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Dakini Power

Dakini Power

Titel: Dakini Power

Author: Michaela Haas

Verlag: O.W. Barth

Preis: 24,99

ISBN: 978-3426292204

Starke Frauen im Buddhismus

 

 

Die erfahrene Journalistin Dr. Michaela Haas – sie arbeitet unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und als Moderatorin für die ARD –  ist selbst seit gut 20 Jahren praktizierende Buddhistin und beschreibt zunächst, wie sie, eher zufällig, zu dieser Religion fand und Gläubige wurde. Aus einem tiefen Bedürfnis heraus, hat sie es sich in ihrem Buch „Dakini Power“ zur Aufgabe gemacht, zwölf zeitgenössische Meisterinnen des tibetischen Buddhismus zu portraitieren, die sie für die Buchrecherchen auch alle persönlich traf.

Schon der Buchtitel erscheint als äußerst passend gewählt. Dakinis (Sanskrit = Himmelstänzerin) sind im Grunde die etwas schwer zu fassende weibliche Energie. In der spirituellen Mythologie des Buddhismus stehen sie für sehr wechselhafte, friedliche bis wilde weibliche Wesen, die die spirituelle Entwicklung der Praktizierenden begleiten und prüfen. Und sie sind natürlich ebenfalls das Symbol für das erleuchtete weibliche Prinzip und die weibliche Verkörperung von Weisheit. Charaktisierbar mit Sanftmut, gepaart mit Brillanz, Mut, Radikalität und einer kleinen Prise Zorn. So sind es auch keine einfachen und oft sehr mutige Lebenswege, die hier gezeigt werden. Vielfach mussten sich die Frauen gegen Restriktionen durchsetzen und sich ihren Platz hart erkämpfen – teils sogar unter Einsatz ihres Lebens.

Michaela Haas erkundet ihre Geschichten und erzählt sehr anschaulich, in Interviewteilen oder Ausschnitten aus ihren Werken kommen die Frauen auch selbst zu Wort. Das im Anhang befindliche Glossar klärt zudem auch für Unerfahrene unbekannte buddhistische Begriffe.

Fazit: Mitreißend geschriebene, spannende, berührende und wirklich inspirierende Biografien außergewöhnlicher Frauenfiguren. Sehr gut auch der ausführliche Einstieg, der die Situation der Frauen und die religiösen Zusammenhänge auch für absolute Neulinge gut erklärt.

Die Weltreligionen (und der tibetische Buddhismus ist hier tatsächlich absolut keine Ausnahme) sind zuallererst vor allem männlich dominiert. Frauengestalten gehen – bis auf vereinzelte Ausnahmen – leider meist unter oder werden kaum wahrgenommen. 

Es ist einfach schön, aber auch wichtig, über die unterschiedlichen Lebenswege dieser zwölf sehr bemerkenswerten Frauen zu lesen und zu verstehen, was sie getrieben und angezogen hat, um diese spirituellen Pfade einzuschlagen und letztendlich zu dem zu werden, was sie sind: Lehrerinnen, die ihre Weisheit und ihre Erfahrungen weitergeben.

In diesem Sinne ist auch das Vorwort des 17. Karmapa gehalten, indem er sehr deutlich Wertschätzung für die einzigartige weibliche Spiritualität fordert und seine Hoffnung ausdrückt, dass den vorgestellten Wegbereiterinnen die ihnen zustehende Anerkennung zuteil wird und sie in der Zukunft Inspiration für viele weitere weibliche Praktizierende sind.

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