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Einsamkeit. Woher sie kommt, was sie bewirkt, wie man ihr entrinnt

Einsamkeit. Woher sie kommt, was sie bewirkt, wie man ihr entrinnt

Titel: Einsamkeit. Woher sie kommt, was sie bewirkt, wie man ihr entrinnt

Author: John T. Cacioppo, William Patrick

Verlag: Spektrum Akademischer Verlag

Preis: 19,95

ISBN: 978-3827428646

Krankheitsbild Einsamkeit

Einsamkeit – ein Ding, an dem unsere ganze Zivilisation krankt… John T. Cacioppo und William Patrick nähern sich mittels Neurowissenschaft, Psychologie und auch kleinen erklärenden Ausflügen in Neuro-anatomie und Evolutionstheorien sowie vielen Praxisbeispielen diesem spannenden Themenkomplex. Gegliedert ist das Buch in drei große Kapitel: Teil 1 – „Das einsame Herz“, Teil 2 – „Vom egoistischen Gen zum sozialen Wesen“ und Teil 3 – „Wege in die Einbindung“.

Das Autorenduo konstatiert, dass der Mensch im Grunde einer sozialen Spezies angehört. Delfine bilden Schulen, Pinguine Kolonien, Ameisen Nester und der Mensch bildet Familien und andere Gemeinschaften. Erwiesenermaßen birgt soziale Isolation für ein Mitglied einer solchen Spezies eine geradezu tödliche Gefahr. Die Lebenserwartung sinkt durch steigende gesundheitliche Risiken.

Depressionen, Bluthochdruck, Schlafstörungen, Schwächungen des Immunsystems, das schnellere Voranschreiten von Alterserkrankungen (wie zum Beispiels Alzheimer) – all dies kann durch den sozialen Schmerz der Einsamkeit begünstigt werden, der Faktoren wie Übergewicht oder Rauchen hier offenbar wirklich in nichts nachsteht.

In einer Gesellschaft, die immer mehr vereinsamt, ein Gedanke, den man nicht einfach beiseite schieben sollte. Denn Nähe ist notwendig für das menschliche Überleben. Und damit ist nicht unbedingt die familiäre Nähe, sondern soziale Interaktion mit anderen Individuen im Allgemeinen gemeint. Wobei es für den Menschen auch noch einen Unterschied macht, ob er allein ist oder sich allein fühlt – tiefgreifende Einsamkeit ist schließlich auch inmitten einer riesigen Menschenmenge möglich.

Blickt man auf die Erfahrungswerte der teils grauenhaften menschlichen Geschichte zurück, kann man erkennen, dass soziale Einbindung im direkten Zusammenhang mit geistiger Gesundheit, körperlicher Gesundheit und emotionalem Wohlbefinden steht.

Fazit: Ein faszinierendes und wissenschaftlich fundiertes, sehr dichtes und gut geschriebenes Werk, das zu Selbstreflexion und Analyse von Beziehungsstrukturen einlädt und auch für Laien gut lesbar ist. Das afrikanische Sprichwort, das von den beiden Autoren einleitend dem Buch vorangestellt wurde, fasst dies alles treffend zusammen: „Wenn du schnell gehen willst, dann gehe allein. Wenn du weit gehen willst, gehe mit anderen.“

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