Fadi Alauwad: Fadi kocht syrisch

Titel: Fadi kocht syrisch

Author: Fadi Alauwad

Verlag: 

Preis: 19.90 Euro

ISBN: 978-3-00-051062-5

Schenken & Spenden

Schöne und exotische Kochbücher finden sich ja immer wieder gerne unter dem Weihnachtbaum – mit was kann man schöner in andere Länder und Kulturen reisen und einen Teil davon, quasi auf einer Gabel, direkt zu sich nach Hause an den Tisch holen?

Druckfrisch ist jetzt dieses ganz spezielle Kochbuch im November herausgekommen, das das Verschenken noch besser macht, denn der Erlös geht an Kinderhilfsprojekte des Vereins SyrienHilfe e. V. Der deutsche Verein leistet vorrangig in Syrien, aber auch in Nachbarländern wie dem Libanon und der Türkei humanitäre Hilfe und Nothilfe für syrische Flüchtling, kümmert sich darum, dass die Menschen Nahrungsmittelspenden erhalten, leistet aber auch Hilfe zur Selbsthilfe und unterstützt beispielsweise Waisenkinder.

Das Buch ist eine Zusammenarbeit von sehr vielen Ehrenamtlichen – die sich vorher zum Teil gar nicht kannten – und dem Fernsehkoch Fadi Alauwad.

Dieser stammt selbst aus Syrien und ist 2014 mit seiner Frau und den drei Töchtern vor dem Bürgerkrieg und den Bomben nach Deutschland geflüchtet. In Damaskus war er ein bekannter Chefkoch, der weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt war. Mit seiner eigenen Fernsehshow zeigte er nicht nur, dass auch Männer den Kochlöffel schwingen können, sondern auch wie man die traditionelle syrische Küche in moderner Form umsetzen kann. Er hatte das Glück, dass ein Teil seiner Familie schon seit Jahren in Deutschland wohnte. Inzwischen lebt Fadi in Aachen und arbeitet in der Brasserie Aix wieder als Chefkoch, sein Kochbuch ist für ihn eine Möglichkeit anderen in ähnlicher Situation Hilfe leisten zu können.

Auf gut 120 Seiten finden sich in dem gebundenen Buch gut 40 kulinarische Highlights aus der bodenständigen syrischen Küche. Aber es ist nicht nur ein reines Rezeptbuch, eingestreut sind kleine Volksweisheiten, Anekdoten, Erinnerungen von Fadi und Reiseberichte und Bilder aus einem vom Krieg noch unversehrten Syrien, die die Syrien Hilfe e. V. beigesteuert hat. Da werden Gewürze, Genüsse, Sinneseindrücke, Orte und liebgewonnene Menschen wieder zum Leben erweckt, die vielleicht schon vom Krieg hinweggewischt wurden.

Den Leser/innen werden also nicht nur die klassischen Gerichte und Gewürze, sondern gleich noch eine Portion Kultur serviert. Aufgeteilt ist das Kochbuch in die Kapitel „Kalte Vorspeisen“ (Salate wie Fattoush oder Taboulé), „Kleine Begleiter“ (Dips & Salate, die zu Gerichten gereicht werden), „Warme Vorspeisen“, „Hauptspeisen“ (köstliche Fleischgerichte & leckere vegetarische Gerichte) und „Nachspeisen & Getränke“. Abgerundet wird das Werk durch Fotos und Kurzbiografien der ehrenamtlichen Helfer/innen.

Illustriert ist das Buch zudem mit appetitlichen Fotos neben jedem Rezept. Besonders schön ist: Neben der deutschen Übersetzung gibt es die original arabischen Namen der Gerichte in Transliteration, da kann sich so manches arabische Kochbuch ein Scheibchen von abschneiden. Ein paar Kleinigkeiten zu meckern gibt es aber dennoch, so fehlt zum Beispiel eine nach Kapiteln geordnete Übersicht und an manchen Stellen wird in der Zubereitung vielleicht doch zu viel bei den Leser/innen an Eigenleistung vorausgesetzt. Aber das sind leicht ausmerzbare Kinderkrankheiten.

Unter www.fadikochtsyrisch.de kann man übrigens noch mehr zu Fadi erfahren und vor allem werden dort nach und nach unterstützende Firmen im Blog vorgestellt. Spannend wäre es noch, mehr über die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer/innen hinter den Kulissen zu lesen.

Fazit: Ein schönes Kochbuch verschenken, traditionelle arabische Gerichte genießen und gleichzeitig etwas Gutes tun? Wenn sich das nicht nach dem perfekten und vor allem sinnvollen Geschenk für Kochbegeisterte anhört. Und sowas hat in der Geschenke-und-Konsumterror-Hochsaison namens Weihnachten ja fast (das englischsprachige Buch „Soup for Syria“ verfolgt ein ähnliches Konzept) ein Alleinstellungsmerkmal und ist auf jeden Fall allemal besser als der xte überflüssige Weindekanter oder eine versilberte Spargelzange. Also: kaufen, verschenken und am besten gleich noch eines für sich selbst mitbestellen.