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Das Haupt der Welt

Das Haupt der Welt

Titel: Das Haupt der Welt

Author: Rebecca Gablé

Verlag: Bastei Lübbe

Preis: 26

ISBN: 978-3431038835

Geschichtsstunde

Frisch auf dem Markt ist jetzt das neueste Werk der in Mönchengladbach geborenen deutschen Autorin Rebecca Gablé, wie immer gebunden in der Erstausgabe. Fans von Mittelalterromanen ist dieser Name natürlich nicht unbekannt. 1997 debütierte sie mit dem weltbekannten Roman „Das Lächeln der Fortuna“ und erzählte in nachfolgenden Bänden die Geschichte Englands und des Geschlechts der Waringhams weiter. Zum ersten Mal nimmt Rebecca Gablé sich hier in einem Roman der deutschen Geschichte an und lässt diese sehr anschaulich und faktenreich wieder lebendig werden. Und auch hier lässt sie ihre Hauptfiguren allerlei Irrungen, Wirrungen, menschliche Grausamkeit, Verrat und mannigfaltige grässliche Dinge durchleben und webt mühelos trockene geschichtliche Fakten ein, bis sie – Achtung Spoileralarm – letztendlich doch ihr Refugium samt Happy End erringen. Es ist im Grunde das übliche Konzept der Gablé- Bücher, sie ist eben, trotz der ebenso zahlreichen Ränke und Intrigen in ihren Büchern, kein George R. R. Martin, der seine Hauptfiguren – kaum hat man sie schätzen gelernt – spontan versterben lässt. Aber gerade darum lieben ihre Fans sie ja auch. Denn was ist menschlicher, als um Liebe, Macht und sein Glück zu ringen?

Die rahmengebende Handlung ist der sächsische Königshof von Otto I., und vor allem die Lebenswege des fürstlichen slawischen Geschwisterpaars Tugomir und Dragomira, das bei dem Sturz der Brandenburg als Geiseln und Sklaven erbeutet wird. Ausgehend von den Konzepten ihrer vorhergehenden Bücher kann man darauf hoffen, dass sie diese Storyline weiterführt. Sie thematisiert einen sehr spannenden Abschnitt der deutschen Geschichte: den Kampf um die Befriedung eines Reiches und die Christianisierung des slawischen Volkes. Das große Thema ist dann auch wiederholt die Kraft der traumatisierenden Gewalt, die Sichtweisen der Religionen und die Erkenntnis, dass aus einem lebenszerstörenden Unglück Glück erwachsen kann.

Fazit: Ein fesselnder und brillant mit historischen Fakten untermauerter Mittelalterroman der oberen Liga, der schnell ausgelesen sein will. Im Gegensatz zum letzten Roman endlich mal wieder sympathische Charaktere, mit denen man sich identifizieren kann und denen man nicht ständig entnervt den Kopf abreißen will. Wer hier einen Groschenroman à la Autorenteam Iny Lorentz und ihrer ewig wandernden Hure erwartet, wird – den Göttern sei Dank – bitter enttäuscht. Also: Kaufen, auf dem Sofa einkuscheln und lesen!

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