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Alle sind erleuchtet

Alle sind erleuchtet

Titel: Alle sind erleuchtet

Author: Kristin Rübesamen

Verlag: Berlin Verlag

Preis: 19,90

ISBN: 978-3827009494

Yoga-Biografie

„Alle sind erleuchtet“ klingt als Buchtitel so hübsch kritisch, man freut sich regelrecht auf das Aufschlagen des Buches. Schnell steigt man in die Geschichte von Kristin Rübesamen ein, die 1997 mit ihrem Mann und den zwei kleinen Töchtern nach New York zieht und eher zufällig und unbedarft an das Thema Yoga gerät. Ihre persönliche Geschichte führt sie von New York über London bis nach Indien und schlussendlich nach Berlin, wo sie heute Yoga lehrt.

Fazit: Erwartungslüstern blättert man sich voran, wartet irgendwie unbestimmt auf Enthüllungen, Erkenntnisse, Geheimnisse und wird dafür mit einer sanft vor sich hin gähnenden Yoga-Biografie belohnt.

Kristin Rübesamen betreibt hier eine mäßig spannende Seelenschau, gewürzt mit einigen harten Begriffen. Man hat das Gefühl, sie will sich selbst beweisen, wie cool sie doch ist, wenn sie lakonisch-ironisierend ein „Ach wie schwul“ einstreut oder Sätze wie „Ich sehe es direkt vor mir, wie sie richtig hart gefickt wird in einem billigen Pornovideo. Siehst du es auch?“ dahin klatscht. Immer weiter liest man, in der Hoffnung, dass jetzt doch irgendwie endlich mal der Knackpunkt kommen, der tiefere Sinn des Buches sich enthüllen möge. Aber irgendwie bleibt man als Leser etwas unerfüllt zurück, während man konsumiert, wie die Autorin sich Yoga-besessen durch Kurse ackert, ihre Wirbelsäule streckt, in ihre Knie atmet und sich in Hardcore-Yoga-Schulungen demütig Schnürsenkel durch Nase und Rachen zieht. Nett ist das Buch, stellenweise
komisch, erschreckend, amüsant, sogar vereinzelt angenehm beißend, aber irgendwie… blass. Vielleicht sollte man wirklich ein ausgewiesener Yoga-Jünger sein, um wahre Begeisterung aufbringen zu können. Für Interessierte und Kenner bietet das Buch wahrscheinlich einen spannenden Einblick in ein Leben, das
unglaublich intensiv und nicht nur nebenbei dem Yoga-Lernen und später auch -Lehren gewidmet wird. Aber ein wenig schade ist es um die Idee an sich,  hatte der Klappentext und die Beschreibung doch größere Erwartungen erweckt, die sich nur in Ansätzen erfüllt finden.

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