So geht vegan!

Titel: So geht vegan!

Author: Patrick Bolk

Verlag: Südwest Verlag, 2014

Preis: 16,99 Euro

ISBN: 978-3517092782

 

Der Berliner Patrick Bolk stieg 2011 auf eine vegane Lebensweise um. Vielen Interessierten wird er wahrscheinlich durch die Webseite „Deutschland i(s)st vegan“ ein Begriff sein, die der studierte Diplompädagoge mitbegründete und bei der er bis heute als Redakteur tätig ist. In seinem neuesten Buch „So geht vegan!“ stellt er einen 10-Punkte-Plan vor, nach dem man ganz behutsam und Schritt für Schritt seine Ernährung – und dann vielleicht auch den Rest des Lebens – in vegane Bahnen lenken kann.

In den insgesamt 10 Kapiteln (zum Beispiel „Kochen und Backen ohne Eier“, „Vegan unterwegs“, „Vegan mit Kindern“ oder „Vegan für Profis: Superfoods & Rohkost) erfährt man nach und nach mehr über Veganismus.

Von Fakten zur Produktion von Lebensmitteln, Infos dazu, wo sich überall tierische Zusatzstoffe verstecken, über eine ausführliche Warenkunde (beispielsweise, was es an Tofu und Seitan gibt und wozu das zu gebrauchen ist) bis hin zu alltagstauglichen und bodenständigen Rezepten. So findet sich hier eine bunt zusammengewürfelte Mischung aus Dingen wie Knusperfrikadellen mit Kartoffelsalat, furchtbar gehypte Kale-Chips (Grünkohlchips), Ravioli und Thai-Curry und veganen Klassikern wie Kohlrabischnitzel oder Mousse au Chocolat mit Seidentofu.

Patrick Bolk nennt zwar auch vegane Ersatzprodukte für die Umgewöhnungsphase, aber weist ebenfalls auf ihre negativen Seiten hin. Abschließend gibt es einen ausführlichen Anhangapparat mit Tipps und weiterführenden Links.

Fazit: Schön, dass der Autor sich an alle Lesenden wendet – egal ob sie wirklich komplett vegan leben, nur so essen oder zaghaft die Nase reinstecken und nur einige Gerichte vegan kochen möchten. Etwas die Stirn runzelt man allerdings schon beim Lesen der Einleitung. Toll, dass Patrick Bolk jetzt endlich richtiges Essen kocht, seinen Speiseplan erweitert hat und abgenommen hat, weil er sich anders (lies: nicht mehr nur von Frittiertem, Tiefkühlpizza und Sandwiches) ernährt.

Die da mitschwingende Implikation, dass alle Ernährung mit tierischen Produkten schlecht und einseitig sei, macht jedoch etwas knirschende Zähne. Allerdings versöhnt er auf den nachfolgenden Seiten dann wieder etwas durch den Hinweis, dass selbst Veganismus – wenn er denn in Form einesKonsums von Fertigprodukten und Fast Food betrieben wird – auch nicht der heilige Ernährungsgral ist.

Ansonsten ist es ein gutes und kompaktes Einsteigerbuch, mit vielen leckeren Rezepten und einem Haufen an Informationen für absolute Neulinge in der Materie, das versucht alles zu bedenken und eine sehr große Spanne an Themen abzudecken.