Inferno

Titel: Inferno

Author: Dan Brown

Verlag: Lübbe

Preis: 26

ISBN: 978-3785724804

Thriller

Schon vor dem Erscheinen wurde der neue Roman von Dan Brown gehypt und sein Inhalt schwerst gehütet. Mitte Mai gab es dann das neue Werk. Allein schon der Titel des Buches, der sich auf das im 14. Jahrhundert erschienene Werk „Die göttliche Komödie“ von Dante Alighieri und dessen Visionen der Hölle bezieht, lässt nichts Gutes ahnen. Robert Langdon, der schon aus früheren Bestsellern als Hauptfigur bekannte Symbolforscher und Professor für Kunstgeschichte, wacht zu nächtlicher Stunde in einem Krankenhaus auf, mit einer Verletzung am Kopf und der fehlenden Erinnerung an die letzten zwei Tage. Dafür wird er von seltsamen Visionen von mittelalterlichen Höllendarstellungen und einer verschleierten, silberhaarigen Frau heimgesucht. Noch schlimmer: Statt wie gedacht in den USA befindet er sich plötzlich in Florenz.

Kaum erwacht, erfolgt auch schon der nächste Anschlag auf sein Leben. Allen bibliophilen Göttern sei Dank trifft er aber sofort auf die junge, (natürlich gänzlich ohne Make-up) wunderschöne, aber wegen ihrer unglaublichen Hochbegabung einsame und traurige Ärztin Sienna, die seinen gelehrten Hintern aus der Schusslinie zerrt und ihn von Stund an begleitet. Dem Leser wird enthüllt, dass der eigentliche Widersacher (der “Schatten”) Langdons sich vor einigen Tagen umbrachte. Ein Konsortium zur Unterstützung von Superbösewichten, das die Aufträge des “Schattens” ausführt, ist – zusammen mit dem plötzlich ebenfalls mörderischen US-amerikanischen Konsulat – auch mit von der Partie und will Langdon ans Leder.

Nebenbei findet Robert Langdon in seiner blutgetränkten Jacke zudem noch ein biometrisch versiegeltes Röhrchen, mit dem eine Schnitzeljagd durch Florenz beginnt. Schnell ahnt man, dass der Plan des „Schattens“ auf eine massenweise Dezimierung der überbordenden Weltbevölkerung samt nachfolgender gesellschaftlicher Wiedergeburt hin zielt – angelehnt an das massenhafte Sterben im Mittelalter durch die Pest und die darauf folgende Renaissance. Aber wie hält man jemanden von seinem Plan ab, wenn er schon längst tot ist und eine scheinbar unaufhaltsame Maschinerie in Gang gesetzt hat? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Fazit: Ketzerische Zungen bezeichnen das mit Cliffhangern, teils absurden, gestelzten Szenen und pathetischen, lebensfernen Dialogen gespickte Buch etwas snobistisch, aber durchaus gerechtfertigt als literarisches Fastfood, gepaart mit Wikipedia-Wissen. Aber – warum auch nicht?

Es ist ein reißerischer, schnell ablaufender Mystery-Actionfilm, geklemmt zwischen zwei Buchdeckel. Gestrickt nach dem bekannten Erfolgskonzept Dan Browns – bei dem man sich schon fragt, wie lange es noch ausschöpfbar ist -, aber dennoch ganz spannend. Echte Dan-Brown-Fans werden jedenfalls wieder voll auf ihre Kosten kommen.

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