Christina Mundlos: Mütterterror

Titel: Mütterterror

Author: Christina Mundlos

Verlag:  Tectum Sachbuch, 2012

Preis: 216 Seiten, 19,90 Euro

ISBN: 978-3828829688

Müttermafia?

Viele kennen es: Da macht eine Mutter zur anderen eine harmlos scheinende Bemerkung, die allerdings einen Giftstachel in sich trägt und die Fürsorge für das Kind in Frage stellt. In Krabbelgruppen oder Familienfeiern – es scheint ein ewiger Wettstreit mit Kritik und Anfeindung zu sein. Ursachen sind laut Mundlos mangelnde Anerkennung von außen, Schuldgefühle und Versuche der Selbstaufwertung durch Abwertung anderer.

Anhand vieler Fallbeispiele (Krabbelgruppen, Erziehung, Stillen, Ernährung), zeigt sie Strukturen auf, entlarvt die Gruppendynamik solcher Aktionen und schafft damit für Betroffene (und für aktiv Abwertende) ein Bewusstsein. Im letzten Kapitel bietet sie dann Lösungen an (Ehrlichkeit, Selbstreflexion, Verbündete), um sich von aktiver Beteiligung und auch als Betroffene aus solchen Situationen zurückzuziehen. Zusätzlich nimmt sie eingangs die Strukturen von traditionellen, heteronormativen Paarbeziehungen kritisch unter die Lupe und streicht heraus, dass das Bild der „guten Mutter“, die glückselig die Kinder begluckt, erst ein relativ neues Resultat der Mütterideologie der NS-Zeit und der Ideale der 1950er Jahre ist.

Fazit: Ein Buch, das im Klappentext mit drei „Emma“-/Alice Schwarzer-Rezensionszitaten wirbt und damit einen (äußerst schwierigen und sich überalternden) Flaggschiff-Feminismus präsentiert, der in den letzten Jahren mehrfach versucht hat, jüngere Feministinnen zu diskreditieren. Schwierig. Auch Aussagen wie die, dass Männer selten bis nie “terrorisieren” und dies quasi immer nur von anderen Müttern ausgeht, sorgen dafür, dass sich einem die Nackenhaare schon beim Vorwort etwas unangenehm aufstellen. Aber dennoch lohnt sich die Lektüre sehr, denn es steckt viel Wahres und Interessantes hier drinnen und Christina Mundlos zeigt viele reale belastende Situationen und Strukturen auf.