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Sacred Mirrors

Sacred Mirrors

Titel: Sacred Mirrors

Author: Alex Grey

Verlag: Nietsch

Preis: 24,90

ISBN: 978-3939570240

Spirituelle Kunst

Der US-amerikanische Künstler Alex Grey, Jahrgang 1953, studierte erst Kunst und Design, bevor er fünf Jahre in der anatomischen Abteilung der Harvard Medical School arbeitete. Hier kam er in engen Kontakt mit dem menschlichen Körper, präparierte Leichen. Später unterrichtete er als Dozent zehn Jahre lang anatomisches Zeichnen und Plastizieren an der New York University. Kein Wunder also, dass seine eindrucksvolle Arbeit auf den ersten Blick oberflächlich an die Werke des Plastinators „Dr. Tod“ Gunther von Hagen erinnern. Wobei viele der meist auf Leinen geschaffenen, schamanistisch inspirierten, überwältigenden Gemälde von Alex Grey schon Ende der siebziger Jahre entstanden sind. Alex Grey fasst seine Visionen in Bilderlandschaften und macht transzendentale spirituelle Erfahrungen bildlich begreifbar. Nach einer drogeninduzierten Vision eines allesumfassenden Bewusstseinsgitters gelangte er zu der Erkenntnis, dass die „Vision des heiligen Verbundenseins“ das höchste Thema der Kunst ist, was in den nachfolgenden Jahren dann auch das Leitthema seiner Arbeit bildete. Der großformatige Hardcover-Bildband wird durch Essays von Ken Wilber, dem Kunstkritiker Carlo McCormick und natürlich dem Künstler selbst bereichert. Der Leser wird mit den abgebildeten Kunstwerken nicht allein gelassen, vielen sind kurze Erklärungen und Zitate aus den verschiedensten Religionen beigesellt. Anatomisch detailgetreu gibt Alex Grey die menschlichen Körper auf allen Daseins-Ebenen wieder. Die blanke Physis wird dargestellt, ebenso wie das Gefäßsystem, die Eingeweide und Nervenfasern bis hin zu den kunstvollen Visionen der feinstofflichen und spirituellen Energiesysteme sowie leuchtenden Meridiane in uns. Das strahlenerfüllte Bildnis des betenden Menschen – unabhängig von jeglicher Religion, erhellt durch die innere Sonne seines Glaubens – ziert das Cover des Buches. Ebenfalls unglaublich schön: die flammenumspielten Bilder des küssenden, sich vereinigenden Paares. Tief berührend die Darstellung seiner schwangeren Frau und die karmische Verbindung und Inkarnation der Seele des ungeborenen Kindes. Ein kleiner Tipp – wen es jemals in die Nähe von New York verschlägt, der sollte unbedingt die „Chapel of Sacred Mirrors“, kurz CoSM, mit in sein Programm aufnehmen. Diese ständige Ausstellung mit Werken von Alex Grey soll Menschen auf ihrer spirituellen Suche unterstützen und auch als Treffpunkt dienen. Die letzten fünf Jahre befand sich die CoSM in New York, im Frühjahr 2010 soll sie in in dem Städtchen Wappinger eine neue Heimat finden.

Fazit: Wer sich in faszinierenden Bilderwelten verlieren will: kaufen, tiefsinnige Gedanken lesen und immer wieder hervorholen und ansehen.

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