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Couchsurfing ist eine Online-Community, die private Schlafplätze auf der ganzen Welt vermittelt – und zwar völlig kostenlos. Das funktioniert ganz einfach: Couchsurfer lassen sich gegenseitig kostenlos im Gästebett oder eben auf der Couch übernachten – eine Gemeinschaft, bei der Teilen, Vertrauen, Vernetzung und Austausch nicht nur im Internet existieren.

Während viele Online-Netzwerke doch eher damit beschäftigt zu sein scheinen, die Eitelkeit ihrer Mitglieder zu befriedigen oder reale Kommunikation durch virtuelle zu ersetzen, gibt es doch einige Portale, deren Idee so genial und deren Service so ungemein nützlich ist, dass man sich fast fragt, wie wir eigentlich die ganze Zeit ohne das Internet überlebt haben.

 

Couchsurfing – Got Couch?

Eine dieser Communities ist ohne Frage couchsurfing.org. Am einfachsten beschreiben lässt sich das Portal als eine Schlafplatzbörse: User bieten sich gegenseitig eine oder mehrere Nächte auf dem „Gäste-Sofa“ an – welches aber durchaus auch mal ein ganzes Zimmer, ein Haus oder die Kajüte in einem Boot sein kann. Und das Ganze auch noch für einen unschlagbaren Preis: umsonst. Also: Keine teuren Hotels oder überfüllten Hostels mehr und vor allem den Vorteil, bei einem Einheimischen unterzukommen, der die Stadt kennt und einem Tipps geben kann, die man bei der Touristeninformation nur schwerlich bekommen wird.

Aber oft geht es noch sehr viel weiter: Viele Gastgeber entführen ihre Couchsurfer auch gleich noch auf Entdeckungstour durch ihre Stadt, nehmen sie mit zu ihren Freunden, erkunden das Nachtleben. Abends sitzt man zusammen in Küche oder Wohnzimmer – Reisende haben schließlich immer viel zu erzählen.

Der Sinn des Ganzen ist dabei weit mehr, als nur eine kostenlose Unterkunft und einen persönlichen Fremdenführer abzustauben. CouchSurfing bedeutet interkulturelle Verständigung von Mensch zu Mensch, Vertrauen und Offenheit gegenüber Fremden; es ist gelebte Gastfreundschaft und lässt die Jugend der Welt zusammenwachsen – und zwar real ganz und nicht nur in der Anonymität des www. Auf der Website heißt es:

„CouchSurfing möchte international Menschen und Orte vernetzen, Austausch ermöglichen, das Gemeinschafts-Bewusstsein erweitern, Toleranz verbreiten und kulturelles Verständnis fördern.

Bei Couch Surfing geht es nicht um Möbelstücke – es geht auch nicht nur darum kostenlose Unterkunft rund um die Welt zu finden – es geht darum mitzuhelfen, eine bessere Welt zu erschaffen. Wir erschaffen eine bessere Welt, indem wir unsere Häuser, unsere Herzen und unsere Leben öffnen. Wir öffnen unseren Verstand und begrüßen das Wissen, das durch den kulturellen Austausch verfügbar wird. Wir bauen tiefe und bedeutsame Verbindungen auf, die Ozeane, Kontinente und kulturelle Grenzen überqueren. CouchSurfung möchte nicht nur die Art und Weise ändern, wie wir reisen, sondern auch die Art, wie wir uns auf die Welt beziehen.“

Mittlerweile hat die Community über eine Million Mitglieder aus wirklich jedem Winkel der Welt, täglich kommen etwa 2000 neue CouchSurfer dazu. Und auch wenn die meisten Sofas natürlich in Europa und den USA zu haben sind, findet man genauso problemlos Menschen aus den hintersten Ecken Afrikas und Südamerikas, in Sibirien und auf irgendwelchen kleinen Südsee-Inseln.

Verbreitung Couch Surfing

Verbreitung der Mitglieder (rot)

 

Traue (k)einem Fremden

Couch Surfing Der Gedanke, einfach so bei wildfremden Menschen zu übernachten, dürfte bei einigen aber auch ein flaues Gefühl im Magen hinterlassen. Ist das auch sicher? ist eine der Fragen, die die Macher der Seite am Öftesten hören.

Auch wenn die Seite gerade das Vertrauen unter Menschen fördern will, hat sie natürlich zu diesem Zweck einige Mechanismen, die es den Usern ermöglichen, sich einigermaßen sicher zu fühlen: Alle User werden mit bestimmten Sicherheitsstufen bewertet, zum Beispiel erhalten Couch-Anbieter, die ihre Adresse durch das Portal verifizieren lassen ein höheres Sicherheitslevel als User, die dies nicht tun. Und nach der Reise sollen alle User ihren Gastgeber bewerten und einen kleinen, öffentlich zugänglichen (und nicht löschbaren) Erfahrungsbericht abgeben, der weitere Anhaltpunkte liefert. Es ist dabei üblich in der Community, bei diesen Berichten brutal ehrlich zu sein – schließlich soll die Information für künftige Surfer ja auch wirklich nützlich sein. Als letzte Stufe gibt es dann noch einen Sicherheitsring, bei dem sich alteingesessene Communitymitglieder gegenseitig das Vertrauen aussprechen können. Wurde man von drei Usern als „sicher“ eingestuft, kann man auch selbst dieses Prädikat vergeben.

Bisher gab es aber ohnehin erst einen ernsthaften Fall von Vertrauensbruch in der Community – und der bezog sich auf den Verdacht von Kreditkartenbetrug …

 

Couchsurfing – Reisen 2.0

Der Großteil der Menschen in der Community ist erwartungsgemäß sehr Jung – das Durchschnittsalter liegt bei knapp über Mitte zwanzig. Aber die User wachsen mit und das Konzept spricht sich zunehmend herum. Reiseveranstalter sollten sich schon mal warm anziehen. Denn die begeisterten Berichte der CouchSurfer sprechen für sich und die Meisten sind sich einig: Wer es einmal ausprobiert hat, will nie mehr anders reisen.

 

Bilder: couchsurfing.org

 

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Eine Antwort

  1. Anonymous

    Guten Tag, ihr Artikel war klar und präzise. Schlage ich eine Seite auf zu couch-surving in Berlin z.B. kommen kostenträchtige Angebote. Gibt es spezielle andere Seiten, solche von denen sie reden oder war das anno dazumal?
    Ich hätte ein Zimmer anzubieten zwischen Berlin und Postdam, gut mit den öffentlichen oder per Rad zu erreichen.

    Antworten

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