenheit nicht immer so und in der Gegenwart vieler Länder dieser Erde ist die Wirklichkeit weit davon entfernt.
Auch hier in Deutschland, der Schweiz oder Österreich werden die ersten zwei Sätze nicht für alle Frauen zutreffen.

Wo stehe ich persönlich als Frau? Seit dem mir der oben genannte Luxus klarer geworden ist, sehe ich für mich eine neue Verpflichtung: Ich bin verantwortlich dafür, dass ich mir meiner eigenen Macht und Tatkraft bewusst werde und sie auf heilsame Weise einsetze.
Jahrhunderte lang waren Frauen an vielen Stellen in der Opferrolle – ich glaube, es ist Zeit, (wo immer möglich), in die Tatkraft zu gehen und die eigene Macht zu entwickeln und zu sich zu nehmen – natürlich auf eine Weise, die Licht in die Welt bringt!

Weibliche Qualitäten (ich meine nicht: „die Frau“) werden oft beschrieben als verbindend, nährend, schützend, integrierend und noch so viel mehr…. Männliche Qualitäten vielleicht als aktiv, zielgerichtet, strukturiert und auch noch viel mehr…. Wer bin ich als Frau, wenn ich männliche und weibliche Qualitäten voll zu mir nehme, und diese in meinem Alltag lebe: im Büro, im Amt, in der Elternversammlung, im Sex?
Was können wir als Frauen bewirken, wenn wir zu unseren weibliche Qualitäten stehen?

In den letzten Jahren habe ich immer wieder erlebt, dass die von mir als männlich bezeichneten Qualitäten in meiner Umwelt mehr geschätzt wurden, als die weiblichen. Wir leben ja auch in einer männlich geprägten Welt. Männliche und weibliche Teile sind gleichermaßen wichtig und gehören geehrt und geachtet. Mir geht es darum, eine Balance zu erlangen.
Wie würde die Erde aussehen, wenn Weibliches und Männliches gleichermaßen geachtet, geehrt, gewertschätzt würde?
Wir werden das erleben können, wenn immer mehr Frauen sich aufmachen, ihre weibliche Macht zu entdecken, ihren Selbstwert zu erhöhen und wenn sie lernen, sich zu akzeptierten und zu ehren für die, die sie sind.

Eine Aspekt dessen, die weibliche Macht zu mir zu nehmen und kraftvoller wirken zu können, ist meiner Erfahrung nach, meine eigene Sexualität zu entdecken, zu ehren, mich auszuprobieren, um das zu realisieren, was ich mir von Herzen ersehne.

Zu erforschen, wie lebendige, kraftvolle Liebesbeziehungen gelingen und dauerhaft werden, habe ich als eine weiteren Aspekt weiblicher Macht erfahren.

Weder über Beziehungen noch über Sexualität lernen wir etwas in der Schule, für viele von uns waren diese Themen ein Tabu. Unsere Vorstellungen wurden oft von Bildern und Eindrücken aus Werbung, Filmen und Fernsehen geprägt.
Diese entsprechen natürlich meist nicht der Realität.
In unseren Seminaren kommen wir über Liebe, Beziehungen und Sexualität in Austausch. Wir können ganz individuell unsere Wünsche, Bedürfnisse, Sehnsüchte entdecken und aussprechen und auch das, was wir als Frauen nicht wollen. All dies mit Frauen zu teilen, habe ich oft schon als Geschenk erlebt und immer als einen Schritt des Selbstwachstums.

Wenn ich als Frau lerne, mich ganz ernst zu nehmen, in dem was ich will (ganz individuell), nichts tue, was ich nicht will, habe ich ein Stück weibliche Macht zu mir genommen. Ebenso gewinne ich an Macht, wenn ich mich traue, wenn mich meine innere Stimme ins Unbekannte zieht – trotz der alten Moralvorstellungen oder alten Stimmen, die in mir herumgeistern. Meiner Erfahrung nach, kann Frau die Möglichkeit, die eigene Sehnsucht zu erfüllen von dem, was sie nicht will, sehr gut unterscheiden, vor allem durch die Möglichkeit des Aussprechens.

Ein ebenso wichtiger Aspekt für den Gewinn an eigener Macht und Selbstwert, ist die Fähigkeit, mich als Frau zu nähren.
Gerade als Mutter ist es für mich eine Herausforderung, mir Zeit für mich zu nehmen, für Berührungen, die ich mag und mir verschiedenste Herzenssehnsüchte zuzugestehen. Oft erlebe ich mich dann viel kraftvoller und liebevoller im Geben, wenn ich selbst genährt bin! Die Frage, was jede von uns nährt, wird uns am Frauenwochenende (Der Weg zur weiblichen Quelle der Kraft!) begleiten.

Wir Frauen haben vieles gemeinsam und sind so verschieden – Wir werden die Gemeinsamkeit genießen und uns an unserer Verschiedenheit erfreuen.
Lasst uns mit Neugier, Spielfreude und Lebenslust dahin gelangen, wo gesunde und klare (Liebes-)Beziehungen und eine lebendige Sexualität, (die mir ganz individuell voll entspricht!) in meinen Alltag gehören!

 

 

 

 

Über den Autor

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Susanne Kohts, Jhrg 66, Agraringenieurin, Mutter zweier Teenager, lebt mit ihnen, deren Vater und ihrem Lebenspartner im ZEGG und beschäftigt sich seit 15 Jahren mit Gemeinschaftsaufbau verbunden mit den Themen Liebe, Beziehungen, Sexualität und Kommunikation. Sie leitet seit vielen Jahren mit ihrem Partner Seminare zu diesen Themen und geht seit 10 Jahren einen schamanisch-spirituellen Weg.

„Eines meiner größten Anliegen ist es, Räume zu schaffen, in denen frei über Liebe, Beziehungen und Sexualität gesprochen werden kann. Sprache in diese Bereiche zu bringen ist in unserer Zeit oft noch ein Tabu. Zu beginnen, über diese Themen zu sprechen, bringt erfahrungsgemäß einen enormen Kraftzuwachs und mehr Glück und Zufriedenheit im eigenen Leben.“
www.liebesakademie.org

Mehr Infos

29.6. bis 1.7. 2012 „Ein Weg zur weiblichen Quelle der Kraft“ mit Susanne Kohts + Rotraud Rospert