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Himmlisch vegane Desserts

Himmlisch vegane Desserts

Titel: Himmlisch vegane Desserts

Author: Lisa Fabry

Verlag: Unimedica

Preis: 24,90

ISBN: 978-3944125183

Verführerisch

Eines sollte man sich vorab klar machen: Dieses Buch darf man unter gar keinen Umständen durchblättern, wenn nichts Süßes in greifbarer Nähe ist. Lisa Fabry, die gebürtig aus London ist, die es inzwischen aber nach Adelaide in Australien verschlagen hat und deren große Konstanten im Leben Yoga und gute (und leckere) Ernährung sind, hat es sich hier zum Ziel gesetzt ihren Leserinnen und Lesern wirklich vielfältigste vegane Köstlichkeiten nahezubringen. Quasi also Naschen ohne Schuldgefühle und vor allem: schon bei der Zubereitung der Süßspeisen kreativ und mit Freude zu arbeiten und dies auch in das Essen einfließen zu lassen. In den neun Kapiteln des großformatigen gebundenen Buches begegnen einem opulente Torten, Muffins, Kekse, Brownies, Tartes, Cremetörtchen, englische Brot – puddings, Obstdesserts, Sorbets, Mousse au Chocolat – sogar Käsekuchen und wirklich himmlisch aussehendes veganes Eis ist mit von der Partie – und bestechen
mit Bildern, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Man merkt, dass Fabry ihre rezepttechnischen Wurzeln in der britischen Küche hat. Die Schwierigkeitsgrade sind ebenfalls so vielfältig wie die im Buch vorgestellten Rezepte. Wer etwas Simples sucht, kann sich beispielsweise an einfach zuzubereitenden veganen Energiebällchen probieren, wer es raffinierter und exquisiter wünscht, greift zum aufwändigeren Rezept der verführerischen doppelstöckigen Schokoladentorte mit Himbeermousse. Grundrezepte wie vegane Biskuit- oder Mürbeteige sind ebenso vertreten wie etwas vegane Lebensmittelkunde. Sehr schön auch nicht nur die übliche alphabetische Sortierung, ergänzt durch ein Stichwortverzeichnis, sondern zusätzliche Aufschlüsselung der Rezepte in glutenfrei, weizenfrei, zuckerreduziert, nussfrei und rohköstlich. Jedes im Buch abgedruckte Rezept ist für den schnellen Überblick während des Lesens auch noch mit den dazu passenden Kürzeln gekennzeichnet. Zum Beispiel mit „GF“ für „glutenfrei”. Was nicht ganz so schmeckt: In der Einleitung wird auf zwei Seiten das Hohelied der veganen Ernährung gesungen. Veganismus wird zu der allein glücklich machenden und den Menschen gesunden lassenden Ernährungsform erklärt. Dieser gewisse missionarische Impetus, der da hindurch dringt, mag Menschen, die omnivor leben, aber eben auch gerne vegane Gerichte auf ihrem Teller sehen, vielleicht eher abschrecken als überzeugen. Auch der in Rezepten genannte hochprozessiert hergestellte und wegen seines hohen Fruktosegehaltes eher ungesunde Agavendicksaft oder das einleitend vorkommende Stevia (mit tausenderlei unbekannten Füllstoffen) lassen einen sanft die Stirn runzeln. Fabry erklärt es aber damit, dass sie persönlich, trotz Veganismus, regionalen rohen Honig verwendet, diese Zutat hier in den Rezepten aber durch vegane Versionen ersetzt hat. Wer über diese Kleinigkeiten hinwegsehen kann, findet hier ansonsten ein hervorragendes Buch. Sonstige Ansprüche Lisa Fabrys, wie Lebensmittelqualität, saisonale und regionale Zutaten, Bioqualität und fair gehandelte Produkte: Vollkommen d’accord.

Fazit: Ein wirklich tolles veganes Dessertbuch mit einer unglaublichen Fülle an Rezepten, quer durch alle möglichen süßen Köstlichkeiten, das zum Nachmachen und zum Genuss einlädt. Man muss auch kein/e Kuchenmeister/in sein, um hier loslegen zu können, denn Lisa Fabry erklärt alle Rezepte wirklich sehr ausführlich und von Grund auf. Netter Zusatz: Die zwischengestreuten Vorstellungen von veganen Lokalen, samt Geheimrezepten, aus der ganzen Welt.

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