Otto Stricker, Isabell Lütkehaus: Zu den Quellen des Yoga

Titel: Zu den Quellen des Yoga

Author: Otto Stricker, Isabell Lütkehaus

Verlag: Irisiana, 2015

Preis: 208 Seiten, 29,99 Euro

ISBN: 978-3424152715

Facetten des Yoga

Otto Stricker und Dr. Isabell Lütkehaus beschäftigen sich beide seit Jahren mit Yoga. In diesem Werk beschäftigen sie sich nicht nur mit den körperlichen Übungen der diversen Yoga-Haltungen, die ja in den letzten Jahren trenden, sondern versuchen die spirituelle Tiefe, die dem umfassenden Konzept des Yoga durch Philosophie, Religion und Kultur innewohnt, an westliche Leser/innen zu vermitteln, um der hierzulande um sich greifenden Kommerzialisierung entgegenzuwirken.

Unterstützt und bereichert werden sie bei ihrem Buchprojekt von dem Fotografen Coni Hörler und seinen eindrucksvollen Aufnahmen von ausgeführten Asanas und Portraits der Interviewten. Die Recherchearbeit für dieses Buch führte das Autorenteam von den Quellen des Ganges im Himalaya bis hin zu Stätten wie Rishikesh, Mysore, Mumbai, Pune, Chennai, Goa und Kerala.

Aufgeteilt ist das Buch in vier Kapitel, in denen die Geschichte des Yoga sowie die körperliche und geistige Auswirkung der Techniken vorgestellt werden und Yogameister aus Indien in Interviewparts zu Wort kommen und ihr Wissen teilen. Im längsten Kapitel werden die vier bekanntesten indischen Yoga-Schulen ausführlich vorgestellt. Hier sind zu finden: Ashtanga-Yoga im Mysore-Stil, Iyengar-Yoga, Yoga in der Tradition von Krishnamacharya und Sivananda-Yoga. Hierzu sind auch jeweils dreißigminütige Übungssessions in den jeweiligen Stilarten vorgestellt, anhand derer man selbst für den Anfang ausprobieren kann, welche der verschiedenen Yoga-Facetten im Vergleich am besten zu einem selbst passt.

Fazit: Ein ungewöhnliches, inhaltlich sehr gutes und optisch toll gemachtes Buch, das eine Lücke zu schließen scheint, bleibt die spirituelle Ebene doch bei vielen Praktizierenden außen vor. Sehr erfreulich ist ebenfalls, dass hier wirklich indische Yogameister zu Wort kommen und keine westlichen, die die Kultur für sich adaptiert haben. Auch sehr spannend, dass es in der Einführung einen Abriss zu den verschiedenen Entwicklungswegen von Yoga im Westen und im Ursprungsland sowie zum derzeitigen Stand in Indien gibt, gepaart mit Reisetipps und Empfehlungen. Sicherlich ist das Buch gerade – aber wegen seiner Fülle und den Übersichten, die es liefert, eben nicht nur – für Anfänger/innen auf Orientierungssuche geeignet.