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Das Labyrinth der Wörter

Das Labyrinth der Wörter

Titel: Das Labyrinth der Wörter

Author: Marie-Sabine Roger

Verlag: DTV

Preis: 8,95

ISBN: 978-3423212847

Verdummung

Kann man Liebe lernen? Lernen, andere Menschen wertzuschätzen, wirklich zu  sehen? Lernen, jemanden lieb zu gewinnen? Lernen, zu denken und sein Potential zu nutzen? Der Roman handelt von Germain Chaze, seines Zeichens scheinbar nur ein gutmütiger Idiot in einem kleinen französischen Städtchen. 45 Jahre alt,  110 Kilo schwer und mit riesenhafter Statur trinkt er gerne, verrichtet Gelegenheitsarbeiten, hat ab und an eine Geliebte, zählt gerne Tauben und beschäftigt seine großen Hände damit, in der fruchtbaren Erde seines Gartens Gemüse zu ziehen oder filigrane Holzfiguren zu schnitzen.

Eines Tages trifft er auf die alte Dame Margueritte, die Germain, der fast völliger Analphabet ist, sanft an die Welt der Worte und der Bücher heranführt. 45 Jahre hat es gedauert, bis sich durch Aufmerksamkeit, Interesse und einfühlsame Förderung aus einem wandelnden Fleischberg ohne Ziel ein denkendes, fühlendes Wesen entwickelt, das seine eigene Intelligenz entdeckt. Ein interessantes Denkbeispiel, das deutlich aufzeigt, wohin es führen kann, wenn man Kinder einfach als dumm abstempelt.

Fazit: Anfänglich tut man sich etwas schwer mit der Art des Buches, das rein aus der Sicht von Germain erzählt ist, ist vielleicht sogar versucht, das Werk von Frau Roger leicht entnervt zur Seite zu legen. Es ist leicht geschrieben und berichtet mit Germains Worten auch ebenso leicht von den Grausamkeiten des Lebens. Aber wie das oft so ist mit den scheinbar federleichten Büchern, am Ende verbringt man doch mit sanftem Widerwillen den Abend lesend gefesselt auf dem Sofa. Und noch lange Zeit später schleichen sich die Figuren dieser leichten, scheinbar harmlosen Geschichte im Hinterkopf ein.

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