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Wir sind bedient. 26 Frauen über harte Jobs und irre Kunden

Wir sind bedient. 26 Frauen über harte Jobs und irre Kunden

Titel: Wir sind bedient. 26 Frauen über harte Jobs und irre Kunden

Author: Alena Schröder

Verlag: Diana

Preis: 8,99

ISBN: 978-3453380110

Realitätscheck

Fragt man Kinder nach ihren Zukunftsträumen, dann sind dort Astronautinnen, Tierärzte, Entdecker, Millionäre, große Autorinnen, Kindergärtner oder Feuerwehrleute in geselliger Eintracht vereint. Wacht man dann als erwachsener Mensch in einer Realität auf, in der Bildung eben nicht an jeder Straßenecke billig zu haben ist, Kinderträume leicht von Sarkasmus begleitet zerbröseln und man Miete, Versicherungen, Lebensmittel und neue Schuhe fürs Kind bezahlen muss, stellt man sich zwangsweise dem Leben und damit oftmals einem Job im Bereich Dienstleistung. Und hat vielleicht auch Spaß daran.

Die Berliner Journalistin Alena Schröder hat in diesem Buch 26 Berichte über Frauen und ihren harten Berufsalltag gesammelt, in denen man sich durchaus oft auch selbst wiederfindet oder mit einem sanften Erröten unangenehm an das eigene Verhalten erinnert fühlt. Im Buch „Wir sind bedient“ begegnet man vielen Geschichten und erhält spannenden Einblick in Arbeitsalltag und -abläufe und kann auch einen Blick hinter die Kulissen großer Konzerne – zum Beispiel der Deutschen Bahn – werfen. Dem Leser begegnen hier anonymisierte Bekenntnisse aus dem Arbeitsleben von Putzfrauen, Lehrerinnen, Zug- und Flugbegleiterinnen, Prostituierten, Verkäuferinnen, Hostessen, Sozialarbeiterinnen, Krankenschwestern, Pflegerinnen, Floristinnen und vielen anderen mehr. Interessant auch, nach jedem Bericht nochmal kurz im Telegrammstil von der Autorin zusammengefasst ein paar statistische Daten zum jeweiligen Beruf und der Bezahlung zu lesen.

Fazit: Der Dienstleistungssektor ist riesig und unsere Gesellschaft basiert darauf. Ob traurige, skurrile, bizarre, schöne oder lustige Begebenheiten – man begegnet hier vielen Facetten des Arbeitsalltags. Viele von uns arbeiten auf die eine oder andere Weise in diesem Bereich. Ja, so ein Job kann wirklich Spaß machen und Freude bringen. Für viele ist er trotz des Stresses, Ärgers und oftmals geringer Bezahlung auch wirklich Berufung und Erfüllung. Er kann aber ebenso ein totaler Knochenjob sein. Das Buch ist jedoch keine rachsüchtige Abrechnung, sondern schenkt den Frauen und ihren Jobs einfach Gehör und erinnert die Leser daran, diesen Arbeitnehmern in Zukunft vielleicht etwas mehr Respekt zu zollen.

Wie wäre es, beim nächsten Einkauf die freundliche Verkäuferin mal anzulächeln und nett „bitte“ und „danke“ zu sagen, statt sie wie einen seelenlosen Kassenautomaten zu behandeln?

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