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In den Sümpfen der Insel Sumatra sollen riesige Wälder gerodet werden. Die mitverantwortliche Papierfirma wirbt derweil mit grünen Lippenbekenntnissen – und sogar der WWF unterstützt das Unternehmen.

Gräben durchziehen die Gegend um das Dorf Teluk Meranti in Sumatra. Sie werden von internationalen Konzernen durch den Urwald gezogen, um den Torfboden zu entwässern, die Wälder abzufackeln und dann Monokulturen anzulegen. Nun möchte der Papier-Gigant APRIL eines der letzten noch nicht unter Naturschutz stehenden Urwaldgebiete großflächig niederbrennen. Derziet leben dort noch Sumatra-Tiger und andere seltene Tierarten.

„Für das Klima in der Region hätte das dramatische Folgen“, sagt Paul Winn, 48, ein Greenpeace-Experte für tropische Feuchtgebiete aus Neuseeland. „Die Lunge Südostasiens wird in Flammen stehen“.

Die Konzerne haben zwar eine Erlaubnis für die Rodungen, aber diese stammen teilweise noch den Jahren des Suharto-Regimes. Jetzt gelten zwar eigentlich andere Gesetze – aber die werden nicht allzu ernst genommen und die Konzerne sind längst die eigentlichen Herrscher des Urwalds. Und wer sich gegen die auflehnt, muss mit allem rechnen:

„Im Bengkalis-Distrikt im Süden der Provinz Riau etwa wurden im vergangenen Dezember 700 Häuser von Urwaldbewohnern, die ihren Wald nicht verkaufen wollten, von einem Hubschrauber aus mit Flammenwerfern abgebrannt. Die Leichen von drei Umweltaktivisten, die im Rokan-Hulu-Distrikt den Kampf gegen die Entwaldung in Riau aufgenommen hatten, fand die Lokalbevölkerung eines Morgens erschlagen in einem Teich auf, „ berichtet Spiegel.de.

Urwald-Killer Palmöl

Der eigentliche Grund für die massiven Rodung in Indonesien ist aber nicht Papier, sondern Palmöl. Und damit unser Konsum – mit leichtfertigen Schuldzuschreibungen sollte man also vorsichtig sein. In den Industrieländern gibt es einen irrwitzig wachsenden Bedarf an billigen Pflanzenölen und Palmöl wird in derzeit in vielen Lebensmitteln, in Kosmetika, in Blockheizkraftwerken und zunehmend auch als angeblicher Bio-Kraftstoff bei uns verkonsumiert. Greenpeace fordert deshalb schon lange, dass europäische Verbraucher Waren boykottieren, die Palmöl enthalten.

CO2-Speicher

Besonders brisant für das Klima: Die Urwälder mit meterdicken Torfböden speichern große Mengen an Kohlenstoff, ganze 14,6 Gigatonnen lagern in den verbleibenden Torfböden in Riau – und werden wahrscheinlich bald als schwarzer Rauch in die Atmosphäre geblasen.

Was tun?

1. Produkte mit Palmöl so gut als möglich meiden
2. Hier ist die Mail-Adresse des Papier-Konzerns April: info@aprilasia.com – Liebesbriefe sind dort immer willkommen.

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