Feuerrad

Titel: Feuerrad

Author: Katja Gesche

Verlag: Kehl Verlag

Preis: 12,80

ISBN: 978-3935651417

Magischer Odenwald

Regionale Krimiserien gibt es ja inzwischen einige auf dem deutschen Markt. Mit ihrem Erstlingswerk, in der Reihe „Bergstraßen-Krimi“ im Kehl-Verlag erschienen, bringt die Autorin Katja Gesche ihren Lesern die dörfliche Welt des Odenwaldes näher – mit all seinen bezaubernden und erschreckenden Eigenschaften. Die Geschichte ist schnell angerissen: Ein junger Mann wird mit einem Gebräu vergiftet, das inhaltsmäßig an mittelalterliche Flugsalben erinnert, und dann brutal ermordet. Der einzige Zeuge, der den Täter sah, scheint nur eine Teufelsgestalt erkannt zu haben. Niemand glaubt ihm, erst recht natürlich nicht die örtliche Polizei, und er gerät selbst unter Verdacht. So macht sich die eigentlich zurückhaltende Sarah Kuschkin – ihres Zeichens arbeitslose Akademikerin mit zerbrochenen Lebensträumen, die sich einige Jahre zuvor in den idyllischen Odenwald flüchtete und ihr Leben bisher eigentlich eher auf Sparflamme hielt – gezwungenermaßen auf, ihrem Freund zu helfen und den wahren Mörder ausfindig zu machen. Nur: Während ihrer Privatermittlungen, die sie auch in die heidnisch-esoterische Szene führen, fangen langsam die Leichen an sich zu häufen, so dass sie am Ende selbst auch in Gefahr gerät… Dem Leser begegnen in der Geschichte Mord, Liebe, Leidenschaft, Eifersucht, Geheimnisse und heidnische Rituale und Götter – kurz: alles Bestandteile, die einen guten Krimi ausmachen.

Die Charaktere der Figuren sind mit ihren Macken, Leidenschaften und Vorlieben angenehm echt, dreidimensional und stellenweise auch amüsant (besonders wenn der Dorfpolizist in seinem breitesten Dialekt zu Wort kommen darf) gezeichnet. Man hat einen leichten Einstieg in die spannende Story und kann neugierig seine Nase hinter die bröckelige Fassade der spießig-soliden Gutbürgerlichkeit stecken. Ein besonderer Kick ist natürlich, dass die Quelle der mysteriösen Todesfälle scheinbar mitten in der recht lebendigen – und miteinander über Wahrsagerinnen, praktizierende Satanisten in bizarren lila Hemden und Hexen-Coven verquickten –  heidnischen Szene zu suchen ist. Sehr angenehm auch, dass Katja Gesche zwar einiges hiervon als Augenwischerei entlarvt (einige Rollenmodelle von Esoterikern scheinen wirklich universal vorhanden zu sein – egal in welcher Stadt und zu welcher Zeit man sich befindet), aber den Bezug zu Magie und anderen Glaubensformen nicht als völlig absurd hinstellt.

Fazit: Ein guter und spannender Krimi, der am liebsten in einem Rutsch weggelesen werden will und auch ein schönes Geschenk ist. Man ist gespannt, welche weiteren Wege Sarah Kuschkin im Odenwald einschlagen wird und welche Leichen, deren Geheimnisse es zu lösen gilt, ihr vielleicht noch begegnen…

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