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Das Eva Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit

Das Eva Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit

Titel: Das Eva Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit

Author: Eva Herman

Verlag: Pendo

Preis: 18,00

ISBN: 3-86612-105-9

Totentanz der Frauenbewegung

 

Unser aller Evchen hat ein Buch verfasst… Schon im Voraus kochten _ aufgrund eines von ihre verfassten Artikels im Magazin „Cicero” landesweit (und äußerst medienwirksam) die Emotionen hoch. Kurz nach dem Erscheinen ihres Pamphlets ist die erste Auflage vergriffen. Eva Herman reitet auf der Scheitelwelle einer Entwicklung, die sich in den letzten Jahren immer mehr herauskristallisiert hat: der Anti-Emanzipation. Das Problem liegt nicht bei den Thesen, die sie nutzt, sondern bei den Schlussfolgerungen, die sie daraus zieht. Mann und Frau sind definitiv verschiedene Wesen, anderer Muskelaufbau, anderer Körperbau, andere hormonelle Verteilungen, anderes Schmerzempfinden. Ja, wir besitzen – sehr grob betrachtet, und selbst Eva Herman gibt hier zu, dass Ausnahmen existieren – Unterschiede und differenzierte Begabungen. Und das ist auch gut so. Aber das rechtfertigt dennoch nicht, dass man als Frau – im Rahmen der göttlichen Ordnung und des Schöpfungsauftrages – brav zu Hause bleibt… Man kann nicht das eine Dogma kritisieren und das nächste einfordern. Heutzutage haben wir Frauen – Göttin sei Dank – die Wahl, welchen Weg wir für uns (nicht für unsere Eltern, die Gesellschaft oder sonstwen) einschlagen möchten. Sei es nun erfüllendes Hausfrauenleben, Arbeitsalltag oder eine Kombination aus allem Möglichen. Das „Eva-Prinzip” liest sich wie ein bigottes Benimm-Büchlein aus den 50ern des vorigen Jahrhunderts und klingt nach simpel gestrickter Propaganda-Maschinerie. Etwa dann, wenn Frau Herman uns vor der Argumentationsweise „DER” Feministinnen warnt. Unterschwellig polemisierend besitzt das Buch eine recht schlichte, anschauliche Sprache. Vielleicht damit auch der einfachste Geist Zugang zu ihren erstaunlichen Thesen finden kann? Irritierend auch die Art und Weise, wie die beliebte Tagesschau-Sprecherin mit Minderheiten umgeht. So erzählt sie von einer lesbischen Bekannten, die ihr – aufgrund des eingangs erwähnten Artikels – „Undank” und „maßlose Dummheit” gegenüber den Errungenschaften der Emanzipation  vorwarf. Herman wischt diese Einwände unbesorgt beiseite, indem sie Lesbierinnen – dank ihrem anderen Lebensentwurf – ein Recht auf die aktive Beteiligung an der Debatte abspricht. Angefüllt mit wissenschaftlichem Halbwissen doziert sie unter anderem darüber, wie positiv es doch ist, dass indigene Andenbewohnerinnen ihre Kinder jahrelang auf dem Rücken mit sich herum tragen und wie gut dies, im Gegensatz zur extrem traumatischen Nutzung von Kinderkrippen und Kindergärten, für die emotionale Entwicklung der Kleinen ist. Dies mag zum Teil stimmig sein, aber ganz davon abgesehen, dass die Anzahl der Kindergartenplätze in den Bergdörfern der bolivianischen Anden eher gering sein dürfte, klingt dies – im direkten Vergleich mit unserem westlichen Lebensstandart – dezent seltsam. Amüsanter Weise hat inzwischen auch ihr Ex-Mann in einem offenen Brief an die von der Muse geküsste Autorin das Wort ergriffen, in welchem er seiner Verwunderung über die jetzige Haltung der  ehemaligen Karrierefrau Ausdruck verleiht.
Fazit: Wer als Frau über einen gesunden Blutdruck verfügt, dem sei dieses Buch als Retro-Version ans Herz gelegt, ich empfehle danach den Genuss der Töchter Egalias…

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