Krabat

Titel: Krabat

Author: Ottfried Preußler

Verlag: Thienemann Verlag

Preis: 13,90

ISBN: 978-3522180702

Schwarze Magie

Passend zum gerade erschienenen Kinofilm und zum 85. Geburtstag des Autors wurde Ottfried Preußlers preisgekrönter Jugend-Roman vom Thienemann Verlag neu aufgelegt. Der Held des Romans ist Krabat, ein 14jähriger Waisenjunge, der in der Mühle am Koselbruch bei Schwarkollm – einer „schwarzen Schule“ – Zauberlehrling wird. Hier arbeitet der elternlose Streuner zunächst noch ahnungslos als Lehrjunge, später als wissender, in die schwarzen Künste des Müllermeisters eingeweihter Geselle. Fliehen kann keiner der 12 magisch an die Mühle gefesselten Gesellen, und erlöst werden kann man nur durch die reine Liebe eines Mädchens, das einen in der mystischen Sylvesternacht „freibittet“. Preußlers Erzählung spielt – ebenso wie das Volksmärchen – Anfang des 18. Jahrhunderts in der Lausitz in der Nähe von Hoyerswerda. So trägt auch der real existierende Ort Schwarzkollm in seinem Stadtwappen ein Mühlrad und den rabengeflügelten Krabat, der an die gleichnamige Sage erinnert. Eine historisierende „Krabatmühle“ befindet sich – an der Stelle einer verfallenen Mühle – gerade im Bau. Aber die sorbische Sagengestalt Krabat treibt sich nicht nur in den Werken Ottfried Preußlers, sondern auch in denen vieler anderer Künstler und Autoren herum. Es gibt Belege, dass die Krabatsage um Schwarzkollm – die sich im Laufe der Zeit stark wandelt – auf einer historischen Figur basiert; dem entspricht auch die Vermutung, dass sich der Name „Krabat“ von „Hrvat“ für „Kroate“ ableitet. Preußler mischt in seinem Werk verschiedene volkstümliche Erzählungen mit seiner Geschichte. So erhält der schwarzmagische und böse Meister der Mühle Charakterzüge der ursprünglichen Volkserzählung, während der nach Erlösung strebende und menschliche Krabat mit späteren Motiven aus den Geschichten vergleichbar ist. So kämpft Krabat, der Held des Buches, am Ende quasi gegen seine eigenen Dämonen und die Versuchung der Macht an. Wegen des teuflischen Pakts, der hier eingegangen wird (und der an unzählige Märchen über schlaue Bauern und ihren Handel mit dem Teufel erinnert), wird die Figur des Krabat auch der „sorbische Faust“ genannt.
Fazit: Wer dieses Buch nicht sowieso schon aus der Kindheit kennt, sollte es sich zulegen und damit fesselnde Stunden verbringen. Weitab von Harry Potter und Prinzessin Lillifee begegnet man hier  – bezwingend und spannend – einem Stück magischen Realismus aus dem 18. Jahrhundert, als „Zaubersche“ gefürchtet zum Alltag gehörten und man sich an dunklen Winterabenden Geschichten über sie erzählte…

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