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Meine Ayurveda-Familienküche

Meine Ayurveda-Familienküche

Titel: Meine Ayurveda-Familienküche

Author: Volker Mehl

Verlag: Trias

Preis: 19,99

ISBN: 978-3830469056

Lecker!

Ayurvedisches Essen…? Ist das nicht irgendwas mit Indien?! Viele bleiben ratlos zurück, wenn das Thema ayurvedische Ernährung aufkommt und wissen gar nicht, dass gerade hier ein essentieller Ansatzpunkt im medizinisches System des Ayurveda – der Wissenschaft vom Leben – liegt. Und genau hier hakt Volker Mehl ein. Ganz ohne kryptisch-medizinische Vokabeln plaudert er zur Einleitung ganz locker und sympathisch im Stil von lebensnahen Foodblogs aus dem Nähkästchen und seinen Gedankenschubladen. Der ausgebildete Ayurveda-Gesundheitsberater mit dem vor sich hin mäandernden Lebenslauf hat in der über 5000 Jahre alten Lehre – und der Transponierung dieser in unsere Gegenwart – inzwischen seine Berufung gefunden. Zwei vorhergehende ayurvedische Kochbücher, Kochkurse, Workshops und Auftritte in den Medien sind dafür deutliche Zeugnisse. Das Buch ist zwar ausgelegt auf die klassische Familienkonstellation. Da Volker Mehl selbst manch daran klebende Familienkonstrukte mit Beklemmung zu sehen scheint, setzt er den Familienbegriff aber weiter. Jeder geliebte, gemochte, in die Familie gepatchworkte oder einem nahe stehende Mensch wird mental mit an den Familientisch gesetzt. Wie schon seit Anbeginn der Zeit, mit Nahrung als dem verbindendem Element. Die Rezepte haben eine große Bandbreite, von Mango-Pfannkuchen über Brokkolicremesuppe, Mangoldtaler und Pasta bis hin zu ayurvedischen Vanillekipferln. Er selbst rät von Versuchen à la „Ich krempel jetzt komplett mein Leben um!“ ab, da diese seiner Erfahrung nach sowieso nicht funktionieren, und fordert auf, Ayurveda zu hinterfragen und sinnvoll und entspannt in unseren jetzigen Alltag einzubinden. Auf einer Hauptlehre der indischen Meister zur Ernährung beharrt er aber: Regelmäßig, warm und leicht verdaulich soll es sein. In Abschnitten wie „Vata oder warum bei Oma auch im Sommer die Heizung auf volle Pulle läuft…“ geht er auch auf die drei Doshas – die in jedem Menschen anders gewichteten Bioenergien – ein oder erläutert die Rasas (Geschmacksrichtungen), die sich in jedem Gericht wiederfinden sollten, damit die Mahlzeit auch von allen Dosha-Typen gut genossen werden kann.

Fazit: Obwohl Volker Mehl frei bekennt, dass er weder Kinder hat noch jemals ein guter Ehemann war und selbst bei der Erziehung seines Hundes Manfred kläglich versagt, bietet das Kochbuch einen schönen, lebenshungrigen und unverkrampften Einstieg in die ayurvedische Küche für die ganze Familie – egal wie diese nun gestrickt sein mag. Frei Schnauze und damit sehr menschlich und nah an seinen Leserinnen und Lesern stellt er Rezepte vor, die sich auch ganz simpel in das europäische kulinarische Familienleben einklinken lassen. Und quasi im Vorbeigehen bietet amüsant geschriebene Informationen zu den ayurvedischen Grundlagen an. Ein schönes Konzept, dem man die Liebe zum Ayurveda & zum Genuss anmerkt. 

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