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Männer der Natur

Männer der Natur

Titel: Männer der Natur

Author: Isaac Bonewitz

Verlag: Aurum

Preis: 17,95

ISBN: 978-3899013641

Göttinnen-Spiritualität für Männer

Als Frau über ein solches Buch zu schreiben, ist nicht schwierig, aber durchaus sehr spannend. Der Anfang August 2010 verstorbene Isaac Bonewitz hat dieses Buch mit wachem Witz, Geist und Verstand verfasst und es den naturreligiösen Männern gewidmet – unabhängig davon, ob nun „Väter, Söhne, Brüder, Geliebte, Jäger, Ernährer, Heiler, Krieger“, heterosexuell, schwul oder polyamourös. In seinem Vorwort schreibt er dazu, dass es hier darum geht, „was es heißt, ein Junge oder Mann in einer Glaubensgemeinschaft zu sein, die Götter und Göttinnen gleichermaßen verehrt und Achtung vor starken Frauen hat.“

Der Schwerpunkt des Buches liegt wegen ihres Bekanntheitsgrades vor allem im Bereich der Religion Wicca, die im amerikanischen Raum als Religion sehr viel stärker in der Gesellschaft bekannt und etabliert ist als in Europa. In den Kapiteln, in denen er zahlreiche heidnische Männer – nicht unbedingt immer sympathisch – zu Wort kommen lässt, stellt er die verschiedenen Männerrollen in diesem Glaubenssystem vor, widmet sich ausführlich der Sexualität und auch dem Stand von queeren Heiden und wirft Schlaglichter auf herausragende Männerfiguren und heidnische Religionsstifter.

Fazit: Es gendert stark im Heidentum, die Zeit war durchaus reif für dieses heidnische Grundlagenbuch. Das Reclaiming der lange verlorenen und unterdrückten weiblichen Spiritualität ist unglaublich wichtig, man darf dabei aber nicht vergessen, dass Männer ein gleichberechtigtes Anrecht auf ihre naturreligiöse Nahrung haben. Die Geschlechterrollen und leider auch viele Vorurteile von Frauen sorgen auch heutzutage für harte Kämpfe bei den Paganisten. Schade – man kann nur hoffen, dass dieses Buch zum gegenseitigen Verständnis und zur Akzeptanz der gleichen Wertigkeit beiträgt. So ist Isaac Bonewitzs Buch der Versuch einer Standortbestimmung und Wegfindung zu männlichem spirituellen Stolz und Selbstbewusstsein, ohne dabei in sexistische oder homophobe Bereiche abzurutschen – denn die Göttin liebt ihre Söhne ebenso umfassend wie ihre Töchter.

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